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Petition zur Erhaltung erfolgreich

In Maur geht weiterhin die Post ab

Mit Hilfe von fast 1700 Unterschriften wollte Maur seine letzte «richtige» Poststelle retten. Mit Erfolg. Laut Post-Mediensprecher Markus Werner war jedoch eher die Angebotssituation in der Gemeinde ausschlaggebend.

Deborah
von Wartburg
Mittwoch, 06. Dezember 2017, 20:01 Uhr Petition zur Erhaltung erfolgreich
Sie bleibt. Die Poststelle in Ebmatingen konnte mindestens bis Ende 2020 gesichert werden. (Archivbild: Nicolas Zonvi)

Für einmal gibt es Good News von der Post: Die Petition, die Maur im Juni mit fast 1700 Unterschriften zur Rettung der «letzten richtigen» Poststelle der Gemeinde lancierte, zeigte Erfolg. Der Schalter in Ebmatingen bleibt der Gemeinde mit vollständigem Service erhalten. Sie wird von der sogenannten «Gefährdungskarte», welche die Post im Sommer veröffentlichte, gestrichen.

Das kommuniziert die Post heute. Gemeindepräsident Roland Humm (SVP) kündigte den Erfolg für Maur bereits am Montag an der Gemeindeversammlung an. Ihn freue dies enorm. «Unsere Petition wurde offensichtlich erhört», sagte er am Montagabend im Loorensaal. Laut Post–Mediensprecher Markus Werner habe die Maurmer Petition tatsächlich einen Einfluss auf die Entschluss gehabt.

«Jetzt ist es wichtig, dass wir die Post auch nutzen»

– Gemeindepräsident Roland Humm

Doch entscheidend seien die Zahlen gewesen: Bei der Überprüfung der Kundensituation habe man die Nutzungsströme analysiert. «Und wir sind zum Schluss gekommen, dass die Post noch genug genutzt wird.» Beziehungsweise wolle man erst einmal abwarten, wie sich das Kundenverhalten in den nächsten Jahren entwickle. Einfluss auf dieses Ergebnis habe sicher auch der Abbau bei den anderen Maurmer Poststellen gehabt: In Forch und Maur wurde auf eine Agenturlösung umgestellt und die Post in Binz wurde komplett aufgehoben.

Für andere Gemeinden, die um ihre Poststelle kämpfen wollten, gebe es keine Patentrezepte sagt Werner. «Wir lassen eine Petition natürlich in unsere Abwägungen miteinfliessen. Gleichzeitig müssen wir auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen.» Ausserdem sei die Petition natürlich ein grosses Kompliment an die Angestellten in der Filiale.

Zeit nach 2020 noch unsicher

Trotz der guten Nachricht will Werner noch keine Aussagen zum Zeitraum nach 2020 treffen. «Das Nutzugsverhalten der Kunden ändert sich laufend und verlagert sich tendenziell immer mehr in den Online-Bereich.»
Wie es nach der garantierten Laufzeit weitergehe, müsse man zu gegebener Zeit neu beurteilen. Auch Gemeindepräsident Humm appelierte am Montag an die Eigenverantwortung der Maurmer. «Jetzt ist es wichtig, dass wir die Post auch nutzen», sagt Humm. Denn nur ein ausreichender Gebrauch der Dienstleistungen könne den Verbleib der Poststelle längerfristig garantieren.

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