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Blutspende-Engpass wegen Grippe

Erkrankt jemand an Grippe, wird sein Blut vorübergehend unbrauchbar. Darum herrscht derzeit ein Mangel an Spendern.

Samstag, 28. Februar 2009, 09:00 Uhr

Täglich benötigen die Schweizer Spitäler 1254 Blutspenden. Jeder kann darauf angewiesen sein, wenn er etwa bei einem Unfall plötzlich viel Blut verliert. Dies wird einem oft erst bewusst, wenn man es selbst erlebt hat.


Veronika Haslinger, Leiterin des Blutspendezentrums Uster, wünscht sich mehr regelmässige Spender. «Es gibt immer wieder Engpässe, so wie jetzt. Da sind wir froh, wenn wir geeignete Per- sonen aufbieten können», sagt die engagierte Chefin. Blut spenden können alle gesunden, volljährigen Personen etwa vier- oder fünfmal jährlich. Um jedes Risiko einer Infektion auszuschliessen, müssen sie zuerst einen Fragebogen ausfüllen und werden medizinisch untersucht. Auf diese Weise erhalten sie einen kleinen Gratis-Check-up.


Etwa einen halben Liter des kost- baren Safts entnehmen die Mitarbeitenden des Zentrums jedem Spender. Dar-aus können drei verschiedene Arten von Blutkonserven mit unterschiedlicher Haltbarkeit entstehen. Die Blutplättchen, die es bei stark blutenden Wunden braucht, lassen sich nur gerade fünf Tage aufbewahren. Danach müssen sie vernichtet werden. Aus diesem Grund brauchen die Spitäler stets frische Spenden. Die halbe Stunde, welche die gesamte Prozedur ungefähr dauert, erachten manche Spender als willkommene Ruhepause.


«Ich empfinde die Blutspende in gewisser Weise als Reinigung. Danach fühle ich mich frischer», meint ein Besucher, der sich nach der Entnahme mit einem Imbiss stärkt. Es sei eine sehr einfache und preiswerte Art, etwas Gutes zu tun, fügt er schmunzelnd an.

Auch mobile Equipen

Der Zürcher Blutspendedienst ist eine gemeinnützige Stiftung, die die Versorgung der Patienten der Region Zürich mit Blut und Blutprodukten sicherstellt. Neben den Zentren in Uster, Wetzikon, Winterthur, Lachen, Schlieren und Zürich betreibt sie mobile Equipen, um den Weg zur Blutspende möglichst kurz zu halten. Dort kann man ohne Voranmeldung spenden.

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Alle Blutspendezentren an den Spitälern des Kantons arbeiten zusammen. Ihr Blut kommt zentral nach Schlieren, wo es verarbeitet wird. Danach werden sämtliche Spitäler des Kantons mit den nötigen Blutprodukten versorgt.

Wechselnde Ausstellungen

Damit Blutspenden möglichst angenehm wird, schmückt Veronika Haslinger die hohen Wände des Zentrums, das sich unmittelbar neben dem Spital Uster in einer renovierten Villa befindet, mit Werken von Oberländer Künstlern. Die Ausstellungen wechseln viermal jährlich. Zurzeit prägen quadratische, auf die Spitze gestellte Ölmalereien in fröhlichen Farben die Räume. Sie stammen vom Wetziker Künstler Peo Cello, der seit über zwanzig Jahren malt.


«Die Besucher des Zentrums schätzen die Abwechslung», begründet Veronika Haslinger ihr aussergewöhnliches Engagement. «Sie sollen sich hier wohl fühlen und sich entspannen können.»

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