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Angst vor Drohnen-Crashs: Skyguide prüft Massnahmen

Ein Untersuchungsbericht zu einem Beinahe-Zusammenstoss mit einer Swiss-Maschine macht deutlich: Drohnen werden zunehmend zur Gefahr für Flugzeuge. Nun wird auch die Skyguide aktiv.

Christian
Zürcher
Mittwoch, 28. Dezember 2016, 10:37 Uhr
Wenn Drohnen Flugzeugen in die Quere kommen, wird es gefährlich. (Bild: Fotolia)

Immer mehr Private besitzen Drohnen. Die ferngesteuerten Flugobjekte werden beispielsweise gerne für spektakuläre Luftaufnahmen verwendet und sind meist auch für Laien leicht zu bedienen. Hemmnisse für den Einsatz gibt es also kaum – doch dadurch entstehen auch Gefahren im Luftraum.

Im Umkreis von 5 Kilometern rund um Flugplätze dürfen Drohnen in der Schweiz nicht fliegen, nur wissen davon viele Besitzer nichts (wir berichteten). Gravierend wird es dann, wenn eine Drohne einem Flugzeug zu nahe kommt. «Eine Kollision mit einer Drohne ist derzeit das, wovor ich mich im unteren Luftraum am meisten fürchte», sagt etwa Ronny Walther, Leiter des Flugplatzes Speck.

Unter Umständen kann eine Kollision zum Absturz führen. Nicht nur kleinere Flugzeuge sind gefährdet, sondern auch grössere Maschinen auf Linienflügen.

Bessere Überwachung nötig

Die in Dübendorf ansässige Skyguide ist laut der «NZZ» daran, Antworten auf die Problematik auszuarbeiten. Mit dem Aufkommen der Drohnen ergeben sich für die Flugsicherung rund um den Flughafen Zürich neue Herausforderungen, welche man mittels einer eigenen Strategie meistern will. Noch ist vieles nicht ausformuliert, doch nennt Sprecher Vladi Barrosa zwei Orientierungspunkte: Einerseits wolle man auf technologischem Weg versuchen, Drohnen auf Radargeräten sichtbar zu machen, andererseits müssten bestehende Rahmenbedingungen überdacht und neu ausgearbeitet werden. «Drohnen müssen ihren Platz im Luftraum finden und in den bestehenden Verkehr integriert werden», sagt Barrosa.

Zum Umdenken bei den zuständigen Stellen geführt hat unter anderem die Publikation eines Untersuchungsberichts zu einem Vorfall, der sich im Sommer 2016 in London ereignete. Eine Drohne war einer Swiss-Maschine, die sich im Landeanflug auf den Flughafen Heathrow befand, bis auf 20 Meter auf die Pelle gerückt, ein Zusammenstoss hatte nur mit Glück vermieden werden können. Ein Ausweichmanöver in nur noch 1000 Metern Höhe wäre laut Bericht «zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich gewesen». Auch wird festgehalten, dass Massnahmen, um die kleinen und deshalb oft nicht gut zu identifizierenden Drohnen frühzeitig erkennbar zu machen, «zwingend» seien.

Ballonwettbewerbe müssen angemeldet werden

Als Reaktion darauf publizierte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) die bestehenden Regeln mit Flugverboten in den sogenannten Kontrollzonen rund um Flughäfen und Flugplätze. Auf interaktiven Karten sind die betreffenden Regionen eingezeichnet. Eine Spezialbewilligung muss dabei nicht nur einholen, wer eine Drohne fliegen lassen will. Reguliert und gegebenenfalls von der Flugsicherungsstelle koordiniert werden etwa auch Ballonwettbewerbe, Himmelstrahler und Laser oder Fallschirmsprünge (eine Übersicht gibt es hier).

In den rot umrandeten Zonen dürfen keine Drohnen fliegen. (Quelle: map.geo.admin.ch/Grafik: Andreas Steiner)

Werde das Verbot missachtet, setze man sich umgehend mit der Polizei in Verbindung, sagt Skyguide-Sprecher Barrosa. Drohnen in Flughafennähe seien von Piloten im Landeanflug auch in Zürich schon gemeldet worden. (zür)

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