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Clientis Zürcher Regionalbank tritt aus Verbund aus

Wetzikon

Clientis Zürcher Regionalbank tritt aus Verbund aus

Die Clientis Zürcher Regionalbank will ihren strategischen Freiheitsgrad erhöhen und ihr Geschäft auszubauen. Sie verzichtet deshalb ab 2020 auf die Zugehörigkeit zur Clientis Gruppe. Die Aktiengesellschaft wird künftig Leistungen für 27 Regionalbanken erbringen.

Tanja
Bircher
Dienstag, 15. Mai 2018, 17:54 Uhr Wetzikon
Die Clientis Zürcher Regionalbank tritt ab 2020 aus der Clientis Gruppe aus. Sie will ihren strategischen Freiheitsgrad erhöhen. (Archivbild: Nicolas Zonvi)

Mit einer Bilanzsumme von über vier Milliarden ist die Clientis Zürcher Regionalbank die grösste Regionalbank im Kanton Zürich. Als regionale Universalbank mit Sitz in Wetzikon deckt sie die Geschäftsfelder Retail- und Private Banking sowie das Firmenkundengeschäft ab. Dank der Mitgliedschaft im Verbund konnte sie sich auf den Ausbau ihrer Marktpositionen konzentrieren: Heute sei sie dreimal grösser als die nächstgrösste Clientis-Bank und nebst dem Retailgeschäft auch im Private Banking und im Firmenkundensegment tätig, heisst es in einer Mitteilung. Dies führe zu abweichenden Bedürfnissen gegenüber den anderen Banken im Verbund.

Mit einem Austritt wolle sich die Clientis Zürcher Regionalbank entsprechend ihrer Grösse als moderne und persönliche Bank im sich wandelnden Marktumfeld positionieren, heisst es weiter. «Entscheidend für die Kündigung auf Ende 2019 war letztlich die Auffassung, in Eigenständigkeit direkter auf die sich ändernden Kunden- und Marktanforderungen reagieren und ihr Geschäftsmodell neu ausrichten zu können.» Die anstehende Trennung werde in einem mit der Clientis Gruppe abgestimmten Prozess ablaufen. Ein möglicher Weiterbezug von Clientis-Leistungen ab 2020 sei Gegenstand von Verhandlungen.

Clientis Leistungen für eigene und Drittbanken

Die Clientis AG wird nach dem Austritt Leistungen für 27 Banken erbringen, nämlich für 14 Clientis-Banken und 13 weitere Regionalbanken. «Die Ausweitung der Clientis Leistungen für die Banken ausserhalb der eigenen Gruppe erfolgte in den letzten drei Jahren und verläuft erfolgreich», teilt die Bank mit. Die in der Clientis Gruppe zusammengeschlossenen Institute erzielten gemeinsam Synergien in den Bereichen Refinanzierung, IT,
Marktbearbeitung und Compliance. Sie tauschten ihre Best Practice in verschiedenen Bereichen aktiv aus. Die Clientis Banken verfügten über ein gemeinsames Sicherheits- und Solidaritätsnetz.

«Wir bedauern den Austritt der Clientis Zürcher Regionalbank. Das Clientis Modell bleibt stark und wird sich den Umfeldbedingungen entsprechend dynamisch und homogener weiteretablieren», sagt Andreas Buri, CEO der Clientis AG. Es schaffe so Voraussetzungen, dass sich die einzelnen Banken weiterhin erfolgreich entwickeln könnten.

Rolf Zaugg, CEO der Clientis Zürcher Regionalbank, ergänzt: «Als grösste Regionalbank des Kantons Zürich mit einer Bilanzsumme von über vier Milliarden haben wir die kritische Masse für die Entwicklung eines eigenen hybriden Geschäftsmodells.» Mit der Aufkündigung der
Mitgliedschaft schafften sie die Voraussetzung für eine verstärkte Eigenständigkeit.

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