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«Komplimente sind das Schönste»

Grüninger Gelatino-Wägeli

«Komplimente sind das Schönste»

Der Sommer ist da – und mit ihm die Glace-Saison. Sarina Kunz aus Grüningen verkauft in ihrem Gelatino-Wägeli italienische Glace und probiert dabei gerne Neues aus.

Alexandra
Gygax
Samstag, 03. Juni 2017, 17:40 Uhr Grüninger Gelatino-Wägeli
Gibt es nur im Doppelpack: Sarina Kunz und ihr Gelatino-Wägeli. (Bild: Alexandra Gygax)

Es ist einer der ersten warmen Frühlingstage, noch trauen die Leute dem blauen Himmel nicht. Vereinzelt sieht man risikofreudige Männer in kurzen Hosen. Ein strahlend gelbes Wägeli mit blauem Fahrerabteil zieht die Blicke auf sich. Das Wägeli gehört Sarina Kunz, die an diesen Samstag am Gartenfestival in Hombrechtikon ihr selber gemachtes Gelati verkauft. Für sie hat der Frühling begonnen: «Ab Mai bin ich fast jedes Wochenende für Hochzeiten gebucht oder an Chilbis anzutreffen.»

Immer dabei ist das Gelatino-Wägeli, ein Gefährt auf drei Rädern mit dem Motor einer Vespa, Höchsttempo 45. Kunz ist gerne damit unterwegs: «Die Leute schauen immer so grimmig, aber wenn sie mein Wägeli sehen, müssen alle lachen.»

Glücklicher Zufall

Begonnen hat alles vor vier Jahren. Die heute 30-jährige arbeitete damals in einer Gelateria in Richterswil. Ihr Chef wollte den Wagen verkaufen und wandte sich an Kunz. Für sie sei es ein glücklicher Zufall gewesen. «Ich hatte immer den Traum, selbstständig zu werden und ein Café zu haben. Jetzt habe ich einen Glace-Wagen.»

Das Gelatino kann man mieten für Geburtstage, Hochzeiten oder Firmenanlässe. Auf ihrer Homepage gibt Kunz jeweils den nächsten Verkaufsort an. «Damit die Leute wissen, wo man mich findet und sich einen ersten Eindruck machen können.»

Zehn verschiedene Sorten

Das Glace stelle sie in der Konditorei ihrer Schwiegereltern, der Pasticceria Italiana in Hombrechtikon, her. Ein professioneller Gelatière habe ihr beigebracht, wie man «richtige italienische Gelati» macht. «Ich wollte etwas machen, das gut ist.» Mittlerweile kreiert sie ihre Glacesorten selber: Sorbets aus frischen Früchten, ohne Zusatzstoffe. Im Angebot hat Kunz immer fünf Standardsorten wie Vanille oder Schokolade, sowie fünf ausgefallenere Sorten — Eigenkreationen.

An diesem Samstag verkauft sie Kalamansi-Sorbet. «Das ist eine Zitrusfrucht, die dem Geschmack einer Mandarine ähnelt», erklärt Kunz den Besuchern, doch kosten möchte niemand. «Die Leute probieren ungern Neues und nehmen lieber, was sie schon kennen.»

Grosse Komplimente

Ein Kunde, der vor wenigen Minuten ein Glace gekauft hat, kommt nochmals am Wägeli vorbei: «Es war sehr fein!» Kunz lacht und bedankt sich. «Die Komplimente sind das schönste an meinem Job.» Schon kleine Kinder würden zu ihr kommen und ihr Glace loben, das freue sie immer sehr.

An Sonntagen, an denen sie keine Aufträge hat, ist Kunz am Lützelsee anzutreffen. Dort brauche sie keine Bewilligung um zu verkaufen. Ausserdem kann sie so auf sich aufmerksam machen: «Glückliche Leute mit Glace sind die beste Werbung für mich.»

Wetterabhängig

Schlecht ist für Kunz das wechselhafte Wetter. Im Sommer sei das Gelatino ein 100-Prozent-Job, doch sobald die Sonne weg sei, wollen die Leute kein Glace mehr. Im Winter arbeitet Kunz in der Konditorei ihrer Schwiegereltern. «Es ist aber schon vorgekommen, dass mich jemand für eine Weihnachtsfeier gebucht hat.» Dafür hätte sie  im Dezember nochmals Glace produzieren müssen, denn ihr sei wichtig, dass alles frisch ist.

Und dann bestellt sich eine Frau doch noch das Kalamansi-Sorbet: «Kenn ich nicht, probier ich gern.» Sarina Kunz strahlt überglücklich, als sich die Konsumentin genüsslich schleckend entfernt.

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