×

Dübendorf tritt aus Konferenz für Sozialhilfe aus

Die Dübendorfer Sozialbehörde wirft der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe vor, jeglichen Bezug zur heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realität verloren haben. Sie hat deshalb den Austritt der Stadt aus der Konferenz beschlossen.

Freitag, 31. Mai 2013, 13:19 Uhr

Die Stadt Dübendorf tritt per Ende Jahr aus der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) aus. Dies hat die Dübendorfer Sozialbehörde in ihrer Sitzung vom Dienstag beschlossen, wie sie mitteilt. Die Sozialbehörde Dübendorf stehe «klar zu einer anständigen und wirksamen Sozialhilfe als letztem Netz der Sozialversicherungen». Ebenso klar setze sie sich gegen Missbrauch und renitente Sozialhilfebezüger ein. Doch, so argumentiert die Sozialbehörde, habe die SKOS aus ihrer Sicht «jegliche Realität zur heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation verloren». Vorfälle wie kürzlich in Berikon/AG, wo der SKOS-Präsident das Bundesgerichtsurteil gelobt und gleichzeitig die betroffene Gemeinde öffentlich gerügt hätte, hätten Menschen empört und dazu beigetragen, dass sich immer mehr Gemeinden vom privaten Fachverband distanzieren. So auch Dübendorf.

Im weiteren würden die Richtlinien der SKOS «nach wie vor in eine falsche Richtung zielen», so dass Niederiglohnverdienende («Working Poors») gegenüber Sozialhilfebeziehenden benachteiligt werden.

Doch die Kritik gelte nicht als Attake auf die Sozialhilfe oder die SKOS, betont die Sozialhilfe, sondern solle zum Anlass dienen, «das System ‹Sozialhilfe› gründlich zu überdenken». Darum fordert sie den Regierungsrat auf, die Verbindlichkeiten der SKOS-Richtlinien umgehend grundsätzlich zu überprüfen und durch den Bund eine einheitliche Rechtsgrundlage zu schaffen.

Kommentar schreiben

Kommentar senden