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Auf der Forchautobahn Lenker bedroht

Kein Gratis-Anwalt für Egger Rowdy

Ein Autofahrer soll auf der Forchautobahn einen anderen Lenker drangsaliert und bedroht haben. Nun hat das Bundesgericht entschieden, dass der Fehlbare keinen Anspruch auf einen vom Staat bezahlten Anwalt hat.

Urs-Peter
Inderbitzin
Mittwoch, 19. April 2017, 08:35 Uhr Auf der Forchautobahn Lenker bedroht
lediglich einen Abstand von 4 bis 6 Meter hielt der Verkehrsrowdy zu seinem Vordermann. (Symbolbild: Kantonspolizei Zürich)

Der Vorfall hatte sich im Februar 2014 zugetragen. Gemäss der Schilderung der Staatsanwaltschaft folgte ein Lenker auf der Forchautobahn einem anderen Verkehrsteilnehmer zwischen Zumikon und Egg lediglich mit einem Abstand von 4 bis 6 Metern. Und dies bei Tempi zwischen 90 und 105 Kilometern pro Stunde. In der Folge hielt der drangsalierte Autofahrer sein Fahrzeug beim Kreisel bei der Autobahnausfahrt Egg an und stieg aus, um den Verkehrsrowdy zur Rede zu stellen.

Dieser blieb in seinem Wagen, behändigte ein Klappmesser und hielt dieses – ohne es zu öffnen – seinem Widersacher vor die Nase. Der auf diese Weise bedrohte Mann kehrte daraufhin zu seinem Auto zurück. Der mutmassliche Abstandssünder folgte dem Autofahrer über eine längere Distanz, bis er von der via Notruf alarmierten Kantonspolizei angehalten und kontrolliert wurde. Die Polizei stellte ein Pistolenmagazin mit 14 Patronen sowie das Klappmesser sicher.

Blosser Bagatellfall

Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen den Abstandssünder. Dieser stellte in der Folge bei der Einzelrichterin in Strafsachen des Bezirks Uster ein Gesuch um Bestellung einer amtlichen, vom Staat finanzierten Verteidigung. Die Richterin wies das Gesuch ab. Nicht anders entschied auch das Zürcher Obergericht, worauf der Fall beim Bundesgericht landete. In Lausanne argumentierte der Angeschuldigte unter anderem, das gegen ihn geführte Verfahren sei von einer rechtlichen Komplexität geprägt, weshalb er der Verteidigung eines erfahrenen Anwalts bedürfe.

Das Bundesgericht hat das Gesuch nun ebenfalls abgewiesen. Es geht davon aus, dass es sich weder um einen komplexen Sachverhalt handelt noch dass komplizierte Abklärungen notwendig sind. Es gehe einzig darum, ob der angeschuldigte Lenker einen ungenügenden Abstand eingehalten habe und ob er in der anschliessenden mündlichen Auseinandersetzung ein Klappmesser behändigt und seinem Widersacher entgegengehalten habe. Ein Bagatellfall ohne rechtliche Schwierigkeit, meint das Bundesgericht.

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