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Zu viele missachten Tempo 30

Im Grüninger Dorfteil Itzikon gilt seit bald vier Jahren Tempo 30. Doch längst nicht alle Autofahrer halten sich an die Vorschriften. Mit dem Einbau von Bremsschwellen könnte sich das ändern.

Donnerstag, 17. Juli 2008, 09:00 Uhr

Die Grüninger Gemeindepräsidentin Susanna Jenny (parteilos) wohnt selber an der Itziker Dorf-Strasse. Ein grosser Teil des Verkehrs in Itzikon sei hausgemacht, sagt sie, «allerdings benutzen immer mehr Automobilisten die Itziker Dorf-Strasse als Schleichweg, um das historische Stedtli grossräumig zu umfahren und Wartezeiten vor dem Rotlicht zu vermeiden».

Handlungsbedarf angezeigt

Nur die wenigsten halten sich aber an die Tempo-30-Signalisation, wie eine kürzlich durchgeführte Geschwindigkeitsmessung der Kantonspolizei ergab. 2037 Fahrzeuge durchquerten während knapp einer Woche Itzikon. Würden maximal nur 15 Prozent aller Verkehrsteilnehmer die Tempolimite überschreiten, also mindestens 85 Prozent die Höchstgeschwindigkeit einhalten, müsste die Gemeinde nicht aktiv werden. So lauten die Vorgaben der Kantonspolizei. Massgebend ist die so genannte V85-Geschwindigkeit, das heisst, die Geschwindigkeit, die von 85 Prozent der erfassten Fahrzeuge nicht überschritten wird.
Im Fall von Itzikon sprechen die Zahlen eine deutliche, aber negative Sprache. Konkret: 85 Prozent der Autofahrer waren nicht mit höchstens 30 km/h, sondern mit maximal 41 km/h unterwegs. «Damit ist Handlungsbedarf angezeigt», sagt Susanna Jenny. Für die Gemeindepräsidentin ist das Messresultat vor allem deshalb ernüchternd, weil heute die meisten Autolenker nur unwesentlich langsamer durch den ländlichen Dorfteil fahren als vor Einführung der Tempo-30-Zone Ende 2004.

Markierungen auf der Strasse

Das will der Gemeinderat jetzt ändern. Er beschloss, als erste Massnahme die Fahrbahn auf der Itziker Dorf-Strasse und der Rietli-Strasse mit zusätzlichen Tempo-30-Symbolen zu bemalen. Laut Jenny geschieht dies zwischen den Sommer- und den Herbstferien. Sollte sich die Situation nicht entscheidend verbessern, gebe es zwei Möglichkeiten. «Entweder, wir heben die Tempo-30-Zone wieder auf, was allerdings ein klarer Rückschritt bedeuten würde, denn in Itzikon wohnen viele Kinder. Und Trottoirs gibt es entlang der Itziker Dorf-Strasse keine.» Gefährliche Situationen wären also vorprogrammiert.
Wesentlich sympathischer ist der Gemeindepräsidentin die zweite Variante, der Einbau von Bremsschwellen, so genannten Berliner Kissen, kleinen Hügelchen, die sanft ansteigend und ebenso sanft wieder abfallen. Die Schwellen zwingen die Autofahrer, das Tempo zu drosseln. Keine besondere Hürde seien die Schwellen für die Busse, sagt Susanna Jenny. «Wegen ihrer grösseren Achsbreite können sie über das Hindernis fahren, ohne die Schwellen mit den Rädern zu berühren.»

Tempo-30-Zone 2004 eingeführt

Tempo 30 wurde in Itzikon vor vier Jahren eingeführt, nachdem die Strasse auf einer Länge von zwei Kilometern saniert worden war. Die Grüninger Gemeindeversammlung hatte das knapp 3,5 Millionen Franken schwere Bauvorhaben im Juni 2003 bewilligt. Der Gemeinderat nahm die Tempo-30-Zone vor allem auf Anregung der Itziker Bevölkerung ins Projekt auf.

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