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Fuchs muss auf Top-Pferd verzichten

Bietenholzer Elitereiter

Fuchs muss auf Top-Pferd verzichten

Bittere Nachrichten für den Bietenholzer Springreiter Martin Fuchs: Sein Pferd Chaplin fällt erneut verletzt aus – ausgerechnet kurz vor den Weltreiterspielen.

Florian
Bolli
Montag, 23. Juli 2018, 17:21 Uhr Bietenholzer Elitereiter
Martin Fuchs (hier am CSIO St. Gallen) muss länger auf Hengst Chaplin verzichten. (Foto: Keystone)

Der CHIO in Aachen endete für Martin Fuchs letzte Woche nicht mit Glanzresultaten, sondern mit einem verletzten Pferd. Die Diagnose, die sein Spitzenpferd Chaplin betrifft, bezeichnet der Bietenholzer zwar als «nicht dramatisch». Dennoch hat sie einen Einfluss auf seine weitere Saisonplanung.

Chaplin konnte am Donnerstag kurzfristig nicht zum Nationenpreis starten. Ein MRI in einer deutschen Klinik zeigte eine Schleimbeutelendzündung im unteren Teil eines Beins an der Vorderhand. «Um eine Auszeit kommen wir nicht herum», sagte Fuchs gegenüber der «NZZ».

Erst gerade genesen, schon wieder verletzt

Die Verletzung ist insbesondere bitter, weil Chaplin erst gerade nach einer langen Verletzungspause auf die Springplätze zurückgekehrt war. Der elfjährige Hengst, den Fuchs auf seiner Website als «Top-GP-Pferd mit super Einstellung» beschreibt, konnte von Mitte 2017 bis Anfang dieses Jahres keine Wettkämpfe bestreiten.

Seit Sommer 2016 reitet Fuchs Chaplin – und feierte mit ihm schon schöne Erfolge. 2017 gewann das Duo den GP am CSI Zürich, siegte am Fünfsterne-CSI in Doha und feierte an der Global Champions Tour in Mexiko ebenfalls einen GP-Sieg. Und auch in diesem Jahr hatte Chaplin nach der Verletzungspause wieder zu einer guten Form gefunden, was die beiden Nullfehler-Ritte beim (von der Schweiz gewonnenen) Nationenpreis in Samorin und der dritte Rang an der Global Champions Tour in Hamburg beweisen.

Erfolgreiches Duo: Martin Fuchs und Chaplin beim Sieg in Doha 2017. (Video: Youtube/fuchssportpferde)

 

Laut Fuchs hat die neue Verletzung nichts mit der alten zu tun. «Das Problem aus dem letzten Jahr war an der Hinterhand und ist gelöst», wird er zitiert. Zudem verfügt er gerade im Hinblick auf die Weltreiterspiele mit Clooney über ein weiteres Spitzenpferd, das höchsten Ansprüchen genügt und heuer in Zürich und Basel GP-Siege gefeiert hat. Allerdings hat sich der 12-jährige Wallach erst gerade von einer im April erlittenen Kolik erholt.

Nun ist Clooney gefordert

Im Optimalfall kann Fuchs seine Pferde so einsetzen, dass keines übermässig beansprucht wird – sie sollen sich gegenseitig entlasten, unter anderem deshalb holte die Familie Fuchs auch Chaplin zu sich. Nun aber liegt die Last auf Clooney, den Fuchs bis zu den Weltreiterspielen in Topform bringen will. Er glaubt, dass dafür noch genügend Zeit ist. Der Saisonhöhepunkt im amerikanischen Tryon steht vom 11. bis am 23. September auf dem Programm. «Ein gutes Gefühl» wolle er sich an den Fünf-Sterne-Turnieren in Berlin, Valkenswaard und Valence holen.

Das kann Fuchs ohne Qualifikationsdruck tun. Zwar ist der Selektionstermin erst der 30. Juli, doch Fuchs gilt neben Steve Guerdat als gesetzt. In der Weltrangliste belegt der Bietenholzer den 17. Rang und ist damit klar der zweitbeste Schweizer hinter dem achtplatzierten Guerdat. (zo)

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