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Ein Pfäffiker steckt hinter dem neuen Globi-Buch

Im neuen Globi-Buch erklärt der blaue Papagei Kindern die Welt der Energie. Der Pfäffiker Wissenschaftsjournalist Atlant Bieri hat die Texte dazu geschrieben - und dabei mehr gelernt als in seinem Studium.

Montag, 31. Oktober 2016, 13:51 Uhr
"Klimaerwärmung geht uns alle an", sagt Atlant Bieri. (Bild: Nicolas Zonvi)

Zu jedem Termin hat Atlant Bieri das T-Shirt getragen: als er Swissgrid besuchte, die nationale Stromnetzgesellschaft, oder das Pumpspeicherkraftwerk Mapragg im Taminatal. Auf dem T-Shirt: die Comicfigur Globi, wie er von Tieren umringt ein Solarpanel reinigt. Der Pfäffiker hat das Shirt vom Globi-Illustrator Daniel Müller zeichnen
lassen. «Die Leute reagierten begeistert, wenn sie es sahen», sagt Bieri. «Globi kennt jeder, er ist eine Sympathiefigur.»

Bieri, studierter Umweltwissenschaftler und Journalist, hat das neue Globi-Sachbuch geschrieben. Darin erklärt der blaue Papagei Kindern das Thema Energie. Zusammen mit einem Geschwisterpaar geht er den Ursachen der Klimaerwärmung auf den Grund und lernt alles über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Energieformen. An den Globi-Verlag herangetragen hat das Thema der Förderverein Energietal Toggenburg vor gut anderthalb Jahren. Dessen Experten haben massgeblich zur der Realisation des Buchs beigetragen.

Wissen spielerisch vermitteln

Als Bieri im Spätsommer des letzten Jahrs vom Orell-Füssli-Verlag angefragt wurde, ob er das Buch schreiben wolle, zögerte er nicht lange. Neben seiner Arbeit als freischaffender Journalist hatte er bereits mehrere Publikationen geschrieben, etwa ein Experimentier-Heft über Urzeitkrebschen oder einen selbst gezeichneten Comic über Blattläuse. «Kindern muss man Wissen spielerisch vermitteln», sagt Bieri, Vater eines sechsjährigen Buben. «Kinder finden das Thema Energie nicht von sich aus spannend, sondern weil Globi es spannend findet.» Der als Superman verkleidete Globi hat seinem Sohn am besten gefallen.

Die Botschaft des Buches ist klar: Die Klimaerwärmung kann nur aufgehalten werden, wenn weniger fossile Energien verbraucht werden. Eine politische Botschaft sieht Bieri nicht dahinter. «Der Klimawandel und dessen Ursachen sind wissenschaftlich belegt. Kein seriöser Forscher behauptet etwas anderes.»

Auch Bieri kommt im Buch vor

Die Klimaerwärmung, das ist Bieri bewusst, findet nicht direkt vor der eigenen Haustür statt. «Wir sehen nicht zu, wie die Korallen am Great Barrier Reef sterben oder riesige Eismassen in der Arktis abbrechen. Solche Ereignisse sind zu weit weg für uns.» Für Kinder ist das Thema abstrakt. «Ich will ihnen zeigen, dass Klimaerwärmung uns alle angeht.»

Der Pfäffiker hat sich im Buch selbst verewigt: Er taucht darin auf als Globis Freund, der in einem Haus aus den 1960er Jahren wohnt. Ein Haus mit dünner Isolation und einer Ölheizung – kein Paradebeispiel für ressourcenschonendes Wohnen. Das Haus sanieren zu lassen, kostet viel Geld. «Dar­an scheitern viele gute Vorsätze», sagt Bieri. Die Finanzierung sei mit ein Grund, warum die Energiewende nur in kleinen Schritten vorwärtskomme, sagt Bieri. «Aber ich werde meinen Nachfahren das Haus sicher nicht so hinterlassen.»

 «Das grösste Problem unserer Zeit»

Bieri will Kindern aufzeigen, was sie und ihre Familie selbst tun können, um ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten: Flugreisen möglichst vermeiden, wenig Fleisch essen, recyceln – und zwar ohne Mahnfinger.

Durch seine Arbeit sei ihm erneut bewusst geworden: «Die Klimaerwärmung ist das grösste Problem unserer Zeit.» Kommt sie denn irgendwann, die Energiewende? «Sie muss», sagt Bieri. «Sonst machen wir unseren Planeten kaputt.»

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