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Fabio muss raus aus seiner Post

Kündigung für Ustermer Wirt

Fabio muss raus aus seiner Post

Ende März geht das Restaurant Post in Uster zu. Das Haus wird komplett renoviert. Wirt Fabio Botta wäre gerne geblieben – und zeigt sich enttäuscht.

Dienstag, 13. Februar 2018, 18:12 Uhr Kündigung für Ustermer Wirt
Das Aus nach 15 Jahren: Fabio Botta vor seiner «Post da Fabio». (Foto: Chrisitan Merz)

Er hatte bis zuletzt gehofft, dass eine andere Lösung möglich sei. Doch es ist definitiv: Wirt Fabio Botta muss die «Post» in Uster verlassen. Seine Vermieterin hat ihm bereits im vergangenen Frühling gekündigt. «Das ist ein harter Schlag, nachdem ich das Restaurant 15 Jahre lang aufgebaut habe», sagt der 44-Jährige.

Renovation notwendig

Botta muss seine «Post da Fabio» schliessen, weil das Haus an der Poststrasse renoviert wird . «Der Zustand der Liegenschaft lässt uns keine andere Wahl», sagt Besitzerin Cécile Niederer. Nach dem Umbau soll im Erdgeschoss wieder ein Restaurant einziehen. Interessenten hätten sich bereits gemeldet. «Wir haben aber auch Fabio Botta gesagt, dass er sich wieder als Mieter bewerben darf», sagt Niederer. Der Noch-Post-Wirt aber winkt ab. «Ich glaube nicht an eine faire Chance. Sonst wäre man nach so langer Zeit auf eine andere Art und Weise auf mich zugekommen.»

Bottas «Bambino»

Botta ist enttäuscht: Das Restaurant mit italienischer Hausmannskost war sein «Bambino», wie der Tessiner sagt. Einst arbeitete er als Geschäftsführer im Ustermer «Molino», später bei der gleichen Gastro-Kette am Stauffacher in Zürich. Die «Post» wurde dann sein erstes eigenes Restaurant – eben die «Post da Fabio».

«Ich habe aus dem alten Haus viel gemacht.»
Fabio Botta, Noch-«Post»-Wirt

«Ich habe viel investiert und ich glaube, es hat sich gelohnt: Die ‹Post da Fabio› ist ein Treffpunkt in Uster», sagt der heutige Egger. Ein Restaurant zu führen sei auch an dieser tollen Lage nicht einfach. Die Nähe Usters zu Zürich mit seinem riesigen gastronomischen Angebot spürt auch er. «Immer aber habe ich die Miete pünktlich bezahlt und aus dem alten Haus viel gemacht», sagt Botta.

Bistro als Alternative

Auch deshalb hätte er sich etwas mehr Entgegenkommen gewünscht seitens der Besitzerin. «Dass sie mir nach 15 Jahren einfach kündigt, tut weh.» Er habe verschiedene Vorschläge gemacht, wie er den Betrieb auch während eines Umbaus weiterführen könnte. Und er wäre auch bereit gewesen, nach einer Renovations-Pause wieder neu zu eröffnen. Cécile Niederer aber wollte ihm eine solche Garantie nicht geben.

Der 44-Jährige hat seine Zukunft inzwischen anderweitig organisiert. Anfang April eröffnet er ein neues Bistro gleich neben der «Post» – dort, wo zur Zeit noch der «Chabischäs» ist. Dessen Besitzer Reto Günthard will sich künftig auf seinen Imbiss-Wagen beschränken. Botta hat vor, in seinem neuen Bistro weiterhin italienische Küche anzubieten, allerdings nur am Mittag. Dazu kocht er für die Zeughausbar. Ebenfalls ist er seit November Inhaber des Restaurants Frohsinn in Fehraltorf, gemeinsam mit Robert Adler, der dort auch kocht. «Ich musste mir etwas neues aufbauen und zwar möglichst schnell. Schliesslich habe ich langjährige, treue Mitarbeiter, die ich nicht verlieren will», sagt Botta.

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