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Hadliker Antennen-Gegner fordern strahlungsarme Zonen

Hadliker Antennen-Streit

Hadliker Antennen-Gegner fordern strahlungsarme Zonen

Die Hadliker IG Mobilfunkfreie Zone fordert mittels einer Petition antennenfreie Wohnzonen. Diese soll dem Bundesrat und dem Parlament am Freitag unterbreitet werden.

Fabia
Bernet
Dienstag, 06. Februar 2018, 20:00 Uhr Hadliker Antennen-Streit

In Hadlikon wohnen ohne von elektromagnetischer Strahlung belästigt zu werden. Das ist der Traum der Hadliker Antennen-Gegner. Dafür wollen sie nun auch mit einer Petition kämpfen. Am Freitag wird die Interessengemeinschaft Mobilfunkfreie Wohnzone diese dem Bundesrat und dem Parlament unterbreiten. Darin fordern die Unterzeichner «einen wirksamen Schutz der Bevölkerung vor Tag und Nacht einwirkender Mobilfunkstrahlung».

Dabei berufen sie sich auf die Grundlage der Bundesverfassung und den Bericht des Bundesrates zum Schutz vor Passivrauchen. Basierend darauf schwebt den Petenten eine Schaffung von antennenfreien Zonen im Siedlungsgebiet der Schweiz vor. «Die Ausscheidung von Hadlikon im Zürcher Oberland und weiterer klar definierter Orte als strahlungsarme Zonen wäre ein erster Schritt», wird die Forderung begründet. Dies würde eine Entschärfung des akut gewordenen Problems bringen.

Keine weiteren Konzessionen

Mindestens fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung würden unter der elektromagnetischen Strahlung leiden, wird in der Petition deklariert. Daher fordern die Unterzeichner weiter, dass keine weiteren Konzessionen für bereits angewendete und geplante 5-G-Funktechnologien vergeben werden. Dafür soll eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Zudem soll die Haftungsfrage bei Schäden an Mensch, Tier und Umwelt geregelt und gesundheitlich besser verträgliche Technologien sollen forciert werden.

Seit 2009 ist der Hinwiler Weiler eigentlich antennenfrei. Das soll auch so bleiben, wenn es nach der IG geht. Im Juli 2017 erhält allerdings der Mobilfunkanbieter Salt die Baubewilligung für eine Antenne. Die IG hat darauf einen Rekurs bei Baurekursgericht Zürich eingereicht. Kurz danach klopfte auch Swisscom bei den Hadlikern an und suchte nach einem Standort für ihre Antenne.

«Flüchtlinge im eigenen Land»

Im vergangenen Dezember wandte sich Kathrin Luginbühl, Mitglied der IG, bereits mit einem Schreiben an den Bundesrat. Notabene am Tag der Menschenrechte. «Wegen den ungewissen Folgen für die Volksgesundheit und letztlich auch für die Volkswirtschaft darf sich der Bundesrat diesem Thema nicht länger verschliessen», heisst es in dem sechsseitigen Brief.

Auf der letzten Seite beschreibt sie die Umstände, mit denen sie als elektrosensibler Mensch zu kämpfen hat. «Die Ungewissheit, wie lange wir elektrosensiblen Menschen im Siedlungsgebiet der Schweiz noch eine Wohnumgebung vorfinden, wo wir mit unserem Leiden ein menschenwürdiges Leben führen können, ist eine grosse Belastung für uns.» Elektrosensible Menschen drohen zu «Flüchtlingen im eigenen Land zu werden». Luginbühl forderte die Bundesräte dazu auf, sich Gedanken über ihre Grundaufgaben bezüglich ihres Schutzauftrags gegenüber dem Schweizer Volk zu machen.

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