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Anwohner können aufatmen: Die Handyantenne kommt nicht

Anwohner können aufatmen: Die Handyantenne kommt nicht

Der Mobilfunkanbieter Salt hat das Baugesuch für eine Handyantenne auf einem Wohnhaus an der Walder Felsenkellerstrasse 29 zurückgezogen. Die Anwohner sind erleichtert.

Freitag, 05. Mai 2017, 07:07 Uhr
Handyantenne auf Wohnhaus
Antennen-Projekt abgebrochen: Die Anwohner der Felsenkellerstrasse müssen nicht mehr um ihre Gesundheit bangen. (Archivbild: Seraina Boner)

Das Baugespann auf dem Dach der Felsenkellerstrasse 29 kommt bald weg. Auf dem Wohnhaus wollte der Mobilfunkbetreiber Salt eine vier Meter hohe Handyantenne errichten. Salt hat es sich nun anders überlegt. Das Baugesuch für die Antenne wurde zurückgezogen. «Vor gut einer Woche haben wir durch ein Schreiben des Walder Bauamts erfahren, dass Salt in unserem Quartier doch keine Antenne hinstellen will», sagt Hermann Fitze, der mit seiner Frau an der Felsenkellerstrasse 23 wohnt.

Für die Fitzes eine frohe Botschaft. «Es freut uns sehr, dass Salt von einer Antenne im Felsenkellerquartier absieht», sagt der Rentner. Die Antenne wäre 24 Meter von seinem Schlafzimmer entfernt zu stehen gekommen.

Angst vor Wertverminderung

Fitze und weitere 23 Anwohner störten sich am Vorhaben des Mobilfunkanbieters. Sie fürchteten sich vor den schädlichen Strahlen der Anlage und von der Wertverminderung der Eigentumswohnungen. «Eine solche Antenne hat in einem Wohnquartier mit Familien und Kindern nichts zu suchen», kritisierte Fitze. Er und seine Nachbarn wären sogar rechtlich gegen das Projekt vorgegangen (wir berichteten).

Baureglement nicht berücksichtigt

Auf Nachfrage erläutert Salt die Gründe für den Rückzug: «Unser Baugesuch hat das ‹Kaskadenmodell› des Baureglements der Gemeinde Wald nicht genügend berücksichtigt und war deshalb nicht bewilligungsfähig», sagt Mediensprecher Benjamin Petrzilka. Bauamtleiter Christian Zwahlen bestätigt: «Salt hat die Walder Bauordnung zu wenig berücksichtigt.» Um eine Mobilfunkantenne in einer Wohnzone zu errichten, müsse der Betreiber einen Nachweis erbringen, dass in den anderen zulässigen Gewerbe- und Industriezonen keine Standorte zur Verfügung stehen, so Zwahlen.

Das Bauamt habe einen solchen Nachweis von Salt verlangt, jedoch keinen erhalten. «Die Firma Salt hat eingesehen, dass sie praktisch keine Chance hat, zu beweisen, dass der Bau nur im Felsenkellerquartier möglich ist.» Daher sei es verständlich, dass Salt keinen grossen Aufwand veranstalte, wenn die Aussicht auf Erfolg gering sei.

Auch wenn die Bewohner des Felsenkellerquartiers nun aufatmen können, heisst das nicht, dass gar keine Antenne in Wald errichtet wird. Dies, weil die Anlage keine neue, sondern eine bestehende ist, die derzeit noch auf der Fabrikhalle im Weberei-Keller-Areal steht. Man sei nach wie vor auf der Suche nach einem Ersatzstandort für die Mobilfunkanlage, die in naher Zukunft abgebrochen werden müsse, so Salt.

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