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93 Steuertipps von Experten

ZO-Steuertelefon sehr gefragt

93 Steuertipps von Experten

Steuern werden bei einem Umzug neu an jenem Ort bezahlt, in dem man Ende Jahr wohnte. Nützliche Tipps wie diesen gab es gestern am ZO-Steuertelefon.

Christian
Brändli
Freitag, 09. Februar 2018, 07:00 Uhr ZO-Steuertelefon sehr gefragt
Gruppenaufnahme der Teilnehmer Steuertelefon von der Firma Gubser Kalt & Partner
Sie hatten gestern Abend während zwei Stunden das Steuertelefon in Händen (von links): Nicole Zimmermann, Urs Kalt, Monika Zwirner, Thomas Witschi, Adrian Gubser und Christian Bosshard. (Foto: Urs Weisskopf)
URS_WEISSKOPF

Das «Steuertelefon» der Zürcher Oberland Medien AG von gestern Donnerstagabend stiess auch dieses Jahr wieder auf grosse Resonanz. Die Gelegenheit, sich ein paar Tipps und Informationen bei den Profis gratis und steuerfrei abzuholen, wurde von zahlreichen Leserinnen und Lesern genutzt. 
Die Telefonleitung war während der zwei Stunden nonstop besetzt. In gebotener Kürze gab das Expertenteam der Ustermer Treuhandfirma Gubser Kalt & Partner AG Auskunft. Nachfolgend eine Auswahl aus der reichen Palette von Fragen. Die Antworten haben Gültigkeit in Bezug auf die Steuererklärung 2017 des Kantons Zürich.

Ich habe im Ausland noch ein Haus und Bankkonten. Diese habe ich nie in den Steuern aufgeführt. Was muss ich nun tun? Ich habe gehört, dass das Steueramt Kenntnis von meinem Vermögen haben wird.
Der erste Austausch von Daten im Zusammenhang mit dem automatischen Informationsaustausch beginnt voraussichtlich am 1. Oktober 2018. Nach Meinung der eidgenössischen Steuerverwaltung und der Steuerverwaltung des Kantons Zürich sind bis dahin straflose Selbstanzeigen noch möglich. Die straflose Selbstanzeige ist nur einmal möglich, darum wäre es sinnvoll, dass Sie sämtliche nicht deklarierten Vermögenswerte und Erträge dem Steueramt melden. Die Selbstanzeige kann dem kantonalen Steueramt Zürich gemeldet werden. Wichtig ist, dass Sie die Belege des nicht versteuerten Vermögens und der Erträge lückenlos für die letzten zehn Jahren beilegen.


«Der privat erwirtschaftete Kapitalgewinn im Zusammenhang mit dem Verkauf von Kryptowährungen ist steuerfrei.»

Thomas Witschi

Ich habe mir im Oktober 2017 Bitcoins gekauft. Als der Kurs im Dezember so hochschnellte, habe ich diese zu einem guten Preis verkaufen können. Wo muss ich den Gewinn daraus versteuern? 
Kryptowährungen sind digitale Rechnungseinheiten, der Besitz ist somit vergleichbar mit dem Besitz von Bargeld oder Edelmetallen. Der privat erwirtschaftete Kapitalgewinn ist steuerfrei. Falls Sie nun noch weitere Bitcoins besitzen, müssen Sie diese im Vermögensverzeichnis mit dem Kurswert, welcher die eidgenössische Steuerverwaltung publiziert, aufführen. 

Ich bin im August von Wetzikon nach Rüti umgezogen. Jetzt habe ich von Rüti eine Steuererklärung erhalten. Ist das korrekt?
Ja, das ist richtig. Seit dem 1. Januar 2017 gilt das Zuzugsprinzip. Das heisst, Sie bezahlen dort Steuern, wo sie am Ende der Steuerperiode gewohnt haben.  Dies wurde nun an das kantonale Recht angepasst. Bei einem  Kantonswechsel war es schon länger so. 

Ich habe Ende Mai aufgehört zu arbeiten und zog meine vielen Überstunden ein. Im Juli bin ich dann pensioniert worden. Im August wurde mir die Kapitalleistung aus der Vorsorge ausbezahlt. Im September bin ich von Dürnten nach Wetzikon umgezogen. Für die Kapitalleistung habe ich eine Rechnung von Dürnten erhalten. Warum? Ich wohne doch in Wetzikon.
Kapitalleistungen sind in der Gemeinde steuerbar, in welcher Sie im Zeitpunkt der Fälligkeit der Kapitalleistung ihren Wohnsitz hatten. 


«Das Jahr 2017 gilt als Übergangsjahr, in welchem die Verrechnungssteuer aus den Jahren 2016 und 2017 zurückbezahlt wird.»

Monika Zwirner

Mein Freund und ich haben im Dezember 2017 geheiratet. Nun hat uns das Steueramt nur eine Steuererklärung gesandt und zwar für beide. Ist das korrekt?
Ja, das ist richtig. Bei Heirat werden die Ehegatten für die ganze Steuerperiode gemeinsam besteuert. Egal, ob Sie im Januar oder Dezember heiraten. 

Ich ärgere mich immer, dass ich die Verrechnungssteuer erst ein Jahr später erhalte. Das heisst, mit der Steuererklärung 2017 erhalte ich erst die Verrechnungssteuer aus dem Jahr 2016. Warum ist das so?
Dies war bis heute so. Jetzt verhält es sich aber so, dass ab der Steuerperiode 2017 direkt die Verrechnungssteuer 2017 zurückbezahlt wird. Natürlich erhalten Sie auch die Verrechnungssteuern aus dem Jahr 2016 zurück. Das Jahr 2017 gilt somit als Übergangsjahr, in welchem Sie die Verrechnungssteuer aus den Jahren 2016 und 2017 zurückbezahlt erhalten.

Bei den Berufsauslagen wollte ich die Autokosten abziehen. Nun hat mir ein Bekannter 
gesagt, dass ich neu ab diesem Jahr bei den Staats- und Gemeindesteuern maximal 5000 Franken abziehen kann. Ist das korrekt?

Für die Steuererklärung 2017, welche Sie ja jetzt ausfüllen, dürfen Sie bei den Staats- und Gemeindesteuern noch die vollen Autokosten abziehen, das heisst, es gibt noch keine Beschränkung wie bei der Bundessteuer. Beim Bund liegt die Beschränkung für die Steuerperiode 2017 bei 3000 Franken. Für die Steuerperiode 2018 beträgt der maximale Abzug für die Staats- und Gemeindesteuern 2018 5000 und für die Bundessteuer 3000 Franken.


«Für die Steuererklärung 2017 dürfen bei der Staats- und Gemeindesteuer noch die vollen Autokosten abgezogen werden.»

Nicole Zimmermann

Wir hatten einen Wasserschaden im Keller. Dieser kostete uns 15‘700 Franken. Von der Versicherung haben wir 5700 Franken erhalten. Muss ich diesen Betrag als Einkommen versteuern?
Nein, die 5700 Franken gelten nicht als Einkommen. Sie dürfen aber bei den Liegenschaftskosten nur  die Differenz der bezahlten Kosten zu der erhalten Versicherungsleistung abziehen. In Ihrem Fall wären dies 10‘000 Franken.

Ich bin verheiratet und wir haben drei Kinder. Mein Mann ist sehr in seinem Job engagiert und verdient auch viel. Ich halte ihm den Rücken frei, schmeisse den Haushalt und umsorge unsere drei Kinder. In letzter Zeit ist mir das zu viel geworden. Ich habe gar keine Zeit mehr für mich. Darum haben wir beschlossen, unsere Kinder einen Tag pro Woche in die Kinderkrippe zu geben, damit ich mal wieder mit meinen Freundinnen was machen kann. Dürfen wir die Krippenkosten nun auch abziehen? 
Nein, dass dürfen Sie nicht. Die Kosten müssen im direkten Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit, Ausbildung oder Erwerbsunfähigkeit von Ihnen stehen. 

Ich bin 87 Jahre alt, wohne immer noch in meiner eigenen Wohnung. Nun ist mir die Putzarbeit aber zu viel geworden und ich habe eine Putzfee. Darf ich dieses bei den Krankheitskosten abziehen?
Nein, das dürfen Sie nicht. Die Kosten ihrer Putzfee gelten als «Lebenshaltungskosten». 

Ich habe von meinen Eltern eine Schenkung erhalten. Der Betrag beläuft sich auf 120‘000 Franken. Muss ich Schenkungssteuern bezahlen?
Nein, müssen Sie nicht. Wir empfehlen ihnen aber, auf Seite 4 der Steuererklärung unbedingt den Vermerk betreffend der Schenkung anzubringen. Bei Schenkungen an Ehegatten, deren Nachkommen sowie an die eingetragene Partnerin oder den eingetragenen Partner ist keine separate Steuererklärung einzureichen.

Unser Sohn ist 26 Jahre alt, wohnt bei uns und besucht die Universität in Zürich. 
Welche Abzüge kann ich geltend machen?

Für volljährige Kinder, welche sich in der beruflichen Erstausbildung befinden, können Sie den Kinderabzug und den Versicherungsabzug für Kinder gelten machen, sofern Sie für den Unterhalt ihres Kindes aufkommen. (zo)

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