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Dampfbahnverein mit neuem Grossprojekt

Seit der Automatisierung des Baumer Bahnhofs ist das Depot des Dampfbahnvereins Zürcher Oberland ennet der Gleise kaum mehr zugänglich. Mit dem Projekt «Depotareal Bauma 2020» wird nun eine Lösung angestrebt.

Martin
Mächler
Donnerstag, 16. März 2017, 20:34 Uhr Region
Nur über Umwege zu erreichen: Das DVZO-Depot auf der gegenüberliegenden Gleisseite des Baumer Bahnhofgebäudes soll besser erschlossen werden. (Archivbild: Urs Weisskopf)

Der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) hat nach der erfolgreichen Erstellung der historischen Bahnhofshalle beim Bahnhof Bauma erneut ein Grossprojekt aufgegleist. Gemeinsam mit den SBB, der Denkmalpflege und dem kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) plant der DVZO die Umgestaltung des Areals rund um sein Depot in Bauma.

Mit dem Projekt «Depotareal Bauma 2020» soll eine Lösung gefunden werden, wie das Depot, das auf der gegenüberliegenden Gleisseite des Bahnhofsgebäudes steht, wieder besser zugänglich gemacht werden kann.

Zufahrt nicht mehr möglich

«Seit der Automatisierung des Bahnhofs Bauma im November 2015 ist unser Depot mit Strassenfahrzeugen nicht mehr erreichbar», erklärt Projektleiter Florian Vogel, der beim DVZO als stellvertretender Leiter Betrieb und als Heizer amtet. Bis zu diesem Zeitpunkt habe man einen hölzernen Übergang über die Gleise benutzt, was nun aber aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich sei.

Das stellt den DVZO vor logistische Probleme. So müssen laut Vogel beispielsweise von Lieferanten per Lastwagen angelieferte Teile für die historischen Loks jeweils auf einen Eisenbahnwagen verladen und so auf die andere Gleisseite transportiert werden. Den umgekehrten Weg nimmt die Schlacke der Dampflokomotiven, bevor sie zur Entsorgung gebracht werden könne.

«Zudem können interessierte Zuschauer, die unser Depot besuchen wollen, nicht mehr einfach vom Perron aus über die Gleise marschieren, sondern müssen einen grossen Umweg in Kauf nehmen», sagt Vogel. Ein weiteres Problem, das es zu lösen gelte, sei auch die Gewährleistung der Zufahrt für die Feuerwehr auf das Depotareal im Brandfall.

Machbarkeit wird abgeklärt

Das Projekt «Depotareal Bauma 2020» hat nun bereits eine erste Hürde genommen. Nach umfangreichen Vorabklärungen gab der DVZO gemeinsam mit den Projektpartnern letzte Woche eine Machbarkeitsstudie in ­Auftrag. Das Zürcher Bauingenieur- und Planungsunternehmen F. Preisig AG wird die Lösungsvorschläge auf ihre technische Machbarkeit hin überprüfen.

«Bis voraussichtlich Ende Mai sollten die Resultate dieser Machbarkeitsstudie vorliegen», sagt DVZO-Projektleiter Vogel. Weitere Details zum Projekt werde man erst dann bekannt geben.

«Es wird sicher keinen Übergang über die Gleise mehr geben.» (Florian Vogel, DVZO-Projektleiter «Depotareal Bauma 2020»)

Bezüglich einer möglichen Lösung des Zufahrtsproblems lässt er sich aber bereits etwas in die Karten blicken: «Es wird sicher keinen Übergang über die Gleise mehr geben. Eventuell ergäbe sich künftig eine Zufahrtsmöglichkeit via den Tössuferweg.»

Man habe seitens des DVZO ­bereits etliche Vorabklärungen gemacht, nun würden diese mit dem nötigen «technischen Fachwissen» eingehend geprüft. «In diesem ersten Schritt geht es um die Beantwortung der Frage, wie die vorgesehenen Nutzungen ins Areal integriert und bahntechnisch angeschlossen werden können», sagt Vogel.

Attraktivität steigern

Beim DVZO erhofft man sich durch die Umgestaltung des Depotareals nicht nur die Umgehung der aufwendigen Materialtransporte. «Das Areal soll auch wieder leichter zugänglich und damit attraktiver werden für das Publikum», so Vogel. Somit ermögliche man auch in Zukunft einen «schweizweit einzigartigen Zugang zur Eisenbahngeschichte».

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