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Neue Pächter im Café Dreispitz

Das Wilemer Ärztepaar Mösch hat Thomas Aegerter das Café Dreispitz abgekauft. Pächter werden ihr Sohn Simon Mösch, Schwiegertochter Monica und zwei ihrer Freunde. Im Februar wollen sie eröffnen.

Stine
Wetzel
Sonntag, 06. November 2016, 18:19 Uhr
Die Neuen im Café Dreispitz an der Tablatstrasse: Gemeinderat Simon Mösch (BDP) und seine Frau Monica wollen das Café wieder zum Dorftreffpunkt machen. (Bild: Nicolas Zonvi)

Über 20 Jahre führte Thomas Aegerter das Café Dreispitz in Wila, gleich neben den Gleisen. Im September reduzierte er die Öffnungszeiten: Gäste können nur noch wochentags von neun bis elf Uhr im «Dreispitz» einkehren. Inzwischen hat Aegerter verkauft. Über diesen Schritt reden will er nicht. «Der Verkauf hat persönliche Gründe.»

Den Zuschlag bekamen die Nachbarn: Hausarzt Hans-Peter Mösch und Psychiaterin Daniela Mösch-Schmid kauften das Gebäude. Die beiden Wohnungen in den oberen Etagen wollen sie weiterhin vermieten. Auskünfte zum Kauf gibt Hans-Peter Mösch nicht. Stattdessen verweist er auf seinen Sohn Simon: Das Restaurant werde nämlich der Junior pachten. Zuletzt machte der 22-jährige Student von sich reden, als er im Juni in den Gemeinderat gewählt worden war (wir berichteten). «Wir brauchen einen Ort, an dem sich die Wilemer treffen können», sagt Mösch, «warum also diese Aufgabe mit dem Café Dreispitz nicht selbst übernehmen?»

Projekt von Freunden

Mösch ist zwei Häuser weiter aufgewachsen. Im Erdgeschoss haben seine Eltern ihre Arztpraxen, im Obergeschoss wohnt die Familie. «Thomas und Irene Aegerter haben das Restaurant lange mit viel Elan geführt», sagt Mösch. In seiner Kindheit sei das «Dreispitz» immer voll gewesen. «Es wäre schade, wenn es das Café nicht mehr gäbe», sagt Mösch. «Daher soll das ‹Dreispitz› auch an den Abenden und an den Wochenenden wieder ein Ort für das Volk werden – mit guter Küche zu vernünftigen Preisen.»

Erfahrungen in der Gastronomie hat Mösch keine. Ausserdem fehlen ihm für seinen Studiumsabschluss in Volkswirtschaft an der Universität Zürich noch zwei Kurse und die Bachelorarbeit. Trotzdem will er zusammen mit seiner Frau Monica und zwei Freunden das Restaurant schon im Februar eröffnen. Die Peruanerin will im Service arbeiten. «Das wird auch für mich eine neue Erfahrung», sagt die 25-Jährige. In Peru hatte sie mit ihrem Vater einen Schmuckladen geführt.

Ceviche zum Probieren

Baulich bleibt das «Dreispitz», wie es ist. «Aber das Erscheinungsbild werden wir wohl schon etwas verändern. Es soll heimeliger werden», sagt Mösch. Für Mösch ist ein «nachhaltiges Konzept» wichtig: «Weil es ein Restaurant für das Dorf ist, sollen die Wilemer auch ihre Wünsche einbringen können.» Toll wäre es, sagt Mösch, wenn auch seine Generation wieder mehr an Wila gebunden werden könnte.

Ideen hat er. Mösch könne sich beispielsweise vorstellen, dass mit dem peruanischen Koch und seiner Frau die südamerikanische Küche Einzug in Wila hält: Im «Dreispitz» könnten die Gäste an Spezial-Events Ceviche oder Estofado probieren, rohen, marinierten Fisch und Eintopf mit Rindfleisch. «Peru hat keine Sportmannschaft, auf die es stolz sein kann, dafür aber eine fantastische Küche.» Er selbst kennt Peru von einem Auslandsaufenthalt vor drei Jahren, während dem er auch Monica kennenlernte.

Ob er seine Zukunft tatsächlich in der Gastronomie sieht, kann Mösch nicht beantworten. «Ich will aber in meinem Leben etwas machen, das ich sinnvoll finde.» Und den Wilemern ein Restaurant zurückzugeben, in dem sie Jassabende und Stammtische abhalten können, sei für ihn sinnvoll. «Ich schliesse es aber nicht aus, mich mit der Zeit aus dem Service zurückzuziehen und mich auf die Finanzen zu konzentrieren», sagt Mösch.

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