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Otto-Normalverbraucher gegen den gelben Riesen

Poststellenschliessung in der Region

Otto-Normalverbraucher gegen den gelben Riesen

Für die Post ist die Auslagerung ihrer Filialen in Lebensmittelläden ein Erfolgsmodell. Für den Kunden ist dieser Schritt vor allem ärgerlich.

Lukas
Elser
Dienstag, 27. Februar 2018, 17:31 Uhr Poststellenschliessung in der Region
In den ausgelagerten Poststellen muss man vieles selber machen: Frankieren, Wägen, Tarife kontrollieren. (Foto: Keystone/Lukas Lehmann)

Montagabend in Illnau. Am Feierabend will ich mir noch rasch ein Brot im Volg kaufen. Doch mit «rasch» ist nichts. Vor der Kasse stauen sich die Kunden. Die Verkäuferin ist nicht da, weil sie eine längere Abklärung für eine Frau macht, die mit einer Postsendung an der Kasse wartet.

Als sie wieder zurück ist, erklärt sie der Kundin den Sachverhalt. Es scheint kompliziert zu sein. Die Kundin sagt, sie werde es morgens nochmals versuchen.

Mittlerweile steht auch vor der zweiten Kasse eine Frau mit einer Sendung. Doch leider ist nur eine Kasse für die Post eingerichtet.

Kosten sparen

Seit die Post 2016 ihre Filiale in Illnau geschlossen hat, kann man seine Briefe im Volg auf­geben. Die Post bezeichnete diesen Schritt damals als «Erfolgsmodell». Das ist nachvollziehbar. Das Unternehmen spart Kosten ein und kann sein Angebot trotzdem aufrechterhalten.

Für den Kunden ist das Ganze nur lästig. Komplexere Anfragen kann er nicht machen, weil der Volg nur das Basisdienstleistungsangebot abdeckt. Zum Beispiel Briefe abholen oder Geld einzahlen – und dies auch nur per Karte.

Am Self-Service-Desk

Hinzu kommt die Abschiebung eines Teils der Arbeit an den Konsumenten: Will ich eine Sendung verschicken, muss ich die Vorabklärungen selber machen. Etwa das Gewicht und den Tarif kontrollieren. Und sind die Einkäufer hinter mir so ungeduldig wie ich, beschert mir mein Anliegen an der Kasse auch noch ein schlechtes Gefühl. Denn jetzt bin ich der Bremsklotz.

Ob sich die Verkäuferin über die zusätzliche Aufgabe freut, bezweifle ich. Sie muss sich nun auch noch um die Post kümmern.

Unter dem Strich heisst das also: schlechterer Service für den Kunden und zusätzlicher Arbeitsdruck für die Angestellten.

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