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«Von nun an ist der Kantonsrat in fester Rütner Frauenhand»

Bürgin neu höchste Zürcherin

«Von nun an ist der Kantonsrat in fester Rütner Frauenhand»

Seit heute ist Yvonne Bürgin (CVP) die höchste Zürcherin. An der Wahlfeier in Rüti wurde sie von der Bevölkerung und der Politprominenz in Empfang genommen. Es war ein Fest, das sie sich nicht mal im Traum habe vorstellen können.

Fabia
Bernet
Montag, 07. Mai 2018, 19:15 Uhr Bürgin neu höchste Zürcherin

Für Yvonne Bürgin (CVP) ging es heute Abend hoch hinaus. Einerseits wurde sie als Kantonsratspräsidentin zur höchsten Zürcherin gewählt. Andererseits ging es für sie an der Wahlfeier in Rüti wortwörtlich in die Höhe. Beim Parkplatz der Rütner ZKB, wo die Begrüssung durch den Gemeindepräsidenten Peter Luginbühl (FDP) stattfand, wartete bereits die Freiwillige Feuerwehr Rüti auf Bürgin. Mitsamt der neuen Autodrehleiter empfingen sie die frischgewählte Kantonsratspräsidentin.

«Du sollst nicht nur den Überblick über die Frauen und Männer im Kantonsrat haben», sagte Luginbühl und wies Bürgin an, sich zum Feuerwehrfahrzeug zu bewegen. Gemeinsam mit ihrem Mann stieg Bürgin in den Korb und fuhr 32 Meter in die Höhe. Den Korb zierten zwei Flaggen. Einmal jene von Zürich, einmal jene von Rüti. Seit gestern repräsentiert Bürgin beide Städte. «Wir sind stolz auf dich. Und wir sind stolz darauf, dass die Rütner Wurzeln nun im Kantonsrat vertreten sind», schloss der Gemeindepräsident seine Begrüssung.

«Wir sind stolz auf dich. Und wir sind stolz darauf, dass die Rütner Wurzeln nun im Kantonsrat vertreten sind.»

Peter Luginbühl (FDP), Gemeindepräsident Rüti

Davon, dass sich die Rütner für die Ratspräsidentin aus den eigenen Reihen freuen, zeugten die unzähligen Hände, die Bürgin schüttelte und die dutzenden Küsschen, die sie verteilte. Zum öffentlichen Apéro beim Amtshaus wurde die Bevölkerung geladen. Die Rütner mischten sich unter die bereits anwesende Politprominenz. Der gesamte Regierungsrat, die Vorsitzenden der Kantonsratsfraktionen- und Kommissionen, sowie auch der Rütner Gemeinderat feierten den grossen Tag der CVP-Frau. Der letzte Vertreter der CVP war im Amtsjahr 1999/2000 auf dem Bock. Der Fällander Richard Hirt hatte damals das Amt inne. Die ganze Aufmerksamkeit sei speziell und gewöhnungsbedürftig für sie, sagte Bürgin. «Es ist wie bei einer Hochzeit. Es ist einmalig. Also geniesse ich die Feier heute, ab morgen kommt dann die Arbeit auf mich zu.»

Empfang in Rüti

(Video: Simon Grässle)

Noch immer in Rüti verwurzelt

«Von nun an ist der Kantonsrat in fester Rütner Frauenhand», begann Luginbühl beim Amtshaus seine zweite Ansprache. Danach belegte er Bürgin mit einer Reihe von wohlgemeinten Umschreibungen: «Yvonne Bürgin ist eine zielstrebige, bodenständige und geerdete Person. Sie verkörpert Neugierde, Glaubwürdigkeit und Optimismus.» Ein ähnliches Motto definierte Bürgin selbst für ihr kommendes Amtsjahr: «Ausdauer, Anstand und Ausstrahlung». Diese Komponenten will sie in den Kantonsrat bringen. «Das ist kurz und knackig. Das passt zu meiner Politik.»

Für das Jahr als Zürcher Kantonsratspräsidentin wünschte ihr der Gemeindepräsident Luginbühl hingegen «Energie, Gesundheit, Glück, viele Apéros und Leidenschaft.»

«Ich hatte den ganzen Tag immer wieder Nervositätsschübe.»

Yvonne Bürgin (CVP), Kantonsratspräsidentin

Auch Yvonne Bürgin liess es sich nicht nehmen ein paar Worte an die anwesenden Gäste zu richten. «Dass Rüti zu meinen Ehren mal ein Fest feiern würde, wäre mir nicht im Traum in den Sinn gekommen», sagte sie sichtlich gerührt. Sie sei noch immer stark in Rüti verwurzelt. Hier habe auch ihre politische Karriere ihren Lauf genommen.

In die Lüfte gehoben

(Video: Simon Grässle)

«Rüti wird mir auch im Kantonsrat weiter begegnen», sagte sie. Der Objektskredit für das Mehrzweckgebäude in Rüti werde auch diesem Rat vorliegen. «Leider kann ich dann als Präsidentin keine flammende Rede mehr dazu halten.» Stattdessen müsse sie für Ruhe sorgen und eine leitende Funktion übernehmen. «Kompetenzen, die ich mir als Trainerin im Rütner Turnverein und als Mutter von drei Kindern aneignen konnte.» Die Unterstützung ihres Mannes und der Kinder habe sie. Alle hätten sie in ihrem Vorhaben bestärkt. Dennoch sei sie sehr nervös gewesen. «Ich hatte den ganzen Tag immer wieder Nervositätsschübe. Ich habe aber Strategien, wie ich solche Panikattacken wegbringe und in Adrenalin verwandeln kann», sagte sie. «Jetzt, wo ich aber alle meine Turngspändli sehe, geht es mir besser.»

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