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Schlampe-SMS blieb straflos

Eine Mazedonierin aus Wila hat ihre Cousine in einem SMS als «Schlampe» bezeichnet. Die Staatsanwalt hat sich mit dem Vorfall befasst.

Mittwoch, 01. Oktober 2014, 11:36 Uhr

Nicht jede Ehrverletzung, die vor den Kadi kommt, ist strafbar. Dies erfuhr eine ­Mazedonierin aus Wila. Die 28-Jährige hatte ihrer Cousine im Frühling ein SMS geschickt und sie in der Botschaft als «Schlampe» bezeichnet. Die Empfängerin erstattete Anzeige, worauf sich der Staatsanwalt mit der ­Sache zu befassen hatte. Obwohl der Begriff «Schlampe» die Cousine «in ihrer Ehre verletzte», was die SMS-Verfasserin sehr wohl gewusst habe, sah der Staatsanwalt von einer Sanktion ab. Er tat dies gemäss einem kürzlich erlassenen Strafbefehls in Anwendung eines Gesetzesartikels, der ihm erlaubt, auf eine Strafe zu verzichten, «wenn Schuld und Tatfolgen geringfügig sind».

Ganz folgenlos blieb die Sache für die Mazedonierin doch nicht. Denn die Kosten des Strafverfahrens von 200 Franken, die muss sie zahlen.

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