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Effretiker Firma im grossen Stil betrogen

Effretiker Firma im grossen Stil betrogen

Ein Betrüger hat eine Strafe von 51 Monaten kassiert. Der geständige Hochstapler hat vor allem Temporärfirmen hinters Licht geführt. Alleine in Effretikon erleichterte er ein Unternehmen um über eine Viertelmillion Franken.

Mittwoch, 13. August 2014, 16:36 Uhr

Es war im Sommer 2012, als das Zürcher Obergericht den heute 61-jährigen Ostschweizer wegen Betrügereien in Millionenhöhe zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilte. Der Beschuldigte hatte mit dem Verkauf von geleasten Personenwagen und Bestellungsbetrügen von Heizöl diverse Geschädigte hinters Licht geführt. Vor Obergericht gelobte der Sohn eines früheren Polizeikommandanten damals Besserung und zeigte sich bereit, während des Strafvollzugs eine ambulante Psychotherapie zu besuchen. Was allerdings nicht zutraf. So kam heraus, dass der Mann im Zürcher Oberland, in der Region Winterthur und in der Ostschweiz weiter delinquiert hatte.

Fiktive Personalvermittlung

Diesmal hatte sich der Berufsbetrüger diverse Temporärfirmen als Opfer ausgesucht. So liess er sich jeweils Provisionen für fiktiv vermitteltes Personal auszahlen. Am schlimmsten traf es eine Firma in Illnau-Effretikon. Innerhalb eines Jahres stellte ihr der Hochstapler erfundene Rechnungen für über 495'000 Franken zu. Wobei das geschädigte Unternehmen dem vermeintlich seriösen Kaufmann rund 260'000 Franken überwies – auf Nimmerwiedersehen.

Der Betrüger bestellte auch wieder mehrere zehntausend Liter Heizöl und liess die Lieferanten auf den offenen Rechnungen sitzen. Das Öl verkaufte er weiter.

Voll geständig

Der Mann, der ich seit dem Juli 2013 erneut im Strafvollzug befindet, hatte sich am Mittwoch, 13. August 2014, vor dem Bezirksgericht Zürich zu verantworten. Er legte ein volles Geständnis ab und ermöglichte damit einen Prozess im abgekürzten Verfahren. Er anerkannte auch den Deliktsbetrag von rund 635'000 Franken an.

Der Mann wurde wegen gewerbsmässigen Betrugs, Veruntreuung sowie mehrfacher Urkundenfälschung zu einer Gesamtstrafe von 51 Monaten verurteilt. Die vom Obergericht angeordnete ambulante Behandlung hoben die Bezirksrichter auf. Der Betrüger wurde verpflichtet, für einen Grossteil des Schadens aufzukommen.

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