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Keine Angst vor Mädchen

Drei Jungs für Eggs D-Juniorinnen

Drei 16-jährige Jungs trainieren die D-Juniorinnen des FC Egg. Mit Erfolg. Die Jungtrainer waren selber überrascht, wie wenig sich das Training von Jungen und Mädchen unterscheidet.

Olivia
Maurer
Sonntag, 26. März 2017, 14:35 Uhr Keine Angst vor Mädchen
Yannic Nyffenegger, Joel Gujer und Severin Kym (von links) auf dem neuen Kunstrasen des Fussballclubs Egg. (Bild: Olivia Maurer)

Es gibt kaum einen Fussballclub, der nicht unter dem Mangel an Trainern leidet. Ein Problem, welches der Fussballclub Egg seit vergangenem Sommer nicht mehr hat. Mit den Jungs Joel Gujer, Severin Kym und Yannic Nyffenegger hat der Verein gleich drei junge Trainer dazugewonnen. Die 16-jährigen Egger haben den Trainerposten bei den Juniorinnen D übernommen.

«Mein Vater trainierte die Juniorinnen C», erzählt Kym. «Dann war es an der Zeit, mit den jüngeren Jahrgängen von 2004 bis 2008 eine neue Juniorinnen-D-Mannschaft zu starten.» Für Severin eine Ehrensache, dabei mitzuhelfen. Als aktiver Kicker steht er bei den Junioren B des FC Egg auf dem Platz. Zur Unterstützung holte er seine beiden Teamkollegen Joel und Yannic.

Mädchen sind Hart im Nehmen

Gemeinsam haben sich die drei Jungs ihr Trainerwissen angeeignet. Die Ideen für Übungen und Strategien holen sie sich aus dem eigenen Training. «Die Übungen sind meistens nur leicht abgeändert», sagt Joel Gujer. Dass sie dabei Mädchen im Alter von erst neun Jahren trainieren, stört die drei Egger nicht. «Aufgrund des jungen Alters erkennt man rasch die Fortschritte der Mädchen», sagt Yannic Nyffenegger.

Auch die Tatsache, dass 12 Mädchen bei ihnen das Kicken lernen, findet Severin Kym weiter nicht schlimm. «Es gibt keinen Unterschied zwischen Mädchen und Jungs im Training.» Die anderen beiden nicken bestätigend, und Severin fügt an: «Sie sind genauso hart im Nehmen wie wir Jungs.»

Tabellenführung als Motivation

Die Juniorinnen haben die Vorrunde auf dem 1. Rang beendet. Diese Leistung macht auch Vorstandsmitglied Denis Leutenegger des Fussballclubs Egg stolz. «Die drei Jungs sind eine Bereicherung für unseren Verein», sagt Leutenegger. Trotz ihrem Alter hatte Leutenegger keinerlei Bedenken. «Sie waren von Anfang an sehr motiviert.»

Yannic Nyffenegger verrät das Erfolgsrezept der drei Nachwuchstrainer. «Der Teamgeist hat oberste Priorität. Jeder rennt für jeden.» Joel Gujer ergänzt: «Wir haben auch einen Schlachtruf vor den Spielen, der gehört jeweils zum Ritual und schweisst zusammen.»

Die Juniorinnen geniessen den Erfolg ihrer Mannschaft. «Seit wir von den dreien trainiert werden, gewinnen wir – früher haben wir oft verloren», sagt Rea Loher. Auch die 11-jährige May Zuppiger rühmt ihre Trainer: «Es macht Spass mit ihnen. Sie sind streng, aber sie überfordern uns nicht.»

Vom Trainer zum Spieler

Die drei Jungs verbringen mittlerweile fast ihre gesamte Freizeit auf dem Fussballplatz Egg. Denn gleich nach dem Training mit den Juniorinnen müssen die drei ihre Leistung auch im eigenen Team beweisen. «Dazu kommen die Matchs an den Wochenenden mit den Juniorinnen und unserer eigenen Mannschaft», sagt Joel Gujer. Ein enormes Zeitpensum für die beiden Schüler und den Lehrling. «Wenn es einer von uns zeitlich nicht schafft, bleiben aber immer noch zwei übrig», sagt Yannic Nyffenegger.

Dass die Jungs das harte Programm freiwillig in Kauf nehmen ist nicht selbstverständlich, sagt Leutenegger. «Es wird immer schwieriger, motivierte junge Leute für Trainerrollen zu finden. Heute will sich keiner mehr verpflichten.» Er selbst hat die Rolle des Trainers auch bereits in jungen Jahren ausgeübt. «Der einzige Unterschied von mir und diesen Jungs ist, dass wir dannzumal die ersten acht Spiele verloren haben», sagt Leutenegger und lacht.

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