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Firma für Schliesstechnik aus Wetzikon

Dormakaba senkt seine Wachstumsprognose

Unerwartet niedrig fällt das organische Wachstum beim Sicherheitstechnologie-Unternehmen Dormakaba mit Sitz in Rümlang und Wetzikon aus. Der Markt Nordamerika entwickelte sich weniger profitabel. In der Schweiz verzeichnet das Unternehmen hingegen ein leichtes Wachstum.

Jörg
Marquardt
Dienstag, 06. März 2018, 17:41 Uhr Firma für Schliesstechnik aus Wetzikon
Riet Cadonau, CEO Dormakaba, an der Medienkonferenz am Hauptsitz in Rümlang am 6.3.2018 zur Präsentation der Zahlen im ersten Geschäftshalbjahr 2017/18.
Mit dem organisches Wachstum im ersten Geschäftshalbjahr 2017/18 ist Riet Cadonau, CEO Dormakaba, nicht zufrieden. (Foto: jöm)

«Das organische Umsatzwachstum ist etwas unter unseren Erwartungen geblieben.» Riet Cadonau, CEO von Dormakaba, wirkte am Donnerstag an der Medienkonferenz in Rümlang trotzdem nicht unzufrieden. Immerhin konnte das Sicherheitstechnologie-Unternehmen seinen Umsatz im ersten Geschäftshalbjahr 2017/18 um 19,3 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken steigern.  Damit übertrifft es die Erwartungen der Analysten, die den Umsatz im Schnitt bei 1,38 Milliarden Franken veranschlagt hatten.

Organisches Wachstum geringer als erwartet

Allerdings entfielen 14,6 Prozent des Wachstums auf die zuletzt getätigten Akquisitionen von Mesker, Best Access Solutions, Kilargo und Skyfold. Hingegen betrug das organische Wachstum in den ersten sechs Monaten nur 2,9 Prozent. Aufgrund dessen muss Dormakaba seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr nach unten korrigieren: Statt im angestrebten Zielband von 4 bis 4,5 Prozent wird das organische Wachstum nur noch bei 3,5 Prozent veranschlagt.

Für das zweite Geschäftshalbjahr rechnet Cadonau mit einem höheren, das Zwischenergebnis ausgleichenden Wachstum. «Wir sind auf Augenhöhe mit unseren Konkurrenten», sagte er.

«Wir sind auf Augenhöhe mit unseren Konkurrenten.»

Riet Cadonau, CEO Dormakaba (Rümlang/Wetzikon)

Unter den Erwartungen blieb Dormakaba auch beim Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda): Zwar ist der Ebitda um mehr als 20 Prozent auf knapp 211 Millionen Franken gestiegen, liegt aber deutlich unter den von den Analysten veranschlagten 223 Millionen Franken.

Beim Reingewinn legte Dormakaba in den ersten sechs Monaten von 95,8 auf 113,6 Millionen Franken zu. Damit erreichte das Unternehmen aber nicht die erwartete Marke von 131 Millionen Franken.

Nordamerika weniger profitabel

Beim Blick auf die verschiedenen Sparten zeigt sich im ersten Geschäftshalbjahr ein durchmischtes Bild. Auf dem Markt Nordamerika verzeichnet Dormakaba einen Rückgang der Profitabilität – trotz des Grossauftrags einer Hotelkette. Konkret sei die Nachfrage nach Hochsicherheitsschlössern für Bankomaten zurückgegangen.

Wie Cadonau an der Medienkonferenz erklärte, hätten ihre Kunden mit einer rascheren und umfangreicheren Installation von Bankomaten in Indien und China gerechnet.

In den deutschsprachigen Ländern lag das organische Wachstum bei 2,1 Prozent. Der Umsatz in Österreich war so stark, dass er die Einbussen, die in Deutschland durch Projektverzögerungen entstanden waren, wieder ausgleichen konnte. Auch auf dem Schweizer Markt verzeichnet Dormakaba ein leichtes Wachstum, getrieben vor allem durch das Zylindergeschäft, Türschliesser und Lösungen zur elektronischen Zutrittskontrolle.

Kompetitiv in der Schweiz

Trotz fortschreitender Roboterisierung am Standort Wetzikon sei es dort zu keinen Entlassungen gekommen. «Das lief über natürliche Fluktuation», sagte Cadonau. Der CEO verteidigte die Massnahmen als Voraussetzung dafür, hierzulande weiter kompetitiv zu sein: «Um die Stellen in der Schweiz zu erhalten, ist die Automatisierung der Produktion entscheidend.»

«Um die Stellen in der Schweiz zu erhalten, ist die Automatisierung der Produktion entscheidend.»

Riet Cadonau, CEO Dormakaba

Im übrigen Europa und im Nahen Osten sowie im Markt Asien-Pazifik (APAC) konnte Dormakaba die Ebitda-Marge verbessern. Das organische Wachstum auf dem APAC-Markt betrug sogar 6 Prozent. Entscheidend hierfür seien ein vorteilhafter Produktemix und höhere Volumina gewesen.

Festhalten an Zielen für Ebitda-Marge

Riet Cadonau schloss grössere Akquisitionen im laufenden Geschäftsjahr aus; «kleinere interessante Arrondierungen» seien hingegen denkbar. Trotz der Herabstufung der Umsatzerwartung auf 3,5 Prozent hält Dormakaba an den Zielen für die Ebitda-Marge fest. Diese belief sich im ersten Geschäftshalbjahr auf 15,1 Prozent und soll sich im zweiten Halbjahr leicht verbessern.

 

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