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Bubikon sucht Spenden für Asylunterkunft

Gossau als Vorbild

Bubikon sucht Spenden für Asylunterkunft

An der Gemeindeversammlung im März bewilligten die Bubiker den Kredit für die Asylunterkunft Furtwis. Nun sucht die Gemeinde nach gespendeten Möbeln und Geschirr für den geplanten Neubau und orientiert sich dabei an Gossau.

Fabia
Bernet
Donnerstag, 05. Juli 2018, 21:59 Uhr Gossau als Vorbild

«Für den Neubau Furtwis benötigen wir Ihre Hilfe.» Dies schreibt die Gemeinde Bubikon in einer Mitteilung, die sie online publiziert hat. Der Satz wird ergänzt von zwei Ausrufezeichen. Der Kredit über 2'726'840 Franken für die Asylunterkunft Furtwis wurde vom Bubiker Souverän an der Gemeindeversammlung vom 7. März bewilligt.

Zuvor hatte die Gemeinde die Bevölkerung mit einem Flugblatt zur Mithilfe bei der Bereitstellung von geeignetem Wohnraum aufgerufen. Die eingegangenen Angebote hatten sich jedoch als nicht geeignet erwiesen oder hätten nicht schnell benutzt werden können.

Nun ist die Gemeinde offenbar noch einmal auf den Support ihrer Bürger angewiesen. Dem Neubau fehlen noch Betten, Tische, Stühle, einiges an Geschirr und andere Einrichtungsgegenstände. Daher sucht die Gemeinde nach Material-Spenden.

20'000 Franken Reserve

Im Kredit sind bereits 20'000 Franken für die Ausstattung einberechnet. «Man kann aber unmöglich 16 Wohnungen mit diesem Betrag einrichten. Daher benötigen wir Spenden», sagt Carlo Wiedmer, Interims-Gemeindeschreiber von Bubikon. Die 20'000 Franken seien eine Reserve.

«Man kann aber unmöglich 16 Wohnungen mit diesem Betrag einrichten.»

Carlo Wiedmer, Interims-Gemeindeschreiber von Bubikon

Die Idee zum Spendenaufruf kommt nicht von ungefähr. «Wir haben mit der Gemeinde Gossau bereits zu Beginn der Planung Kontakt aufgenommen. Dort haben sie damals auch die ganze Asylunterkunft mit Spenden eingerichtet», sagt Wiedmer. Der Bubiker Gemeinderat habe das eine super Idee gefunden und sei diesem Beispiel gefolgt.

«Sammelaktion hat Solidarität geschaffen»

In Gossau seien die Spenden schnell zusammengekommen, bestätigt Gossauer Gemeinderätin Sylvia Veraguth (Politisches Frauenpodium). «Wir haben zur Sammlung den Weg gewählt, zwei Freiwillige für die Koordination zu rekrutieren», so Veraguth. Gemeinsam mit der Leiterin der Abteilung Gesellschaft haben diese die Gegenstände gesammelt und für die Einrichtung der Wohnungen gesorgt. «Bis inklusive Kafilöffeli konnten sämtliche Wohnungen beinahe vollständig aus Spenden eingerichtet werden.»

«Bis inklusive Kafilöffeli konnten sämtliche Wohnungen beinahe vollständig aus Spenden eingerichtet werden.»

Sylvia Veraguth, Gossauer Gemeinderätin

Auch Gossau definierte einen Einrichtungskredit über 30'000 Franken. Davon wurden lediglich 3'000 Franken für Duvets und Kissen, Staubsauger und einige Matratzen und Bettwäsche verwendet. Veraguth ist nach wie vor überzeugt vom Projekt. «Die neuen Bewohner haben die wohnlich und einladend eingerichteten Wohnungen sehr geschätzt und waren freudig überrascht.» Sie würden Sorge zu ihren Wohnungen tragen und ergänzten ihren Wohnbereich laufend mit eigenen Sachen.

Die Sammelaktion sei in der Bevölkerung sehr gut angekommen und habe Solidarität geschaffen. «Aber auch das Bewusstsein, dass man die Asylsuchenden und Flüchtlinge nicht verwöhnt und sorgfältig mit den öffentlichen Finanzen umgeht», so die Gossauer Gemeinderätin.

Keine Entsorgungsstelle

Die Abgabetermine für die Möbel in Bubikon sind erst im September dieses Jahres und im März 2019. «Vor zwei Wochen fand in Bubikon eine Tauschbörse statt. Da kamen bereits einige Sachen für die Furtwis-Unterkunft zusammen», sagt Carlo Wiedmer.

«Natürlich kann nicht alles angenommen werden.»

Carlo Wiedmer

Es habe sich zudem eine freiwillige Person gemeldet, die sich um die Annahme, Beschriftung und Lagerung der Möbel und Gegenstände kümmern werde. «Bitte bedenken Sie, dass die Zimmer relativ klein sind», steht in der Mitteilung. «Natürlich kann nicht alles angenommen werden», sagt Wiedmer. «Das Mobiliar sollte in einem guten Zustand sein und nicht zum Entsorgen bei uns abgegeben werden.»

«Wir suchten bewusst kleine Möbel für die kleinen Wohnungen.»

Sylvia Veraguth

Dies war auch die Bedingung in Gossau. «Wir suchten bewusst kleine Möbel für die kleinen Wohnungen und setzten dieses Argument manchmal ein, wenn wir Spenden abweisen mussten», sagt Veraguth. Dies sei zum Beispiel bei Schlafzimmern aus den 60er-Jahren und Grossmutters dreitürigem Schrank der Fall gewesen.

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