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Ringen um Kiesgrube geht weiter

Ringen um Kiesgrube geht weiter

Die Gemeinde Lindau will keine Kiesgrube in Tagelswangen. Deshalb zieht sie nun auf politischer Ebene sämtliche Register, um einen solchen Eintrag im Richtplan zu verhindern.

Dienstag, 03. November 2009, 09:00 Uhr

Lindau greift nach dem letzten Strohhalm, um eine Kiesgrube im Naherholungsgebiet in Tagelswangen zu verhindern: «Der Gemeinderat versucht, ein Mitglied des Kantonsrats für einen Antrag auf die Streichung des Richtplaneintrags zu gewinnen», schreibt er in einer Mitteilung. Ende November wird der Kantonsrat darüber entscheiden, ob die Kiesgrube im kantonalen Richtplan definitv festgesetzt werden soll.
Die Gemeinde Lindau ist nicht grundsätzlich gegen die geplante Kiesgrube in Tagelswangen. Sie ist aber vehement gegen die Lastwagen, die dereinst den Kies abtransportieren und dabei durch das Dorf donnern würden. Deshalb ist für den Gemeinderat von Lindau klar: Die Kiesgrube ist für die Gemeinde nur dann tragbar, wenn der Kiestransport über die Schiene abgewickelt wird, sprich die Kiesgrube einen eigenen Bahnanschluss erhält.

Bahnanschluss nicht gesichert

Weil genau dies aus Sicht der Gemeinde nicht gewährleistet ist, kämpft sie seit Jahren gegen den Kiesabbau in Tagelswangen. «Die SBB haben im Oktober 2007 in aller Deutlichkeit festgehalten, dass ein Bahnanschluss nur bis ins Jahr 2016 gewährleistet werden könnte», erklärt Viktor Ledermann, Gemeindeschreiber von Lindau. Zwar habe eine Nachfrage bei den SBB ergeben, dass ein Bahnanschluss zurzeit erstellt werden könnte. Er müsste aber bei einem allfällig späteren Bau eines fünften Gleises zwischen Effretikon und der Verzweigung Hürlistein wieder abgebrochen werden. «Diese Strecke gehört zu den meist befahrenen der Schweiz. Wenn der Brüttener Tunnel nicht gebaut wird, dann kommt das fünfte Gleis. Solange das nicht klar ist, kämpfen wir gegen die Kiesgrube an», sagt Ledermann.

Bemühungen waren nutzlos

Die Gemeinde war mit ihrem Anliegen beim Amt für Raumplanung und Vermessung, beim Baudirektor sowie bei der vorberatenden Kommission des Kantonsrates vorstellig - ohne Nutzen. Letztere hat den Richtplaneintrag betreffend der Kiesgrube Tagelswangen kürzlich einstimmig befürwortet. Deshalb will der Gemeinderat nun Kantonsräte aus der Region anfragen und sie dazu bringen, die Streichung des Richtplaneintrags zu beantragen. «Das ist unserer letzte Chance», ist Ledermann überzeugt. Sollte dies gelingen, werde die Gemeinde in Hinblick auf die Abstimmung nochmals bei allen Kantonsräten Lobbying betreiben.

 

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Im Sommer hatte der Regierungsrat im überarbeiteten kantonalen Richtplan Tagelswangen als Standort für eine Kiesgrube festgesetzt. Nicht nur die Gemeinde kämpft gegen diesen Eintrag, auch die Anwohner haben etwas gegen die Kiesgrube, die die Firma Frischbeton und Baustoff AG betrieben will, und haben deshalb die Interessengemeinschaft Kiesgrube Nein gegründet.

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