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Im Ustermer Stadthofsaal

Diebesbande überrennt Flohmarkt

Der letzte Flohmarkt im Stadthofsaal wurde Opfer einer Diebesbande. Diese kam in den Saal, als dieser für Käufer noch gar nicht geöffnet hatte. Die Tat war scheinbar organisiert.

Deborah
von Wartburg
Mittwoch, 26. April 2017, 07:05 Uhr Im Ustermer Stadthofsaal

«Wir hatten keine Chance, sie waren überall», sagt Peter Tanner. Der Organisator des Ustermer Hallenflohmarkts ist immer noch geschockt. Denn dieser wurde am Sonntag, 9. April, Opfer einer Diebesbande.

Tanner berichtet: «Morgens, wenn die Aussteller ihre Stände aufstellen, dürfen Käufer noch nicht in den Saal.» Doch eine Gruppe sei trotzdem reingegangen. Sie sei an die Tische gestürmt und bedrängte die Standbesitzer. «Diese waren von dem Chaos völlig überfordert», sagt Tanner. So konnten die Diebe samt Beute wieder türmen. «Das war organisiert», ist Tanner überzeugt. Die Helfer hätten versucht, die Diebe zu verscheuchen, «aber sie kamen einfach immer wieder.»

«So etwas ist bei uns vorher noch nie passiert», sagt Tanner. Sowohl Betreiber als auch Aussteller seien völlig überrascht gewesen von der, wie er sagt, sehr fremdländisch aussehenden Diebesbande.
Die Gruppe sei in den Saal eingedrungen, als die Standbetreiber noch mit dem Aufstellen ihrer Stände beschäftigt waren. Dann seien sie stürmisch und immer in Gruppen vorgegangen. «Wir haben bestimmt und energisch mit ihnen gesprochen und versucht, sie zu verscheuchen, doch sie kamen immer wieder», sagt Tanner.

«Wie alle Flohmärkte haben wir manchmal Händler, die die Preise extrem herunterdrücken wollen oder sehr aufdringlich sind», sagt er. «Doch wenn man diesen Leuten klar und bestimmt sagt, dass sie gehen sollten, tun sie es auch.» Bei der Diebesbande, die am letzten Hallenflohmarkt den Stadthofsaal stürmte, sei das nicht der Fall gewesen.

Zu viele offene Türen

«Gegen solche Attacken können wir uns kaum wehren», sagt Peter Tanner. Der Stadthofsaal habe vier Doppeleingänge und sieben Notausgänge, die alle aus feuerpolizeilichen Gründen offen bleiben müssten. «Um solche Taten komplett ausschliessen zu können, müsste man an jeder Tür einen Wachposten installieren», meint Tanner. Der Flohmarkt werde jedoch von wenigen Freiwilligen durchgeführt, und es sei bestimmt auch nicht der Wunsch der Teilnehmer, dass der Anlass ungemütlich werde.

Eigentlich ein sicherer Flohmi

Es sind fünf bis sechs Personen, die den Hallenflohmarkt betreuen, wie Tanner erklärt. Die ganze Zeit patrouillierten diese im Saal und hielten Kontakt via Funkgeräte. «Ich selber war zu der Zeit damit beschäftigt, den ankommenden Autofahrern Parkplätze zuzuordnen.» Er habe von dem Vorfall erst im Nachhinein erfahren.

Doch eigentlich sei der Hallenflohmarkt im Stadthofsaal besonders sicher. «Wir legen Wert darauf, dass es bei uns friedlich und angenehm zugeht und sich die Standbetreiber sicher fühlen», betont Tanner.

Verkäufer müssen sich wehren

Ein Flohmarkt sei eben öffentlich zugänglich, deswegen könne man solche Attacken nie ganz sicher verhindern. «Was ich beim nächsten Mal aber sofort machen werde, ist, die Polizei zu rufen», hält der Organisator fest. Er hoffe aber, dass es so einen Fall nicht noch mal geben werde.

Am 9. April habe niemand die Polizei alarmiert, was wohl auf den Schockzustand und das geschickte Vorgehen der Diebesbande zurückzuführen sei. «Ich finde es aber auch wichtig, dass sich die Standbetreiber wehren und in solchen Situationen sofort handeln», findet Tanner. Denn lähmende Unsicherheit sei genau das, worauf die Banden bauten.

 

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