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Tierquälerei im Hirschgehege

Nach dem Fall der Tierquälerei im Hirschgehege in Grüningen, wollen die Besitzer auf die Folgen aufmerksam machen. Gegen den Schützen wurde Anzeige erhoben.

Mittwoch, 10. Dezember 2014, 19:32 Uhr

Wenn Urs Müller mit seiner grossen Kartonkiste auf das Hirschgehege zugeht, kommen die 34 Tiere neugierig näher. Sie wissen genau, dass es nun trockenes Brot zu fressen gibt. Ruhig geniessen die stolzen Tiere das Fressen, doch die Idylle täuscht. «Erst vor Kurzem lag ein totes Tier im Gehege», sagt der gelernte Metzger. Auch wenn er die Todesursache nicht untersucht habe, liegt eine Vermutung nahe. «Als ich einige Wochen später eines der anderen Tiere schlachtete, entdeckte ich eine kleine Kugel eines Luft­gewehrs zwischen den Rippen», sagt Müller und ist empört. Zwar habe diese Kugel das Tier nicht getötet, aber bei einem Jungtier wäre das durchaus möglich. «Ich könnte mir deshalb vorstellen, dass der tote Hirsch an einer Kugel gestorben ist.» Wenn eine solche Kugel den Weg durch die Rippen in die Lunge fände, sterbe das Tier einen langsamen, schmerzhaften Tod.

Ein skrupelloser Schütze

Anscheinend gehe in Grüningen ein Schütze um, erzählt Müller. Er macht sich Sorgen um seine Tiere. «Besser schützen können wir unsere Hirsche nicht wirklich.» Das drei Hektaren grosse Gehege ist mit einem Zaun umgeben. Die einzige Möglichkeit wäre eine Videoüberwachung. «Aber, abgesehen von den hohen Kosten für eine solche Überwachungsanlage, ist das auch mit dem Persönlichkeitsschutz und der Privatsphäre nicht kompatibel», sagt Müller.

Die Besitzer der Damhirsche haben deshalb bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt erhoben. Die Anzeige lautet auf Tierquälerei. «Die Chancen, den Schützen ausfindig zu machen, ist praktisch gleich null», sagt Müller. Er wolle aber, dass dem Täter die Konsequenzen seines Handelns aufgezeigt würden.

Hilfe der Bevölkerung

Zudem haben die Besitzer die Bevölkerung auf die Problematik der Tierquälerei hingewiesen. «Ich hoffe, dass die Leute in Grüningen dadurch aufmerksamer werden und so vielleicht sogar ein weiterer Anschlag auf unsere Hirsche verhindert werden kann.»

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