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3. Liga

FC Effretikon: Endlich wieder liefern

Nach zuletzt drei mageren Saisons will Effretikon sein Potenzial abrufen und peilt die Spitzengruppe an.

Florian
Bolli
Samstag, 12. August 2017, 12:28 Uhr 3. Liga
Der FC Effretikon, Ausgabe 2017/2018. (Bild: David Kündig)

Eigentlich sagt man ja, aller guten Dinge sind drei. Beim FC Effretikon war das zuletzt anders. Denn auch in der dritten Saison nach dem Abstieg aus der 2. Liga konnten die Effretiker ihr vorhandenes Potenzial nicht abrufen. Mehr noch: Sie klassierten sich nur auf Rang sieben und damit so schlecht wie noch nie in dieser Phase der mageren Meisterschaftsplatzierungen.

Wie schon ein Jahr zuvor vergeigte der FCE auch in der Saison 2016/2017 die Vorrunde und geriet in arge Bedrängnis. Unmittelbar nach Ostern stellte Trainer Paolo Fatati sein Amt im Eselriet zur Verfügung – und machte damit den Weg frei für einem Neubeginn.

Unter Trainer Flakon Halimi und Assistent Urs Rhyner ging es hernach zwar wieder bergauf – auch dank einer Serie von fünf Siegen hintereinander. Den anvisierten vierten Platz verpasste man dennoch klar, obwohl es laut Halimi ­gelungen war, «dem Team die nötige Sicherheit, die Lust und den Willen am Fussball wieder einzuverleiben.»

Die Top drei im Visier

Nun steht das Team unter Druck. Es soll in der Saison 2017/2018 endlich be­weisen, wozu es eigentlich fähig ist. Neu spielen die Effretiker in der Gruppe 4. Rhyner spricht von einer happigen Meisterschaft, die den FCE erwartet. Der Assistenztrainer bedauert zugleich, dass dem FC Effretikon alle Derbys verloren gingen, da kein anderer Zürcher Oberländer Klub in der Gruppe 4 eingeteilt wurde.

Rhyner glaubt, dass sich die Effretiker in einem stärkeren Umfeld beweisen müssen. Zweitliga-Absteiger Bülach, Wallisellen, Embrach und die Seuzacher Reserven zählen laut dem FCE-Assistenten Rhyner zu den Favoriten. Und das Ziel der Effretiker? «So hoch wie möglich abschliessen», sagt Rhyner. Was das konkret heisst? Der FC Effre­tikon möchte die Meisterschaft in den Top 3 beenden. Oder wie es Rhyner in etwas ungewöhnlichen Worten sagt: «Jetzt müssen wir in Effretikon endlich wieder Nägel mit Köpfen machen.»

Schnell aus dem Tiefschlaf

Beim FC Effretikon ist trotz dreier enttäuschenden Saisons hintereinander der Weg der Vernunft nicht verlassen worden. Der Klub ist seiner Tradition der wenigen Mutationen treu ge­blieben. Der Stamm des Teams blieb ­intakt, die Mannschaft wurde noch einmal verjüngt, indem man eigene Junioren einbaute. Routinier Claudio Spiegel hat seinen Rücktritt erklärt. Ein halbes Dutzend Akteure der letzten Saison stehen derweil nur noch im erweiterten Kader. Darunter beispielsweise auch Adrian Lemm. Der erfahrene Spieler – er war Captain – muss sich einer Hüftoperation unterziehen und wird einige Monate ausfallen.

Mit einem Blick auf die jüngste Vergangenheit verlangen Trainer Flakon Halimi und Assistent Urs Rhyner, dass die Mannschaft von Beginn weg bereit ist. Rhyner sagt: «Wir wollen unsere Spieler nach der kurzen Sommerpause frühzeitig aus dem Tiefschlaf holen.» Die Jugendlichkeit der Mannschaft soll laut Rhyner dabei kein Hinderungsgrund darstellen, das anvisierte Ziel zu erreichen. Sein Glauben in die Mannschaft ist gross. Rhyner ist überzeugt: «Grundsätzlich können wir jeden Gegner schlagen.» (Heinz Minder)

Tor: Marvin Rutz (18), Mathijs Kläy (23), Tim Zgraggen (17), Severik Meier (20).
Verteidigung: Avni Shahinaj (27), Dario Schanz (23), Adrian Aregger (24), Marc Schneller (21), Dario Bader (21), Patrick Kofler (25).
Mittelfeld: Nick Lehner (20), Adrian Lemm (29), Kim Schärz (19), Adrian Fahrni (24), Yanik Meier (21), Florian Bannwart (27), Christian Bärtschi (18), Romario Giger (18), Orlin Ulrich (27), Fabian Danko (24), Jason Amoako Baah (19), Jahja Zulfikari (22).
Sturm: Christoph Panzer (31), Dylan Ngari (18), Sebastian Santoro (17), Uche Anioke (17).
 
Trainer: Flakon Halimi (35), seit Frühjahr 2017

Wir sagen: Rang 6
Effretikons Plan unter die ersten Drei vorzustossen ist ambitioniert. Zu ambitioniert. Es fehlen die Routiniers im Team. Mit einer jungen Truppe reicht dies nur zu einem mittelmässigen Rang in einer starken Gruppe.

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