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Geplante Parkgebühren sorgen für Unmut

Sportzentrum Illnau-Effretikon

Geplante Parkgebühren sorgen für Unmut

Der Stadtrat will Parkplatzgebühren beim Sportzentrum Effretikon einführen. Gemeinderat Heinrich von Bassewitz (SVP) befürchtet, dass deswegen viele Leute das Sportzentrum nicht mehr besuchen würden.

Eva
Kamber
Mittwoch, 02. November 2016, 10:04 Uhr Sportzentrum Illnau-Effretikon
Heinrich von Bassewitz ist gegen Parkplatzgebühren an der Sportplatzstrasse. (Bild: Christian Merz)

«Ich bin irritiert», sagt Heinrich von Bassewitz (SVP). Er ärgert sich über den Stadtrat, der Parkplatzgebühren beim Sportzentrum Effretikon einführen will. Dafür hat die Exekutive einen Antrag zu Handen des Parlaments verabschiedet. «In der Budget-Debatte vor einem Jahr hat der Grosse Gemeinderat schon einmal Nein gesagt zu einer Investition von 45 000 Franken für das Aufstellen von Parkuhren», so von Bassewitz. Die Automaten sollten im Rahmen des Sparpakets 2017 eingeführt werden.

Jährlich 30 000 Franken

«Die Abteilung Sicherheit versucht mit dem neuen Antrag etwas durchzustieren», sagt von Bassewitz. Sicherheitsvorsteherin Salome Wyss (SP) räumt ein, dass man die Haltung des Stadtrats als «stur» bezeichnen kann. «Von einem anderen Standpunkt aus betrachtet könne man auch sagen, dass der Stadtrat das Sparpaket 2017 konsequent durchsetzen will.» Die Exekutive erhofft sich von der Parkraumbewirtschaftung jährliche Mehreinnahmen von etwa 30 000 Franken. Das lohne sich, denn auch kleine Beträge ergäben zusammen eine grössere Summe, sagt Wyss.

Die Exekutive hat laut Wyss nicht vergessen, dass das Parlament den Betrag herausgestrichen hat. «Aus Respekt vor diesem politischen Signal können die Gemeinderäte noch einmal darüber befinden.»

Es geht ums Prinzip

Wie auch die Sicherheitsvorsteherin hält von Bassewitz die geplanten Gebühren für moderat (siehe unten am Artikel). Ihm geht es jedoch ums Prinzip, wie er sagt. «Jede Art von Gebühren für die Bürger sind schlecht», sagt er. Vor allem, wenn der Stadtrat Steuergelder investiere, um dann mit Gebühren wieder Geld einzunehmen. «Ich habe Mühe mit dieser Philosophie.»

Von den geplanten Parkplatzgebühren wären laut von Bassewitz zahlreiche Sportzentrum-Besucher betroffen. «Weil die Anlage nicht zentral liegt, sind viele auf das Auto angewiesen.» Im Gegensatz zu Wyss ist der SVP-Gemeinderat überzeugt, dass viele Leute das Sportzentrum nicht mehr nutzen würden nach der Einführung von Parkplatzgebühren.

Nicht bürgernahe Polizei

Wer die Kontrollen auf den Parkplätzen durchführen würde, ist laut der Sicherheitsvorsteherin noch unklar. Von Bassewitz glaubt aber, dass diese Aufgabe der Stadtpolizei zufallen würde. Sie hat seiner Meinung nach ohnehin schon den Ruf einer «nicht bürgernahen Polizei». «Das könnte sich verschlimmern, wenn sie Fahrzeuglenker büssen würde, die einige Minuten länger als bezahlt in der Badi bleiben.

Die geplanten Parkplatzgebühren
Die geplante Einführung von Parkplatzgebühren betrifft die 110 Parkfelder entlang der Sportplatzstrasse, zwischen der Rappenstrasse und dem Kirchweg. Die Wiese, auf der bei Bedarf nochmals 160 Fahrzeuge Platz finden, würde ebenfalls gebührenpflichtig. Zahlen müssten Fahrzeuglenker täglich von 7 bis 22 Uhr. Parkieren kostet 50 Rappen für eine Stunde, einen Franken bis vier Stunden, zwei Franken bis acht Stunden und drei Franken bis 15 Stunden. (fse)

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