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Letzte Folgen der neuen SRF-Serie

Seitentriebe schlagen im Oberland aus

Wo ist das? Zuschauer aus dem Zürcher Oberland haben bei der jüngsten SRF-Serie «Seitentriebe» gute Chancen, den einen oder anderen Drehort zu erraten. Am Montag werden die letzten beiden Folgen ausgestrahlt, in denen es nicht nur um Sex, sondern eben auch ein bisschen ums Oberland geht.

Christian
Brändli
Montag, 19. März 2018, 07:00 Uhr Letzte Folgen der neuen SRF-Serie

Grosse Knochen zum Essen, nicht auf dem Teller, aber im Hintergrund: Das Sauriermuseum in Aathal mutiert in der Comedyserie «Seitentriebe» zum Speiselokal. Während die Protagonisten im Fokus der Kamera bleiben, sind die Gerippe in einer  Statistenrolle. Und wenn das Museum schon im Film vorkommt, darf natürlich dessen Besitzer Köbi Siber nicht fehlen. Er muss sich allerdings wie seine toten Tiere mit einer Nebenrolle begnügen. Am Nebentisch hinter den Hauptdarstellern hat er Platz genommen.

Eingeklemmt im Bachtelspalt

Szenenwechsel: Die vier männlichen Hauptdarsteller wollen mal ohne Frauen sein und wanken über Feld und Flur. Im Hintergrund blitzt irgendwo der Zürichsee auf und dann stehen sie vor dem engen Eingang zur Schlucht – so schmal, dass der eine sich nicht durch den Spalt zwängen mag: richtig, den Bachtelspalt, wie der geübte Oberländer Wanderer sogleich erkennt. Und weil der Trip so anstrengend gewesen ist und das mitgeschleppte Bier auch seiner Bestimmung zugeführt werden muss, macht die Männerrunde gleich Rast beim Feuerplatz ob Wernetshausen.

«Seitentriebe» gibt den Zuschauern nicht nur gelungene und witzig erzählte Einblicke in Lust und Frust in Langzeitbeziehungen, sondern zeigt so ganz nebenbei auch die unterschiedlichsten Facetten des Oberlandes, das eben nicht nur viel Natur zu bieten hat, sondern auch vom Givaudan-Industrieareal in Kemptthal bis vor die Kezo in Hinwil reicht.

Autorin schreibt in Wald

Dass ein Grossteil der achtteiligen Serie im Oberland spielt, kommt nicht von ungefähr. Die Idee stammt von Güzin Kar, die auch die Drehbücher schrieb. Ihr Atelier hat die Regisseurin und Autorin zurzeit in Wald.  Und dafür, dass die richtigen Orte in der Region aufgespürt und wo nötig noch besonders ausstaffiert wurden, sorgte die Szenenbildnerin Susanne Jauch, die seit über 20 Jahren unweit des Sauriermuseums in Aathal wohnt.

 

Seitentriebe entwickeln sich nicht nur an Gehölzen oder eben im Sexualleben von Schweizer Paaren, sondern auch im Film. Weg von der Haupthandlung wird der Zuschauer zu Nebenschauplätzen geführt. Und weil so viele davon in der Region liegen, hat die Serie für Oberländer auch etwas von einem Ratespiel. Ist das nicht Volketswil, Rapperswil und das da Hinwil?

Mitraten lässt sich nochmals am Montag, 19. März, ab 20.10 Uhr auf SRF 2, wenn die letzten beiden Folgen der ersten Staffel ausgestrahlt werden. Erste Staffel? Richtig, das tönt danach, dass es eine Fortsetzung geben wird. Güzin Kar ist jedenfalls schon  an den Drehbüchern für die zweite Staffel.      

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