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«Für einen Rockstar bin ich vielleicht zu seriös»

Neujahrsempfang in Uster

«Für einen Rockstar bin ich vielleicht zu seriös»

Den Neujahrsempfang im Ustermer Stadthofsaal wird Heinrich Müller gemeinsam mit dem Keyboarder Mathias Baumann musikalisch beleben. Müller ist den meisten als ehemaliger Tagesschaumoderator bekannt. Der Job habe seiner Musikkarriere auf jeden Fall geholfen, sagt er.

Deborah
von Wartburg
Freitag, 29. Dezember 2017, 08:50 Uhr Neujahrsempfang in Uster
Heinrich Müller (rechts) und Mathias Baumann am Greifenseeufer. (Bild: zvg)

Heinrich Müller, ehemaliger Tagesschau-Moderator beim SRF singt am Ustermer Neujahrsempfang. Der Maurmer, der vielen als «Heiri Müller» bekannt ist, hat letzten Frühling sein neues Album «As long as I can sing» mit Liedern auf Englisch veröffentlicht. Die klingen dann in etwa so:

«Englisch ist für mich persönlich eine wichtige und positiv besetzte Sprache», sagt Müller. Deshalb seien auch seine Lieder auf Englisch verfasst. «Im Moment bin ich daran, ein Programm für den Neujahrsempfang in Uster zusammenzustellen.» An dem Abend wird es ein bisschen fröhlich, ein bisschen ernst, aber auch melancholisch zu- und hergehen, kündigt er an. «Vielleicht flechte ich ins Programm auch noch ein Mundartlied  ein.»

«Ich werde versuchen, einen musikalischen Bezug zu Uster herzustellen. Und zwar mit einer Interpretation des Liedes ‹my hometown› von Bruce Springsteen», sagt er. In dem Lied gehe es um die Frage, was eine Stadt braucht, damit es sich lohnt, darin zu leben. «Und diese Frage treibt Uster ja auch seit jeher um.»

Für Müller sei 2017 vor allem in musikalischer Hinsicht ein erfolgreiches Jahr gewesen. Besonders gefreut hat ihn, dass er mit «As long as I can sing» sein fünftes Album herausbringen konnte. Für 2018 wünscht er sich gesund zu bleiben. «Denn nur mit einem gesunden Herz, einer gesunden Lunge und starken Beinen kann man befreit auf der Bühne stehen und mit voller Kraft singen», sagt er.

Hitparade nicht gleich gute Musik

Mit der Musik geht Müller zurück zu seinen Wurzeln. Das Singen gehöre schon seit seiner frühesten Kindheit zu ihm, so Müller. Schon als Jugendlicher hatte er Auftritte mit Gitarre und Gesang, «einmal sogar im Schweizer Fernsehen», erzählt er stolz. «Während der Karriere als Journalist und Jurist musste die Musik dann aber zurückstecken.» Erst als 60-Jähriger, nach 23 Jahren Tagesschau, wagte er dann den Schritt in die Musik – ohne zu wissen, ob er damit Erfolg haben würde. «Am Anfang lief es sehr gut.» Sogar in der Hitparade sei einer seiner Songs gelandet. «Aber für mich ist das eigentlich kein Garant für gute Musik. Eher im Gegenteil.» Er liebe heute vor allem die kleinen «Sozialkonzerte», wie er sie nennt, in denen man sehr nah am Publikum sei.

Seine Bekanntheit als Tagesschau-Moderator habe ihm am Anfang natürlich schon geholfen, dass man ihn überhaupt wahrnahm, sagt er rückblickend. Noch heute werde er, beispielsweise im Zug, oft von früheren Zuschauern erkannt und immer häufiger sei dann auch seine Musik das Thema. Das freut ihn. «Denn genau diese Mischung führt immer wieder zu interessanten Gesprächen mit den Leuten.» 

Auch jetzt, zehn Jahre später, läuft es in der Musik noch gut. «Aber um wirklich die grossen Massen anzuziehen, erfülle ich das klassische Rockstar- Image zu wenig. Als Tagesschau-Moderator und Jurist bin ich vielleicht einfach zu seriös.» Das mache aber nichts. Es gehe ihm ja auch darum, in seinen älteren Jahren noch Spass und Freude am Singen zu empfinden.

Keyboards aus Uster

Am 2. Januar wird Müller nicht alleine auf der Bühne stehen. Gemeinsam mit Müller heisst der Keyboarder Mathias Baumann die Ustermer im 2018 willkommen. «Mathias habe ich ganz zufällig kennengelernt.» Er sei vor drei Jahren einmal spontan für einen anderen Musiker eingesprungen. «Das hat einfach gepasst. Mathias ist sehr interessiert und wir ergänzen uns gut.» Heute sind die beiden richtige «copains» geworden, wie Müller sagt. «Wir gehen sogar miteinander wandern.» Baumann habe einen grösseren Bezug zu Uster als er selber, sagt Müller. «Er kauft beispielsweise seine Keyboards hier.» Aufgewachsen ist Baumann in Bäretswil, heute lebt er in Winterthur.

Eröffnet wird der Neujahrsempfang im Stadthofssaal um 16.30 Uhr von Noch-Stadtpräsident Werner Egli (SVP), der eine Ansprache hält, in deren Rahmen auch Mitarbeitende der Stadt Uster zu Wort kommen und ihre Erwartungen und Wünsche fürs neue Jahr äussern können. Um 17 Uhr beginnt dann das Konzert von Müller und Baumann und um 18 Uhr gibt es den Apéro, welchen die Stadt Uster offeriert.

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