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Hanf-Konkurrenzkampf in Wetzikon

Bald drei Shops

Hanf-Konkurrenzkampf in Wetzikon

Fabrizio Tauriello hat in Wetzikon einen neuen Hanf-Shop eröffnet. Im «Mister Nice» verkauft er CBD-Hanf mit wenig THC. Die Konkurrenz ist nicht begeistert.

Andreas
Kurz
Donnerstag, 17. August 2017, 11:48 Uhr Bald drei Shops

Den Laden betritt man über einen Teppich aus Kunstrasen. Das Geschäft ist hell und mit viel Holz eingerichtet. In einer Ecke stehen drei Sofas, in der Mitte ein Glastisch mit verschiedenen Raucher-Utensilien. Geschäftsführer Fabrizio Tauriello hat «Mister Nice» vor rund einem Monat eröffnet. «Mein Vater hat mich auf die Idee gebracht», sagt er. Dieser führt unter anderem das Restaurant «Mamma’s» in Wetzikon.

Franchise einer grösseren Kette

Sein Geschäft führt Fabrizio Tauriello als Franchise-Betrieb. Mister-Nice-Läden gibt es bereits in Basel, Olten und bald auch in Zürich. «Sie liefern mir die Produkte, ich habe den Namen und dadurch gute Konditionen.» Kern des Sortiments ist der CBD-Hanf, dessen THC-Gehalt unter einem Prozent liegen muss, damit man ihn legal verkaufen kann (siehe Box). Im Geschäft an der Schlossbachstrasse gibt es bis zu elf Sorten.

Karin Urscheler vom Hookah-Shop schräg vis-à-vis staunte nicht schlecht, als sie den Shop das erste Mal sah. «Hier zu überleben ist schwer», sagt sie. «Es gibt kaum Laufkundschaft.» Ihr Geschäft betreibt sie seit sechs Jahren, hat sich in Wetzikon und Umgebung einen Namen gemacht. «Kleine Läden haben es schwer. Wenn jetzt noch mehr dazukommen, wird es noch härter.» Dass sogar Grossverteiler wie Coop oder Denner im Hanf-Geschäft mitmischen wollen, mache es nicht einfacher.

«Lassen uns nicht unterkriegen»

Der Konkurrenzkampf könnte noch härter werden. Seit mehreren Monaten steht «Cannadoc» auf einem Schaufenster des Einkaufszentrums Trompete. Auch dieser Shop wird CBD-Hanf anbieten. Wann genau er eröffnet, ist unklar, der Geschäftsführer habe aber bereits sein grosses Sortiment angekündigt. «Man sagt, Konkurrenz belebe das Geschäft», sagt Urscheler. «Aber wenn es in einen Kampf gegeneinander ausartet, finde ich das schade. Trotzdem lassen wir uns nicht unterkriegen.»

Diesen Plan verfolgt auch Tauriello. Er sieht der Konkurrenz gelassen entgegen und setzt auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Dieses sei bei ihm top. Neben Hanf-Sorten wie «White Widow», «Purple Dream» «Nice One» und vielen mehr, bietet  Geschäft diverse weitere Hanf-Produkte an: Hanf-Tee, Hanf-Kosmetik, Protein-Pulver mit Hanf, geschälte Hanf-Nüsse, Hanf-Shampoo, Hanf-Bouillon, Hanföl und Haar-Kuren.

Seine Idee sei es, noch viel mehr im Laden zu verkaufen, sagt Tauriello. Etwa Caps oder T-Shirts. Mit einem Kollegen – dem Wetziker Rapper EAZ – will er eine eigene Kollektion machen. Zudem soll das Sortiment um Produkte wie Wasserpfeifen erweitert werden.

Start verlief harzig

Karin Urscheler kennt das Angebot von Mister Nice nicht. Im Hookah-Shop verkauft sie bereits Wasserpfeifen, den passenden Tabak, Kohlen und anderes Zubehör.

Der Start seines Ladens sei etwas harzig verlaufen, sagt Tauriello. Momentan sei noch Ferienzeit, zudem habe er kaum Werbung gemacht. Nach der Chilbi will er eine richtige Eröffnungsfeier organisieren.

Das ist CBD-Hanf
In der Hanfpflanze finden sich über 80 Cannabinoide. Die wichtigsten sind das berauschende Tetrahydrocannabinol (THC) und das nicht berauschende Cannabidiol (CBD). Im Gegensatz zu THC untersteht CBD-Hanf deshalb nicht dem Betäubungsmittelgesetz. Dem CBD werden verschiedene mögliche therapeutische Wirkungen zugeschrieben. Etwa gegen Epilepsie, Angststörungen, Schlafstörungen, Übelkeit, Psychose, Depression und sogar Krebs. Laut dem Bundesamt für Gesundheit ist die medizinische Wirkung jedoch erst ungenügend erforscht. reg

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