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Intermezzo-Bar lebt wieder auf

Wetziker-Kult-Lokal

Intermezzo-Bar lebt wieder auf

Einst war das «Intermezzo» die erste Adresse im Wetziker Nachtleben. Diese Tage will Urs Huber wieder aufleben lassen. Seinen Nachbarn freuts.

Donnerstag, 27. Juli 2017, 15:11 Uhr Wetziker-Kult-Lokal
Nach jahrelangem Stillstand geht wieder etwas in der Kult-Bar beim Bahnhof. (Bild: Seraina Boner)

Artan Nuredini hat in den vergangenen Jahren einiges mitgemacht mit seinen Nachbarn. Der Pächter des Schweizerhofs war Zeuge, als die «Intermezzo»-Bar vor sechs Jahren nach einem Streit zwischen den Pächtern schloss. Und er beobachtete, wie sich danach ein Wirt nach dem anderen an der Adresse versuchte. Keiner hielt sich länger als ein paar Monate; es blieb jeweils beim Zwischenspiel.

Aber nun ist Nuredini voller Zuversicht, dass es klappt mit dem neuen Intermezzo-Pächter, Urs Huber. «Endlich etwas Anständiges», sagt der Schweizerhof-Wirt. Er war von den Pächterwechseln direkt betroffen, denn die Intermezzo-Bar liegt im selben Gebäude, und die beiden Lokale haben einen gemeinsamen Eingang. 

Essens-Austausch

«Man merkt gleich, dass Urs Huber sein Geschäft seriös macht», sagt Nuredini. Er ist froh um die Belebung nach dem jahrelangem Leerstand, eine Konkurrenz zur Schweizerhof-Bar sieht er nicht. Die beiden Pächter arbeiten sogar zusammen: Wer Gast im Intermezzo ist, kann Schweizerhof-Gerichte bestellen. «Für Stammgäste habe ich auch schon einen Kebap beim Äss-Bahn-Snack geholt», sagt Huber und lacht. Das gehöre aber nicht zum Standardangebot. 

Huber hatte über zehn Jahre lang die Bar «Il Castello» beim Wetziker Schloss geführt. Der Mietvertrag war ausgelaufen. Vermieter Heinz Egolf und er hätten sich in gegenseitigem Einvernehmen getrennt. «Ich habe ihn immer als guten Vermieter erlebt», betont Huber.

Nachdem Ende von «Il Castello» hatte Urs Huber eigentlich eine Pause machen wollen. Es kam anders. «Ich war nur ein Monat lang auf dem Markt, da kam die Anfrage für die Intermezzo-Bar.» Dass einer zehn Jahre lang zuverlässig ein Lokal führe, gebe es heute leider nicht mehr allzu oft, «da ist man interessant». Zumal Wetzikon gastronomisch ein kleiner Markt sei. Die Liegenschaft gehört der Firma HRB Immobilien. Mit ihr habe er sich rasch gefunden, sagt Huber, «sie haben ihren Teil geleistet, dass die Bar wieder aufgehen konnte.»

Die Zusage fiel Huber leicht. «Als ich jung war, war die Intermezzo-Bar die einzige, die bis morgens um drei offen hatte», erzählt der 50-Jährige. Sie sehe auch noch fast gleich aus wie damals – auch wenn das Interieur leicht modernisiert wurde. «Mir und vielen Gästen geht es gleich: Es ist wie ein Heimkommen.» 

Crew und Gäste gezügelt

Die Bar-Crew hat Huber von der Intermezzo-Bar mitgenommen, viele Stammgäste auch. Das mache es deutlich einfacher, als wenn einer alleine anfange, sagt er. Für  ex-Castello-Barfrau Beatrice Lux  ist es eine Rückkehr: Sie stand bereits einmal hinter dem Tresen der Intermezzo-Bar – vor mehr als drei Jahrzehnten. 

Das Lokal soll zu einem Treffpunkt werden, zu einer «richtigen Beiz für die Einheimischen», die jeden Tag offen sei. So zuversichtlich Urs Huber ist, eins ist klar: Sein Intermezzo-Engagement ist zeitlich begrenzt. Der Mietvertrag läuft bis 2018. Danach steht eine Neugestaltung des Gebäudes in Aussicht. Für die letzten eineinhalb Jahren jedoch soll die einstige Kult-Bar nochmals aufleben. 

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