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Von Bauma über L.A. zur ersten CD

Finanziert durch Crowdfunding

Von Bauma über L.A. zur ersten CD

Die in Bauma aufgewachsenen Zwillinge Mirjam und Christina Plüss haben sechs Lieder aufgenommen. Über ein Crowdfunding suchen sie jetzt Mittel, um die CD produzieren zu können und ein Musikvideo zu drehen.

Mittwoch, 02. Mai 2018, 07:10 Uhr Finanziert durch Crowdfunding

«Wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Crowdfundings», sagt Mirjam Plüss. Bereits mehr als zwei Drittel des festgelegten Zieles in der Höhe von 15’000 Franken sind versprochen worden. Mit den Mitteln wollen die Zwillinge Mirjam und Christina Plüss die Produktion einer CD und eines Musikvideos finanzieren. Die Aktion läuft noch bis zum 26. Mai. Sollte das Ziel nicht erreicht werden, würde das ganze Geld an die Sponsoren zurückfliessen und die 26-jährigen Baumer Geschwister würden leer ausgehen.

Soul, Pop und RnB

Bei einem Crowdfunding beruht das Sponsoring auf einer Gegenleistung. Wer «Souls of Dena», so der Bandname der Zwillinge, 25 Franken sponsert, bekommt etwas Kurioses: Die Person darf die Haare der Zwillinge berühren. «Die Leute haben uns früher immer gefragt, ob sie unsere Locken anfassen dürfen», sagt Christina Plüss. Als Kinder hätten sie ihre Haare geglättet, aber während ihrer Zeit in Los Angeles hätten sie sich damit wohler zu fühlen begonnen, fügt Mirjam Plüss an. Für andere Beträge gibt es zum Beispiel die neue CD, eingerahmte Lyrics oder eine Einladung zur CD-Taufe als Gegenleistung.

 

Mirjam und Christina Plüss stellen ihr Projekt vor. (Video: Alex Schüpbach)

 

Die Songs der Geschwister bewegen sich zwischen Soul, Pop und RnB, wie sie auf der Crowdfunding-Seite schreiben. Heute entdecken die Zwillinge auf Youtube neue Lieder und Stilrichtungen. Zu ihren Einflüssen gehören bekannte Namen wie Amy Winehouse, Adele, Beyoncé und Destiny’s Child sowie in Europa vergleichsweise weniger bekannte Künstler wie Tory Kelly, John Mayer, JoJo und Jasmin Sullivan. «Es sind die grossen Stimmen, die uns wichtig sind», sagt Mirjam Plüss.

Es begann im Kinderchor

Angefangen hat die musikalische Entwicklung der Zwillinge früh. Die Mutter Angelika Plüss leitet den Kinder- und Jugendchor in Bauma und hat die zwei schon früh mitgenommen. Sie unterrichtete Mirjam und Christina Plüss die ersten Gitarrenstunden. Auch der Vater Markus Plüss spielt Querflöte und Saxophon. Er singt in einem Chor und hilft seiner Frau mit der Technik für Auftritte und beim Schreiben der Noten für die Lieder. Er hat in den jungen Jahren der Zwillinge CDs für Autofahrten zusammengestellt.

 

«Die Leute haben uns früher immer gefragt, ob sie unsere Locken anfassen dürfen.»

Christina Plüss, Mitglied von Souls of Dena

 

Bis zur Oberstufe war das Singen für die Geschwister ein Hobby. Beide traten mit der Band «White Cane» auf, einer kirchlichen Band. In der dritten Oberstufe haben sie Gesangsunterricht von Angela Kilchör bekommen. Kilchör war es auch, die den Zwillingen das Los Angeles College of Music (LACM) empfohlen hatte. Heimweh kam in diesem Jahr in den USA nie auf. Es habe geholfen, dass sie zusammen in L.A. waren, sagt Christina Plüss. «Die meisten Studenten am LACM sind Ausländer, daher bildete sich rasch eine Gruppe, die sich wie eine zweite Familie anfühlte». Besuche aus der Schweiz von Freunden und Verwandten hätten ebenfalls geholfen, dass kein Heimweh aufkam.

Nach dem Diplom in «Musical Performance» kamen Christina und Mirjam Plüss zurück in die Schweiz und gründeten mit ihrer Jugendfreundin Sybille Winkler die Band «Accoustic Bonfire». Das Trio trat an vielen Hochzeiten und Festen auf. Den Zwillingen wurde immer wieder gesagt, dass ihre Stimmen sehr gut harmonierten.

Platte wird sowieso kommen

«Ich weiss nicht, warum wir nicht schon vorher die Idee hatten, zusammen eine CD aufzunehmen», sagt Mirjam Plüss. Beide hätten unabhängig voneinander mit der Idee einer Aufnahme gespielt. Ehemalige Mitstudenten des LACM hätten bereits ähnliche Projekte am Laufen. «Erst als wir den Produzenten Dave Demuth kennenlernten, kam unser Vorhaben ins Rollen und wir nahmen die sechs Songs auf, die jetzt mit dem Crowdfunding veröffentlicht werden sollen», sagt Mirjam Plüss. Für die Geschwister hätte es sich komisch angefühlt, diesen Plan ohne die andere umzusetzen. «Es war für uns klar, dass wir die CD losgelöst von anderen, bestehenden Projekten in Angriff nehmen möchten.»

 

«Mit den sechs Songs von dieser Platte kann man kein zweistündiges Konzert geben.»

Mirjam Plüss, Mitglied von Souls of Dena

 

«Sollten wir das Crowdfunding-Ziel nicht erreichen, würde die Verwirklichung unseres Planes etwas länger dauern, da wir die Mittel dafür zusammensparen müssten», sagt Christina Plüss. Am eigentlichen Ziel, eine CD herauszubringen, wollen sie und ihre Schwester aber festhalten. Bei erfolgreichem Abschluss des Crowdfundings und des Projektes würden die Geschwister wohl bald wieder im Studio stehen: «Mit den sechs Songs von dieser Platte kann man kein zweistündiges Konzert geben», sagt Mirjam Plüss. Und das sei der Hauptplan.

Keine üblichen Zwillinge

Obwohl Mirjam und Christina Plüss Zwillinge sind, haben sie unterschiedliche Freundeskreise und eigene «Leben», wie sie sagen. «Unsere Eltern haben uns als Kinder in unterschiedliche Klassen gesteckt, wofür wir ihnen sehr dankbar sind», sagt Christina Plüss. Sie geniessen aber die Zeit zusammen, in der die Musik im Vordergrund steht. Es gäbe auch keinen Chef zwischen ihnen, die Entscheidungen würden ausgeglichen gefällt und die Arbeit aufgeteilt. Auch die Entscheidung, jemanden an ihre Haare zu lassen.

 

Zur Crowdfounding-Webseite geht es hier.

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