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Wie steht es eigentlich um die Zoo-Seilbahn?

Wie steht es eigentlich um die Zoo-Seilbahn?

Gemeinderat Hans Baumann (SP/Grüne) wollte vom Dübendorfer Stadtrat wissen, wie der Stand des Seilbahnprojektes «Zoo» sei. Die Antwort: Das öffentliche Interesse werde neu bewertet, sobald Sachfragen geklärt seien. Die Bevölkerung könne sich frühestens im Jahr 2017 einbringen.

Deborah
von Wartburg
Montag, 12. Dezember 2016, 19:50 Uhr
Die Seilbahn bleibt weiterhin ein Diskussionsthema im Dübendorfer Stadtrat. (Visualisierung: zvg)

Der rot-grüne Gemeinderat Hans Baumann reichte beim Dübendorfer Stadtrat eine schriftliche Anfrage ein. Er wollte wissen, wie der Stand des Seilbahnprojektes «Zoo» ist. Diese sollte den Bahnhof Stettbach direkt mit dem Zürcher Zoo verbinden und sorgte bereits für viele Diskussionen in der Politik (wir berichteten). In seiner publizierten Antwort verwies der Stadtrat auf das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, welches in seinem Urteil vom 4. September 2014 entschieden habe, den Gestaltungsplan aufzuheben und an die Baudirektion zurückzuweisen.

Diese solle, so der Stadrat, nebst den Sicherheitszonen um den Flughafen Zürich Kloten und einer allfälligen Beeinträchtigung der Siedlungen Mattenhof und Klösterli vorab ergänzende Sachverhaltsfragen klären. Insbesondere solle das aktuelle und künftige Verkehrsaufkommen des Zoos sowie der mittels Seilbahn Zoo zu erwartenden Veränderung der Aufteilung auf die verschiedenen Verkehrsmittel geklärt werden.

Öffentliches Interesse neu gewichten

Gestützt darauf solle dann die Erschliessung der Talstation in Stettbach grundsätzlich geregelt werden. Auf dieser Basis sei einerseits eine Abwägung des öffentlichen Interesses an der Erstellung der Seilbahn neu zu gewichten und schliesslich eine Gesamtabwägung der betroffenen öffentlichen und privaten Interessen vorzunehmen.

Dies auch unter Einbezug der regionalen und kommunalen Planung sowie des Grundsatzes, dass die Erschliessung von Baugebiet durch das Siedlungsgebiet führen soll. Ausserdem soll das Interesse an der ungeschmälerten Erhaltung der Landschaft berücksichtigt werden.

Das Amt für Raumentwicklung (ARE) und der Zoo haben nach einer Analyse dieses Urteils entschieden, in einem ersten Schritt das vom Gericht verlangte, unabhängige Verkehrsgutachten erstellen zu lassen. Es sei davon auszugehen, dass auf dieser Basis das ARE zusammen mit dem Zoo gemäss Vorgabe des Gerichts die Verkehrserschliessung der Talstation in Stettbach prüfen und die verlangten Interessenabwägungen vornehmen wird.

Falls öffentliches Interesse, neue Vorlage möglich

Sollte das ARE zusammen mit dem Zoo zur Erkenntnis gelangen, dass ein öffentliches Interesse an der Errichtung der Seilbahn besteht, wird der Kanton erneut eine Vorlage für einen kantonalen Gestaltungsplan ausarbeiten und in einem ersten Schritt in die öffentliche Auflage und Mitwirkung geben, sodass sich die Stadt Dübendorf, aber auch die Bevölkerung dazu äussern können. Eine solche öffentliche Auflage und Mitwirkung sei jedoch frühestens im Jahr 2017 zu erwarten.

Kosten von rund 17'700 Franken

Auf Anfrage von Baumann teilte der Stadtrat ausserdem mit, dass im Projekt rund um die Seilbahn bisher lediglich Anwaltskosten von rund 23'000 Franken angefallen seien. Von diesen seien jedoch nochmals 5000 Franken abzuziehen, die die Stadt vom Gericht zugesprochen bekommen habe.

Ausserdem betont der Stadtrat in seiner Medienmitteilung, dass die Anliegen der Bevölkerung auch künftig eingebracht werden sollten. Dem Natur- und Landschaftsschutz sowie der angrenzenden Quartiere sei jedoch auch ein entsprechendes Gewicht einzuräumen. (dvw)

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