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Des Feuerwerk-Fans liebste Zeit

Der junge Pfäffiker Janosch Baer präsentiert am 1. August ein modern programmiertes Feuerwerk im Quartier Alte Mühle. Am liebsten hätte er das Feuerwerk an der offiziellen Feier in Pfäffikon gezeigt – doch er durfte nicht.

Mittwoch, 30. Juli 2014, 09:58 Uhr

Seit sechs Jahren wird im Quartier Alte Mühle in Pfäffikon ein grösseres Feuerwerk gezündet. Sein Urheber, der 19-jährige Janosch Baer, hat für dieses Jahr etwas Erstaunliches auf die Beine gestellt. Er zeigt seine elektrische Zündschaltung, deren Kanäle bereits auf Hundertstelsekunden genau programmiert sind. Für den Laien sieht das Schaltpult mit der angehängten komplizierten Elektronik in der Grösse eines voluminösen Laptops zunächst vor allem nach Kabelsalat aus. Der künftige Versicherungskaufmann erklärt die komplexe Anordnung und die vielfältige Nomenklatur der Feuerwerkskörper, die er zünden wird: Sind Chrysanthemen oder Palmen und sogenanntes Crackling – das wohlbekannte eher harmlose Knattern – gängige Bezeichnungen, gibt es auch abstrusere Namen wie zum Beispiel den Mitternachtsschnee. «Mehr will ich noch nicht verraten», sagt der Pfäffiker. «Ich habe noch eine Überraschung parat. Ich möchte auch Leute von ausserhalb anziehen.»

Kein Feuerwerk beim Kastell

Der Verkehrsverein Pfäffikon (VVP), der die Pfäffiker Bundesfeier organisiert, habe ihm leider die Bewilligung für ein Feuerwerk parallel zum Höhenfeuer beim Römerkastell nicht erteilt, so Baer. Nachdem die Gemeinde das Anliegen begrüsst hatte, wurde das Gesuch vom VVP abgelehnt. Der Grund liegt in der herkömmlichen Feier, an der jeder seine mitgebrachten Feuerwerkskörper selber zünden darf. Ausserdem, so VVP-Präsident Christoph Frei, gebe es schon alle zwei Jahre an Silvester ein imposantes Spektakel.

Offen sei man hingegen für ein kontrolliertes Abfeuern in grösserem Rahmen nach dem traditionellen Höhenfeuer am 1. August. Allerdings müsse dies mit der Bahn genau abgesprochen werden, betont Frei. Das Trassee liegt ja auch in unmittelbarer Nähe.

Etwas Grosses schaffen

Der ambitionierte Teenager Baer hat seine Show mehr als zur Hälfte aus seinem Lehrlingslohn berappt. «Mein Konzept ist, zusammen etwas Grosses zu schaffen, einen Genuss für alle», sagt er. Mit den gesammelten Spenden aus dem Quartier schwebt ihm eine Art privat-demokratisches Vergnügen vor. «Möglich ist, dass zum Beispiel mitgeteilt wird: Für das Schlussbouquet zeichnet Herr Meier verantwortlich, oder: Eine Firma hat diesen Abschnitt gespendet.» Heuer hat der leidenschaftliche Feuerwerker Baer einen stattlichen Teil der Kosten von über 1000 Franken mit Spenden abdecken können.

«Bin kein Draufgänger»

«Feuer an sich war schon immer meine Passion, trotzdem war ich früher eher ängstlich.» So hatte er als Kind einen eigenen Böögg verbrannt, war aber – gerade was Lärm anging – sogar überempfindlich. «Als Fünfjähriger habe ich beim Feuerwerk am See geweint, nackte Angst hat mich gepackt. Vielleicht bin ich auch deshalb heute kein Draufgänger, ich bin vorsichtig und möchte meine Leidenschaft mit den Leuten teilen, sie für die Pyrotechnik begeistern.»

Baer kann sich gut vorstellen, dass eine Aktion, wie sie in der Bibliothek stattgefunden hat, wiederholt werden könnte: Für fünf Franken wurden Leuchtpins zugunsten eines Feuerwerks verkauft, die Kleinspender auch bei Nacht auswiesen. «So könnte in Pfäffikon etwas richtig Grosses auf die Beine gestellt werden, ein Vergnügen für alle.»

Baer möchte nach abgeschlossener Lehre – die Prüfung hat er bereits bestanden – einige Jahre arbeiten und später wohl eine Ausbildung zum Pyrotechniker machen. «Für mich kommt auch ein Bürojob bei einem entsprechenden Unternehmen infrage», sagt er. «Ich muss nicht auf den Zürcher Ledischiffen die Knaller abfackeln.»

Zunächst will er den einwöchigen Kurs belegen, der ihn berechtigen wird, noch grössere Feuerwerke zu zünden. Der für Amateure angebotene Tageskurs bietet ihm zu wenig Tiefgang: «Dort ist mir die Kaliberzahl, die abgefeuert werden darf, zu gering.»

Das Feuerwerk im Quartier Alte Mühle an der Russikerstrasse wird am 1. August 2014 um 22.30 Uhr gezeigt.

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