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Wie Krummenacher den Schmerzen trotzt

Grütner Töffpilot

Wie Krummenacher den Schmerzen trotzt

Randy Krummenacher liegt bei Saisonhälfte in der Supersport-WM in Tuchfühlung mit dem Leader. Trotz gesundheitlicher Probleme ist der Grütner zufrieden – und gibt sich angriffig.

Florian
Bolli
Montag, 13. August 2018, 11:52 Uhr Grütner Töffpilot
Randy Krummenacher kämpft trotz gesundheitlicher Probleme um die WM. (Foto: PD)

Vier verschiedene Rennsieger, sechs verschiedene Podestfahrer, ein Trio, das an der WM-Spitze innerhalb von nur acht Punkten klassiert ist: Die Bilanz zur Saisonhälfte in der Supersport-WM zeichnet das Bild einer spannenden und an der Spitze ausgeglichenen Meisterschaft.

Mittendrin in dieser Spitzengruppe befindet sich Randy Krummenacher. Der 28-Jährige aus dem Grüt kehrte auf diese Saison hin aus der Superbike-WM in die nächst tiefere Kategorie zurück, weil er Siege und Titel anstrebt.  Ein Wechsel, der sich bis anhin gelohnt hat. Eines von bisher sechs Rennen hat er gewonnen, zwei weitere Male stand er als Zweiter auf dem Podest, und in der WM-Wertung hat er als derzeit Drittplatzierter nur acht Zähler Rückstand auf Leader Sandro Cortese.

Virus und Rippenbrüche

Krummenacher ist also quasi im Soll – obschon er nicht an jedem Rennwochenende das Optimum herausholen konnte. Mitte April wurde er etwa in Aragon nach Kupplungsproblemen und einem Sturz nur Elfter. Und in den letzten beiden Rennen in Imola und Donington waren die Plätze fünf und vier Resultate, die er als «gute Schadensbegrenzungen» bewertet. Dies angesichts der Tatsache, dass er körperlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war nach einer Viruserkrankung, die er eigentlich bereits nach Imola überstanden glaubte.

Nun war er auch in Donington noch nicht wieder völlig fit. Das wirft Fragen auf – doch der Grütner beschwichtigt: «Es geht mir besser. Ich hatte mir vor Imola einen Virus eingefangen, mich davon fast schon wieder erholt, dann aber wieder etwas aufgelesen. Jetzt geht es darum, dass ich bis zum nächsten Rennen in Brünn wieder ganz gesund werde.» Dafür sucht Krummenacher diese Woche einen Spezialisten auf, der ihm dabei helfen soll, die Giftstoffe aus dem Körper zu bringen. Ganz beiläufig erwähnt der Oberländer, dass er sich zwei Rippenbrüche zuzog, als er im Warmup vor dem Rennen in Imola stürzte und von einem anderen Fahrer getroffen wurde. Die ohnehin schon schmerzhafte Verletzung fiel noch stärker ins Gewicht, weil Krummenacher keine Schmerzmittel nehmen konnte – seine Magenprobleme liessen dies nicht zu.

Quartett auf hohem Level

Doch abgesehen von den gesundheitlichen Problemen zeigt sich der Oberländer bei Saisonhälfte zufrieden. Auch ihm gefällt es, dass die Spitze eng umkämpft ist. «Wir geben es uns ziemlich, das Level ist sehr hoch. Vier Fahrer haben die Chance auf den Titel», sagt der 28-Jährige. Einen Hauptkonkurrenten sieht er im Trio mit dem deutschen Sandro Cortese sowie den beiden Franzosen Jules Cluzel und Lucas Mahias nicht, «sie sind alle drei schnell und haben ein starkes Paket. Wir sind nahe zusammen – um so wichtiger ist es, regelmässig gut zu punkten».

«Nach Assen hatten alle Angst vor uns.»
Randy Krummenacher

Fahrerische Konstanz ist das eine, was Titelkandidaten auszeichnet. Die Psychologie kann aber genau so wichtig sein. Genau daran denkt Krummenacher, wenn er sagt: «Wichtig ist es, dass wir in den nächsten Rennen demonstrieren, dass wir die absolut Schnellsten sind. Denn nach Assen hatten alle Angst vor uns.» In Holland musste Krummenacher vom letzten Startplatz aus ins Rennen gehen, weil ein Mechaniker vergessen hatte, den Tank zu füllen. Der Oberländer fuhr noch auf den zweiten Rang und stellte dabei einen Rundenrekord auf.

Rennabstimmung im Fokus

Luft nach oben hat Krummenacher insbesondere im Qualifying noch. Bisher stand er fast immer in der zweiten Startreihe. Ein Manko, das vom Team aber bewusst in Kauf genommen wird. «Wir haben noch zu wenig Erfahrung, um uns eine Einzelstrategie für die Qualifikation bereitzulegen. Je nach Strecke benötigen wir noch recht viel Arbeit und Zeit, um eine gute Basis zu finden», sagt Krummenacher. «Wichtiger ist die Rennabstimmung, und die hat bisher fast immer gepasst.» Zudem sei der Startplatz zwar wichtig, aber nicht entscheidend. «Wenn es passt, kann man auch vom neunten Startplatz aus gewinnen.»

Gewinnen – das ist letztlich das Ziel des Oberländers. «Wenn nach der zweiten Saisonhälfte immer noch acht Punkte hinter dem WM-Leader zurück liege, bin ich nicht zufrieden», sagt er. «Jetzt muss ich schauen, dass ich fit werde. Denn dann ist alles gut.» Und er um die Erfahrung reicher, dass leiden muss, wer erfolgreich sein will.

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