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Der Traum vom Meistertitel

Usters Judokas am Final Four

Der Traum vom Meistertitel

Die NLA-Männer des JC Uster kämpfen am Samstag in Crissier am Final Four der Schweizer Teammeisterschaften um den Titel. Erstmals seit vielen Jahren gibt es keinen klaren Favoriten.

David
Schweizer
Freitag, 01. Dezember 2017, 15:33 Uhr Usters Judokas am Final Four

Robert Wakiyama strahlt im Vorfeld der Final Four der Schweizer Mannschaftsmeisterschaften in Crissier viel Zuversicht aus. «Die Ausgangslage ist so offen wie schon lange nicht mehr. Deshalb ist etwas Träumen vom Meistertitel durchaus erlaubt», sagt der Präsident des Judo-Clubs Uster.

Dies auch weil vor allem Brugg am Samstag geschwächt zur Titelverteidigung antreten wird. Neben Olympiastarter Ciril Grossklaus, der zeitgleich am Grand Slam Tokyo kämpft, fehlen dem 13-fachen Schweizer Meister, der zuletzt zehnmal in Folge (!) triumphierte, nämlich mit Michael Kistler und Tobias Meier zwei weitere Leistungsträger verletzungsbedingt.

Wakiyama hat die Aargauer aber natürlich trotzdem auf der Rechnung. «Wenn es darauf an kommt, konnten sie bisher stets über sich hinauswachsen», sagt er und fügt ein «leider» mit einem Schmunzeln bei.

Erneut gegen Morges

Der JC Uster musste dies vor einem Jahr ebenso bei der Endrunden-Premiere nach dem Aufstieg in die NLA schmerzlich erfahren. Der Zürcher Vorzeigeverein hoffte insgeheim auf einen Coup, unterlag dem routinierten Favoriten im Final letztlich aber 4:10. Der JCU misst sich aber sowieso – und wie schon im Vorjahr – zunächst mit Morges. Die Waadtländer räumte er damals ebenso klar mit einem 10:4-Erfolg aus dem Weg. Nur: Dieses Mal gehen die Ustermer als vermeintlich schwächstes Team gegen den Gruppenersten ins Final Four.

Für Wakiyama kein Problem. «Ich bin eher froh, dass wir zunächst nicht auf das Zweitklassierte Cortaillod treffen. Für mich sind die Neuenburger in der Favoritenrolle», sagt er. Überhaupt hat der vierte Platz nach insgesamt sieben Qualifikationsrunden seine Gründe.

Desöftern mussten die Ustermer nämlich auf ihre im Europacup engagierten Kämpfer aus dem U21-Nationalteam verzichten. «Dieser hat jeweils Vorrang», sagt Wakiyama. Das Verpassen der Final Four stand aber trotzdem nie in Gefahr. «Der Abstand auf Platz 5 war doch erheblich – und unsere erfahrenen Kämpfer waren gute Vertreter», betont er. «Wir dürfen deshalb stolz auf das Erreichte sein.»

Ohne den Weltmeister

In Crissier kann der JC Uster nun aber auf fast alle Kräfte zurückgreifen. Einzige Abwesende sind die Verletzten Philipp Koch und Lukas Wittwer. Schlüsselrolle inne haben – wie bei allen Mannschaften – die ausländischen Verstärkungen, die jeweils extra für die Kämpfe eingeflogen werden. Der JCU vertraut hierbei erneut auf Fabius Igor Mbakom Tchiengang. Der Kameruner soll für die nötigen Punkte in der schwersten Gewichtsklasse (+ 100 kg) sorgen.

Daneben lastet viel Verantwortung auf den breiten Schultern der zweiten externen Verpflichtung, Martti Puumalainen (- 100 kg). Der Finne kommt für Alexander Wieczerzak (GER) zum Einsatz, den die Ustermer aus reglementarischen Gründen in dieser Saison nicht engagieren konnten. «Wir werden uns in der Zukunft wieder um ihn bemühen», sagt Wakiyama.

Durchaus verständlich: Erst Ende August errang Wieczerzak an der WM in Budapest die Goldmedaille in der Gewichtsklasse bis 81 kg. Diese Position ist dadurch auch eine mögliche Schwachstelle der Ustermer. «Einen Weltmeister kann man natürlich nicht adäquat ersetzen», sagt Wakiyama.

Der JCU hat aber aber auch so genügend Trümpfe in der Hand. So ist den Gebrüdern Nils und Siro Stump einiges zuzutrauen. Wichtige Rollen nehmen ausserdem Simon Schnell und Doppel-Schweizer Meister Raphael Erne ein.

Frauen müssen erneut bangen

Bereits vor den Männern gilt es am Samstagvormittag für das Frauenteam des Judo-Clubs Uster ernst. Es verpasste wie schon im letzten Jahr den Einzug ins Final Four, und kämpft dadurch erneut um den Klassenerhalt. Besonders bitter: Am Ende entschied in der letzten Qualifikationsrunde gegen Biel-Nidau ein einziger verlorener Kampf im Direktvergleich gegen den JCU.

Ungeachtet des Abschneidens in der Auf-/Abstiegsrunde werden die Ustermer Verantwortlichen aber sowieso nach dem Turnier über die künftige Ausrichtung bei den Frauen befinden. Möglich ist hierbei ein freiwilliger Rückzug in die NLB. «Wir haben ein sehr junges Team. Vielleicht ist es deshalb im Moment besser, eine Liga tiefer Erfahrungen zu Sammeln», begründet Wakiyama die mögliche Kurskorrektur. 

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