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Freezy über Fernweh, wilde Partys und das schöne Uster

Freezy über Fernweh, wilde Partys und das schöne Uster

Am Freitag erscheint Freezys neustes Album «Us de Vorstadt». Es handelt von wilden Partynächten und dem Wunsch, der Schweiz («all dem Dreck, womi stresst») den Rücken zu kehren. Im Interview sagt der Ustermer Rapper, wieso er den Schritt trotzdem nicht wagt.

Freitag, 26. August 2016, 15:05 Uhr
Die Videoclips von Freezys neustem Album wurden teilweise in Uster gedreht. (Bild: zvg/Oliver Baer)

Sein letztes Album landete auf Platz 25 in den Schweizer Albumcharts. Am Freitag veröffentlicht der Ustermer Rapper Freezy sein zweites Album «Us de Vorstadt».

Einen Song davon hat der gelernte Automechaniker bereits auf Youtube gestellt: «Havana Club». Er sei eine Ode an die Trinklust, das Leben und die Träume, die ein Agglo-Junge im Kopf hat, heisst es in einer Pressemitteilung. Ganze 49 000-mal wurde das Video bereits angeklickt. Weniger oft angeschaut wurde der zweite Track, der ebenfalls bereits auf Youtube zu finden ist: «Summer in Beauduc». Er ist melancholischer, nachdenklicher.

Mit «Regio» spricht der 24-Jährige Freezy, der mit bürgerlichen Namen Remo Hunziker heisst, über Auswanderungsgelüste, Beziehungen und Beatrice Egli:

Der Song «Summer in Beauduc» handelt von Fernweh, Beziehungen – und dem französischen Ort Beauduc. Was hat Sie inspiriert?

Ich war zwei Jahre nicht in den Ferien, habe viele Geschichten gehört von meinen Kollegen, die weg waren und natürlich entsprechende Fotos auf Facebook gesehen. Da kam das Fernweh auf.

Das Video spielt nicht in Frankreich. Waren Sie überhaupt in Beauduc?

Nein, ein guter Kollege war dort. Er hat erzählt, wie die Leute mit ihrem Camper an den Strand fahren, dort chillen, Kitesurfen und so ihren Sommer verbringen. Der Ort selber sei nicht spektakulär, es hat viele Dünen und viel Wind, aber das Lebensgefühl von einem Sommer am Strand gefällt mir.

Im Song rappen Sie, dass Sie «all dem Dreck», der Sie stresst, gerne den Rücken kehren würden. Was stresst Sie?

Das alltägliche Leben: immer das Gleiche sehen, immer das Gleiche machen. Dass man sich manchmal wie ein Hamster im Laufrad fühlt.

Und wieso nehmen Sie sich dann keine Auszeit?

Klar, ich sage mir, ich bin 24, könnte doch einfach gehen. Aber das braucht dann doch Überwindung, und schliesslich gibt es zu viel, das mich hier hält – der Job, die Musik, Freunde.

Arbeiten Sie immer noch als Automechaniker?

Nein, ich arbeite mittlerweile beim Radiosender Planet 105 als Sidekick der Abendshow, dort rappe ich teils auch, aber nicht unter dem Namen Freezy.

Nicht nur der Schweiz, auch einer Beziehung wollen Sie den Rücken kehren: «Hey lueg dis Läbe isch mer zvill, wieso hebe, was nöd zämehebe will?», rappen Sie in «Summer in Beauduc». Um wen geht es da?

Das ist eigentlich als Metapher zu verstehen, dass man etwas, das irgendwann nicht mehr gut ist, loslassen sollte.

Ist es nur eine Metapher?

Nein, ich habe mich tatsächlich auch von einer Frau getrennt. Wir sind nicht im Hass auseinandergegangen, aber es hat irgendwann einfach nicht mehr gepasst, und da muss man irgendwann Realist sein und etwas ändern.

Was ist an den Gerüchten dran, dass Sie und Beatrice Egli etwas am Laufen haben?

Sagen wir es so: Ich habe sie kennengelernt, und sie ist eine sehr nette Frau – aber wir haben keinen Sommer in Beauduc zusammen verbracht.

Der Song «Havana Club» handelt von Partys und Alkohol. Sind Sie oft im Ausgang?

Nicht mehr so oft wie früher. Aber wenn wir auf Tour sind, machen wir nach dem Konzert schon noch gut Party.

Sie greifen erneut das Thema Vorstadt auf in Ihrem Album. Was unterscheidet denn ein Leben in einer Vorstadt wie Uster von dem in Zürich?

Wenn ich in Uster auf der Gasse bin, kenne ich jeden. Die Atmosphäre ist im Gegensatz zu Zürich sehr familiär. Das gefällt mir.

Und haben Sie mittlerweile Ferien gemacht?

Ja, ich war vor drei Wochen mit Kollegen in Norditalien. Wir haben einen Guide gebucht, der uns gute Spots zum Fischen zeigte. Das war echt chillig.

Am Samstag, 27. August, ist Freezy ab 15 Uhr im Exlibris in Uster anzutreffen. Er signiert CDs seines neuen Albums und steht für Fotos zur Verfügung.

(Bild: zvg/Oliver Baer)

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