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Garage Stifter in Effretikon

Nach vier Jahrzehnten ist Schluss

Die Familie Stifter übergibt per Ende Januar ihre Werkstatt in Effretikon an die Stadtgarage Rossi. Die hauseigene Tankstelle führt die Familie jedoch weiter.

Kevin
Weber
Freitag, 27. Januar 2017, 13:26 Uhr Garage Stifter in Effretikon
Das Team der Garage Stifter: Fiona Stifter, Rita Pfleiderer, Jolanda Stifter, Tony Stifter und Lirim Kamberi. (Bild: Nicolas Zonvi)

Es werde ihnen nicht leichtfallen, ihre Werkstatt abzugeben, sagen Tony und Jolanda Stifter. Doch nach über vierzig Jahren Geschäftstätigkeit haben sie nun entschieden, sich aus dem täglichen Berufsleben zurückzuziehen und die Werkstatt weiterzuvermieten.

«Es war uns ein grosses Anliegen, jemanden zu finden, der die Werkstatt weiterführt und nicht schliesst», sagt Jolanda Stifter. «Es freut uns, mit Dieter Rossi von der Stadtgarage Rossi in Tagelswangen einen würdigen Nachfolger gefunden zu haben, der auch als Ford-Vertretung unsere langjährigen Kunden weiterhin betreut.»

Familientradition

Am 1. Juli 1976 hat Tony Stifter zusammen mit seinem Bruder Georg die Garage von seinem Vater Ferdinand übernommen. Dieser gründete die Werkstatt 1930. «Ich war immer sehr an der Technik interessiert, deshalb kam für mich auch nur eine Ausbildung zum Automechaniker infrage», sagt Tony Stifter. Nach abgeschlossener Lehre sowie erfolgreich bestandener Meisterprüfung trat er dann in das Geschäft seines Vaters ein. «Ich leitete ab da die Werkstatt und mein Bruder den Verkauf. Unser Vater führte die Tankstelle weiter», sagt Stifter.

Er sei immer von der Technik fasziniert gewesen, sagt Stifter. «Der technische Fortschritt in den letzten vierzig Jahren hat diese Faszination nur noch verstärkt.» Auch diverse technische Wandel habe er in seiner langjährigen Tätigkeit miterlebt, sagt der 68-Jährige. Dieses Wissen hat er in all den Jahren an elf Lehrlinge weitergegeben. «Auch wenn wir nur ein Kleinbetrieb sind, war es uns immer wichtig, Lehrlinge auszubilden», sagt seine Ehefrau Jolanda Stifter, die ihren Mann seit Beginn in der Administration unterstützt. Alle elf Lehrlinge haben die Lehre erfolgreich abgeschlossen.

Immer höhere Anforderungen

Doch habe die Automobilbranche auch ihre Schattenseite. «Der Handel mit Neuwagen wurde immer schwieriger», sagt Stifter. Denn die Importeure würden immer höhere Anforderungen stellen. «Sie wollen ihre Autos heutzutage nach Menge verkaufen, da hat man als Kleinhändler keine Chance gegenüber einem grossen Autohändler.» Anders sehe es bei den Occasionsautos aus. «Beim Kauf eines Gebrauchtwagens benötigt es eine gewisse Vertrauensbasis, da gehen die Leute dann eher zu einem vertrauten Garagisten.»

Auch wenn die Werkstatt nur ein kleiner Betrieb war, haben die langjährigen Mitarbeiter sowie die treue Kundschaft viel zum Erfolg beigetragen, sagt Jolanda Stifter. Deshalb freuen sie sich darauf, sich am kommenden Wochenende mit einem kleinen Apéro bei diesen ein letztes Mal bedanken und von ihnen verabschieden zu können.

Tankstelle führen sie weiter

Die Stifters werden sich jedoch nicht ganz zurückziehen. Die hauseigene Tankstelle neben der Garage werden sie auch in Zukunft weiterführen. «Wir haben sie vor zwei Jahren neu renoviert», sagt Jolanda Stifter. Es ist eine Selbstbedienungsanlage und brauche deshalb nicht viel Verwaltungsarbeit. Aber so können sie ab und an noch vor Ort sein. «Trotzdem wird uns der Kontakt mit den Kunden sowie die Werkstatt-Arbeit fehlen», sagt Tony Stifter.

Er freue sich aber auf einen neuen Lebensabschnitt: Nun habe er aber genügend Zeit, um seine Oldtimer zu restaurieren. Nebenbei gebe es auch zu Hause noch einiges zu tun, sagt seine Frau und fügt an: «Eines ist sicher: Langweilig wird es uns bestimmt nicht.»

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