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Angele schwänzte Zivilschutz – Geldstrafe

Der Dübendorfer SP-Gemeinderat Patrick Angele ist zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er zum vierten Mal einem Aufgebot des Zivilschutzes nicht gefolgt war.

Montag, 26. September 2011, 22:25 Uhr

«Ich lehne den Zivilschutz aus poli­tischer Überzeugung ab», sagt der 25-jährige Patrick Angele vor dem Bezirksgericht Andelfingen, «denn Zivilschutz ist nichts anderes als staatliche Zwangsarbeit.» Angele gehört dem Dübendorfer Stadtparlament an und kandidiert zurzeit auf der SP-Liste für den Nationalrat – und zwar auf dem recht aussichtsreichen Platz 8. Wegen eines Gehörschadens nicht militärdiensttauglich, hat er bisher alle Aufgebote zum Zivilschutzdienst ignoriert, weshalb er sich jedes Mal einen Strafbefehl «wegen Vergehens gegen das Bundesgesetz über den Bevölkerungs- schutz und den Zivilschutz» einhandelte. Das erste Mal 2007, als er mit 24 Stunden gemeinnütziger Arbeit bestraft wurde. Das zweite Mal 2008. Damals betrug die Strafe bereits 80 Stunden. Auch beim dritten Mal wurde er zu gemeinnütziger Arbeit ver- pflichtet. Statt die 220 Stunden zu absolvieren, zog er eine Begleichung in Geldform vor.

Diesmal unbedingt

Im vorliegenden Fall hätte er am 24. Januar dieses Jahres im Zivilschutzzentrum Andelfingen zu einem zweiwöchigen Ausbildungsdienst einrücken sollen. Was er einmal mehr nicht tat. Deshalb bedachte ihn die Staatsanwaltschaft mit einem weiteren Strafbefehl – mit einer unbedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 60 Franken. Dazu kommen noch Verfahrenskosten von 900 Franken.

Die Geldstrafe «ist zu vollziehen», sagt der Staatsanwalt, «weil der Beschuldigte wiederholt und einschlägig delinquierte, weil er sich durch dieses Verhalten äusserst uneinsichtig zeigt und weil er nicht gewillt ist, sich an die Rechtsordnung zu halten». Angele verlangte eine gerichtliche Beurteilung des Strafbefehls.

«Ich werde auch in Zukunft keinen Zivilschutz leisten», sagt der junge Mann zum Einzelrichter. «Es kann doch nicht so weitergehen, dass ich von Mal zu Mal härter bestraft werde. Man soll mich doch einfach aus dem Zivilschutz ausschliessen.» Seinen Beitrag für die Gesellschaft leiste er durch seine Parlamentsarbeit und sein Engagement in Vereinen.

Der Richter zeigte Verständnis, verurteilte Angele «auf einer Basis der Vernunft» zu 30 Tagessätzen zu 60 Franken unbedingt und verwies ihn zur Klärung der Ausschlussfrage ans Amt für Militär und Zivilschutz.

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