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36 Stunden für eine Petition

Die Schwerzenbacher Schule möchte vermehrt auf Mehrklassen setzen, also Klassen mit Schülern verschiedener Jahrgänge. Dagegen sammeln Eltern jetzt Unterschriften

Donnerstag, 06. März 2008, 09:00 Uhr

Die Schulpflege solle doch von weiteren Mehrklassen absehen. Dies bezweckt eine Petition von verschiedenen Schwerzenbacher Eltern. Um das zu erreichen, wollten sie in den kommenden Tagen auf Unterschriftensammlung gehen und die entsprechenden Bögen dann Mitte März der Primarschulpflege überreichen. Zumindest war das so geplant.


Doch jetzt muss alles viel schneller gehen. «Bereits am Donnerstagabend will die Schulpflege abschliessend über dieses Traktandum befinden», sagte gestern Claudia Untersander, eine der Initiantinnen. Der Entscheid sollte also heute Abend fallen. Nur hat Untersander davon erst gestern erfahren.

 

Deshalb muss jetzt alles viel schneller gehen. Gestern Nachmittag und Abend wurden deshalb die Quartiere abgeklappert und mit Hochdruck Unterschriften gesammelt, damit die Übergabe heute vor 19 Uhr geschehen kann. «Das werden sicher weniger Unterschriften sein, als wir uns ursprünglich erhofft hatten», glaubt Untersander. Trotzdem möchte man so ein Zeichen setzen.


Dass überhaupt eine Petition gegen diese Mehrklassen eingereicht werden soll, begründet Untersander mit «schlechten Erfahrungen», die Schwerzenbacher Eltern gemacht hätten, deren Kinder bereits heute Mehrklassen besuchen. Aus diesem Grund hätten sich mehrere Eltern schulpflichtiger Kinder zusammengefunden. Man müsse jetzt etwas unternehmen, so die Folgerung.

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Keine Erfahungen kommuniziert

Auf das kommende Schuljahr hin prüft die Schulpflege, ob bis zu zwei weitere Mehrklassen in der Unterstufe eingeführt werden könnten. Laut Claudia Untersander würde das bedeuten, dass neben drei Regelklassen mit Schülern eines Jahrgangs auch drei Mehrklassen mit Schülern verschiedener Jahrgänge geführt würden.


Die Eltern bemängeln, dass die Schulpflege bislang nicht über die gemachten Erfahrungen mit den bestehenden Mehrklassen in Schwerzenbach kommunizierte. Dass pro Stufe mit den Überbeständen der Jahrgänge zumindest eine Mehrklasse geführt werden muss, findet Untersander nachvollziehbar. «Dass aber zu Lasten der Regelklassen ohne ersichtlichen Grund weitere Mehrklassen gebildet werden sollen, leuchtet nicht ein.»

Gefahr der Ablenkung

Die Ablenkung sei einfach grösser, wenn die eine Gruppe selbständig lernen soll und zugleich der Lehrer einer anderen Gruppe etwas erkläre, meint Claudia Untersander weiter. Die Kinder würden der anderen Gruppe zuhören. «Und vielen ist es so auch zu laut im Klassenzimmer.» Zudem sei das Konzept der Mehrklassen auch für die Lehrer aufwändiger und dementsprechend eine grosse Herausforderung.

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