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Aabach darf ausgebaut werden

Der Aabach in Uster darf im Abschnitt zwischen Zellweger-Wehr und Brücke Weiherallee wie geplant ausgebaut werden. Der Schutz vor einem Jahrhundert-Hochwasser rechtfertigt auch nach Meinung des Bundesgerichts den Eingriff in die Natur.

Dienstag, 07. April 2015, 18:57 Uhr

Der Kanton Zürich plant in Zusammenarbeit mit der Stadt Uster den Ausbau des Aabachs auf einer Länge von 580 Metern. Das Bachausbauprojekt soll dem Hochwasserschutz, den ökologischen Ansprüchen und der städtebaulichen Aufwertung des Aabachs dienen. Das Projekt war im Winter 2012/2013 öffentlich aufgelegt. Es gingen drei Einsprachen ein, darunter eine von drei Eigentümern eines Grundstückes, welches unmittelbar an den Aabach grenzt, sowie eine der Gesellschaft für Natur- und Vogelschutz Uster. Der Zürcher Regierungsrat erteilte im April 2013 die notwendigen Bewilligungen für den Ausbau des Aabachs im Abschnitt Zellweger-Wehr bis zur Brücke Weiherallee in der Stadt Uster und wies die Einsprachen ab. Die drei Grundeigentümer gelangten hierauf an das Zürcher Verwaltungsgericht und erzielten einen Teilerfolg. Ihr Grundstück darf nicht dauernd für das Bauprojekt in Anspruch genommen werden, zudem muss das 3-Millionen-Franken-Projekt vom Zürcher Kantonsrat genehmigt werden.

Zu grosser Eingriff in die Natur

Trotz dieses Teilerfolgs riefen die drei Grundeigentümer das Bundesgericht an. Sie argumentierten in Lausanne zusammenfassend, das strittige Wasserbauprojekt sei aus Gründen des Hochwasserschutzes gar nicht notwendig, denn die Gefahrenlage verlange keine derart weitreichenden Massnahmen. Vielmehr würde unter dem Deckmantel des Hochwasserschutzes mit dem Projekt ganz andere Ziele verfolgt, nämlich insbesondere die Schaffung eines neuen Erholungsraumes für die Bevölkerung. Mit der Rodung des Ufergehölzes werde ein kommunales Schutzobjekt und konkret ein wertvoller Baumbestand sowie ein ornithologisch bedeutender Lebensraum zerstört, ohne dass der Zustand des Aabaches verbessert werde.

Bafu-Argumente überzeugen

Das Bundesgericht hat die Beschwerde unter Hinweis auf Angaben des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) abgewiesen. Dieses hatte ausgeführt, das Hochwasserereignis vom Juni 2013 bestätige den Handlungsbedarf. Das Absenken der Bachsohle und die Verbreiterung des Bachquerschnittes seine notwendig, um das mittels Gefahrenkarte ausgewiesene Schutzdefizit zu beheben. Die Massnahmen, so das Bundesamt, führten zu einer Aufwertung des Bachgerinnes bzw. des Uferbereichs, indem eine strukturreichere Bachsohle geschaffen werde und die bestehenden Ufergehölze durch standortgerechte Bäume und Sträucher ersetzt würden. Diese Ausführungen des Bafu überzeugten das Bundesgericht, weshalb es die Beschwerde der Bachanwohner abwies. Diese müssen die Gerichtskosten von 3000 Franken bezahlen.

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