×
Pfäffiker ZSC-Torhüter

«Die Playoffs sind vorbei bevor der Bart gewachsen ist»

Lukas Flüeler aus Pfäffikon ist mit den ZSC Lions vor einer Woche im Viertelfinale ausgeschieden. Der Torhüter wurde nach zwei Spielen nicht mehr eingesetzt. Er sieht aber auch positives in der neuen Konkurrenzsituation mit Niklas Schlegel

Raphael
Mahler
Mittwoch, 22. März 2017, 10:44 Uhr Pfäffiker ZSC-Torhüter
Für die ZSC Lions und den Pfäffiker Lukas Flüeler (links) ist die Saison bereits zu Ende. (Keystone)

Lukas Flüeler, es sind schon ein paar Tage vergangen seit sie mit den ZSC Lions gegen Lugano im Playoff-Viertelfinal ausgeschieden sind. Haben Sie den Schock schon verdaut?

Lukas Flüeler: Ja der erste Schock ist verdaut, aber die Verarbeitung braucht noch etwas Zeit. Die Playoffs sind für uns vorbei bevor überhaupt ein Bart gewachsen ist, bevor die schönste Zeit überhaupt erst richtig angefangen hat – das ist schon hart und schwierig zu realisieren.

Wie sahen die letzten Tage aus?

Man trifft sich oft mit den Teamkollegen, geht ein Bier trinken und spricht über das was passiert ist. Niemand will in dieser Situation alleine sein.

Wie läuft bei Ihnen persönlich eine solche Verarbeitung ab?

Nach einem bitteren Aus bin ich zuerst eher verwirrt und weiss nicht so recht, wie ich meine Gefühle einordnen soll. Es herrscht in mir eine ziemliche Leere. Die richtige Verarbeitung beginnt dann bei mir erst in ein paar Wochen danach, wenn ich mir neue Ziele setzte.

«Ich weiss nicht so recht, wie ich meine Gefühle einordnen soll. Es herrscht in mir eine Leere.»

Trotzdem, Sie werden sich Gedanken gemacht haben. Wie fällt ihr Fazit der Serie aus?

Wie gesagt, das dauert. Aber klar, wir haben gegen ein sehr gutes und vor allem cleveres Lugano verloren. Wir selbst haben teils gut und teils weniger gut gespielt. Auswärts erreichten wir sicher nicht unser gewohntes Niveau. Dies ist erstaunlich, denn während der Saison spielten wir auswärts meist ziemlich gut.

Sie haben die ersten zwei Spiele gespielt und wurden danach durch Niklas Schlegel ersetzt. Wie sind sie mit ihrer Leistung zufrieden?

Ich bekam zweimal meine Chance und habe diese nicht ganz genutzt. Die erste Partie spielte ich ziemlich gut und wir haben auch gewonnen. Im zweiten Spiel zeigte ich in zwei Dritteln eine etwas schwächere Leistung. Der Trainer entschied sich danach für einen Wechsel, das musste ich akzeptieren. Es war klar, dass er nicht mehr so schnell wieder wechseln wird – das geht in den Playoffs einfach nicht. Du kannst nicht ständig einen anderen Torhüter ins Tor stellen, das sorgt für Unruhe.

«Ich bekam zweimal meine Chance und habe diese nicht genutzt.»

Es gab für Sie diese Saison aber auch positive Aspekte. Nach zwei schwierigen Jahren mit vielen Verletzungen konnten sie wieder beschwerdefrei spielen.

Ja darüber bin ich froh. Zu Beginn war das sehr emotional. Ich war glücklich, dass ich wieder zurück war und das ohne Beschwerden. Der Start verlief dann ziemlich gut und ich konnte Selbstvertrauen tanken. Aber ich habe mir die Torhüterposition fast die ganz Saison mit Niklas Schlegel geteilt (Flüeler spielte 30 Spiele, Schlegel 20 – die Red.), das war eine neue Ausgangslage für mich, an die ich mich erst gewöhnen musste. In den Jahren davor war ich gesetzt und insofern war die Situation vor den Playoffs auch neu, als ich nicht genau wusste ob ich spielen werde.

Es gab Spekulationen, dass es auf der Torhüterposition zu einem Wechsel kommen könnte. Spielen sie nächste Saison für die ZSC Lions?

Ja das steht für mich ausser Frage (Flüelers Vertag läuft bis 2020 – die Red.).

Letzte Frage: schauen sie sich die restlichen Playoffspiele an?

Nein. Eishockey interessiert mich nicht mehr bis nächsten Herbst. Ich freue mich jetzt auf die Ferien.

Kommentar schreiben