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So viel spülen Nachbesteuerungen in die Kasse

Selbstanzeigen in Illnau-Effretikon

So viel spülen Nachbesteuerungen in die Kasse

Über eine Million in zehn Jahren. So viel Geld ist in Illnau-Effretikon zusammengekommen, weil Steuersünder sich selber angezeigt haben. Dies geht aus der Antwort des Stadtrats auf einen parlamentarischen Vorstoss eines SP-Gemeinderats hervor.

Marco
Huber
Donnerstag, 26. Juli 2018, 15:05 Uhr Selbstanzeigen in Illnau-Effretikon
Der Illnau-Effretiker Fiskus wird regelmässig durch Erträge aus Selbstanzeigen gespeist. (Archivfoto: Züriost)

Eine Flut von Selbstanzeigen: Davon sprach das kantonale Steueramt in einer Medienmitteilung im Januar. Für Stefan Hafen war diese Meldung der Auslöser, um einen parlamentarischen Vorstoss einzureichen.

Der SP-Gemeinderat wollte in seiner Interpellation vom Stadtrat wissen, wie viel Geld Illnau-Effretikon aus dem Topf des kantonalen Steueramts erhält, der aus Nachzahlungen bei Selbstanzeigen generiert wird. 2017 waren 6150 solcher Anzeigen eingegangen. Aus diesem Etat fliesse ein grosser Teil in die Haushalte der Gemeinden und in die Kantonskasse.

Hoheit beim Kanton

Zudem wollte Hafen in Erfahrung bringen, wie viele Selbstanzeigen es im letzten Jahr sowie im letzten Jahrzehnt in Illnau-Effretikon gegeben hat und was die Stadt zu tun gedenkt, um Steuersünder zu überführen.

Bei der Prüfung der Steuererklärungen meldet die Abteilung Steuern Illnau-Effretikon Verdachtsfälle an die Abteilung Spezialdienste des kantonalen Steueramtes Zürich. In solchen Fällen werden sämtliche Hinweise oder Anzeigen, die auf der kommunalen Steuerabteilung eingingen, für weitere Abklärungen ans kantonale Steueramt weitergeleitet. Der Entscheid über die Durchführung eines sogenannten Nachsteuerverfahrens obliegt den kantonalen Behörden.

Abgeschlossene Verfahren

In seiner Antwort legt der Stadtrat die Anzahl abgeschlossener Nachsteuerverfahren offen. Diese wurden auf Geheiss des kantonalen Steueramts eingeleitet, nachdem sich in Illnau-Effretikon steuerpflichtige Personen selber anzeigt hatten.

Im vergangenen Jahr hat die Stadt aus zwölf Nachsteuerungsverfahren rund 62‘000 Franken erhalten. Als Vergleich: in den letzten zehn Jahren ergaben die total 85 Verfahren einen Ertrag von rund 1,04 Millionen Franken.

Die Einnahmen aus Nachsteuerfällen, die nicht aus Selbstanzeigen resultierten, betrugen 2017 rund 110‘000 Franken inklusive der Kirchensteuern. Während der letzten zehn Jahre waren es rund 710‘000 Franken.
 

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