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Schlechte Arbeit zu überrissenen Preisen

Zweifelhafte Handwerker

Schlechte Arbeit zu überrissenen Preisen

Dubiose Handwerker sind in der ganzen Schweiz unterwegs und erledigen Unterhaltsarbeiten an Häusern zu überrissenen Preisen. Verschiedene Medien haben über derartige Vorfälle in der ganzen Schweiz berichtet – auch in Uster waren sie unterwegs.

David
Marti
Donnerstag, 12. Juli 2018, 08:45 Uhr Zweifelhafte Handwerker
Handwerker mit betrügerischer Absicht wurden gemäss 20 Minuten auch in Uster gesichtet. (Archivfoto: Eduard Gautschi)

Sie reinigen Dächer, entfernen Laub aus Schächten oder verputzen Risse an der Fassade. In letzter Zeit bieten dubiose Handwerker direkt vor Ort diese Arbeiten gegen Bargeld an. Ausgeführt werden sie aber nur mangelhaft oder gar nicht. Wie verschiedene Medien berichten, sprächen die Arbeiter Englisch und seien in Fahrzeugen mit irischen Nummernschilder unterwegs.

Anscheinend versuchten sie diese Masche auch in Uster. Dort habe eine Gruppe Englisch-sprechender-Handwerker einen Plattenweg in einer Siedlung reinigen wollen, wie ein Leserreporter gegenüber 20 Minuten erzählte. Nachdem man Ihnen gesagt habe, man wolle das nicht, seien sie aggressiv geworden.

Ein Leserreporter von 20 Minuten hat die Handwerker bei der Arbeit gefilmt:

Polizei hilft nicht immer

Der Ustermer habe daraufhin die Polizei gerufen. «Die sagte mir, man könne nichts machen.» Laut Kapo-Sprecher Ralph Hirt könne die Polizei nur eingreifen, wenn die Hausierer noch vor Ort sind und eine strafbare Handlung begangen oder angedroht hätte. Dass zwielichtige Handwerker vor Ort Hausbesitzern ihre Dienste anbieten und nachher den vereinbarten Preis teils massiv erhöhen oder die Arbeiten nicht wunschgemäss ausführen, komme immer wieder mal vor.

Damit das nicht geschieht, empfiehlt Hirt:

  • Sich nicht von günstigen Preisen verleiten lassen.
  • Die Arbeiter müssen eine Reisendenbewilligung und eine sogenannte Meldebestätigung vorweisen können. Ist dies nicht der Fall, ist die Polizei oder die Kontrollstelle AWA beizuziehen.
  • Kostenvoranschlag schriftlich einfordern, dieser ist plus-minus zehn Prozent verbindlich.
  • Auftrag nicht sofort  vergeben. Zuerst soll man sich im Internet oder anderswo erkundigen.
  •  Nicht unter Druck setzen lassen. Der Kunde bestimmt was, wann und wo erledigt wird und nicht der Ausführende.
  • Geld nur gegen Quittung; Achtung, einmal bezahltes Geld lässt sich nur auf dem zivilrechtlichem Weg einfordern.
  • Wenn nichts hilft, die Polizei kontaktieren.

Ob vermehrt Meldungen zu diesem Thema reinkommen, sei schwer zu sagen, so Hirt. «In der Region Zürcher Oberland sind während eines Jahres aber nur ein bis zwei Meldungen bei der Kapo eingegangen, welche strafrechtliche Verfahren zur Folge hatten.»  (zo) 

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