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Rosmarin-Diebstahl in Uster

«Bedienen Sie sich» – aber nicht beim Quartierverein

Unbekannte haben sich an den Blumen des Ustermer Quartiervereins Kirchuster vergriffen. Der Präsident vermutet, dass die Täter durch die Herzkern-Oasen im Zentrum zu der Tat inspiriert wurden. Bei diesen wird aktiv zum Zugreifen an ihren Pflanzen aufgefordert.

Deborah
von Wartburg
Dienstag, 19. Juni 2018, 22:27 Uhr Rosmarin-Diebstahl in Uster

«Dänk dra, es isch für alli da.» Diesen Spruch scheinen sich nicht alle Ustermer zu Herzen zu nehmen. Der Satz prangt auf Schildern bei den neuen Sitz-Oasen, die seit knapp zwei Wochen das Ustermer Stadtzentrum aufwerten sollen. Die Blumenkästen, die die Palettensitze schmücken, waren eine Idee des Vereins Herzkern (wir berichteten). So sollen sich Flanierende etwa eine Erdbeere, ein Salatblatt, ein Pfefferminzblatt oder eine Kapuzinerkressenblüte in den Mund stecken.

«Wir vertrauen darauf, dass die Ustermer genug sozial sind, dass sie jeweils nur ein paar Beeren oder Blätter nehmen», hatte Sandra Hausmann, Geschäftsführerin von Herzkern, beim Start der Aktion gesagt. Eine Rechnung, die nicht ganz aufzugehen scheint – zumindest im nahen Kirchuster-Quartier. Auch dort stehen Blumenkisten, die der Quartierverein aufgestellt hat. Unter anderem wachsen darin Rosmarinsträucher.

Rosmarin ausgegraben

Kürzlich fanden die Mitglieder des Quartiervereins das Beet ausgeraubt vor. Nächtliche Besucher hatten den Rosmarinstrauch wohl ausgegraben. Vereinspräsident und Gemeinderat Silvio Foiera (EDU) sieht einen möglichen Zusammenhang zwischen den Herzkern-Bänklein und dem Rosmarin-Klau. Er vermutet, dass der Dieb die Herzkern-Schilder auf alle  Blumenkästen in Uster bezogen hat. Foiera hält fest: «Unser Rosmarin ist als Dekoration und Duftpflanze gedacht, nicht zum Würzen des Abendessens.»

Diebe auch bei Herzkern-Oasen

Sandra Hausmann, Geschäftsführerin des Vereins Herzkern glaubt nicht, dass ein Zusammenhang zwischen den Oasen-Schildern und dem ausgegrabenen Rosmarin besteht. «Vandalismus ist keine neue Erscheinung». Es sei wie damals bei der Holzbrücke im Stadtpark, wo wiederholt die Blumen entfernt wurden. «Es gibt leider immer Leute, die das Gefühl haben, zerstören oder klauen zu müssen.» Der Verein Herzkern habe denn auch dasselbe Problem wie der Quartiererein Niederuster. «Auch bei uns wurden schon Pflanzen ausgerissen oder Schilder abmontiert.» Um alle Unklarheiten aus dem Weg zu räumen,  hält Hausmann aber nochmals fest: «Wer sich bei den Oasen im Zentrum bedienen will, kann das gerne tun, jedoch soll jeder sich einfach ein Zweiglein oder ein Blatt abreissen, nicht ganze Pflanzen.»

So könnten sich am Ende viele Leute an den Bänken erfreuen. Auch sei es einfach zu erkennen, bei welchen Beeten das Abzupfen und Essen eines Blattes erlaubt sei, denn auf all den Sitzoasen stehe gut erkennbar «Herzkern» drauf.

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