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Nach dem Casting auf dem Juckerhof

Stegerin auf dem Weg zum Bauernkalender-Model

Im neuen Bauernkalender könnte auch eine Stegerin vertreten sein. Debora Diggelmann will zeigen, wie schön Landwirtschaft sein kann

Fabia
Bernet
Mittwoch, 20. Juni 2018, 12:20 Uhr Nach dem Casting auf dem Juckerhof

Es sei ein spontaner Entscheid gewesen am Casting für den Bauernkalender teilzunehmen, sagt die Stegerin Debora Diggelmann. Ans Casting auf dem Seegräbner Juckerhof sei sie unvorbereitet gegangen. «Vor der Jury zu stehen, etwas von mir zu erzählen und mich dann gleich im BH vor der Kamera zu präsentieren, war viel auf einmal», sagt sie.

 

Das Video zum Casting für den Bauernkalender 2019:

(Video: Chiara Coniglio)

Sie sei schon ziemlich nervös gewesen. Man blende dann aber schnell die ganzen Menschen aus. Davon, dass sie ihr Glück versuchen will, wusste nur ihr Freund. Die Spontanaktion hat sich gelohnt: Diggelmann kam eine Runde weiter und steht anfangs Juli vor der Kamera für eine der 13 Kalenderseiten. Mittlerweile hat sie auch ihrer Familie davon erzählt und die haben «mega easy» darauf reagiert. Einzig der Vater habe gefragt ob denn das jetzt wirklich nötig sei.

Die 20-Jährige wohnt dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Aufgewachsen ist sie unweit von ihrem momentanen Zuhause auf dem elterlichen Bauernhof, der noch abgelegener ist. Ohne ihr Auto wäre sie aufgeschmissen, sagt sie. Dennoch würde sie die Stadt niemals dem Land vorziehen.

«Milch kommt von Kuh, nicht aus dem Coop»

Dass sei denn auch ein Grund, wieso sie sich beim Bauernkalender beworben habe. «Mich nerven die Klischees, die man so über die Bauern kennt», sagt sie. «Man kann auch schön und sexy sein, wenn man vom Land kommt.»

Bild: André Gutzwiller

 

Ein Spruch blieb ihr stark in Erinnerung: «Ich war einmal mit meinem damaligen Freund mit dem Auto unterwegs, als wir plötzlich wegen eines Alpaufzugs anhalten mussten. Die Kühe wurden von einem hübschen jungen Mädi angetrieben», sagt sie. Ihr Ex- Freund habe dann nur gemeint, dass die noch hübsch sei für eine Bäuerin. «Ich konnte nicht glauben, dass er das so gesagt hat. Mit der Öffentlichkeit, die sie durch eine Abbildung im Bauernkalender erreichen könnte, möchte sie den Menschen die Landwirtschaft wieder näher bringen. «Die Leute sollen wissen, dass die Milch von der Kuh kommt und nicht aus dem Coop.»

Mehrere Generationen

Schon als Kind musste Diggelmann auf dem elterlichen Hof mithelfen. Rechen, silieren oder ein Auge auf die Kühe haben: Es habe immer etwas zu tun gegeben. Meist habe ihr das Spass gemacht. Ausser wenn ihre Schulfreundinnen am freien Nachmittag in der Badi waren und sie mithelfen musste, habe es genervt.

Der Bauernhof liegt auf 920 Meter über Meer, dort oben sei alles sehr hügelig. Seit mehreren Generationen ist der Hof in Familienhand. Momentan halten sie dort 23 Mutterkühe. Sie kenne jede Kuh im Stall sagt sie und lacht. Die 20-jährige ist eine natürliche Schönheit. Vor der Kamera posiert sie authentisch, braucht sich nicht zu verstellen. Man merkt ihr die Liebe zu den Tieren an, wenn sie zwischen dutzenden Geissen vorbeigeht, sie streichelt und anstrahlt.

Zu viele Kandidaten

Debora Diggelmann geht barfuss durch die Wiese. «Das mache ich immer so», sagt sie. «Im Sommer trage ich praktisch nie Schuhe.» Zudem sei sie sehr aktiv. «Ich bin immer in Bewegung, probiere jeden Sport aus.» So müsse sie sich auch keine Gedanken um ihre Figur machen.

«Ein einmaliges Erlebnis wird es sicherlich werden.»

Debora Diggelmann, Bauernkalender-Anwärterin 

Ob sie am Shooting für den Bauernkalender ebenfalls mit ihrer Natürlichkeit und ihrer schlanken Erscheinung punkten kann, wird sich zeigen. «Die Organisatoren haben mehr Kandidatinnen eingeladen, als abgebildet werden können. Ich hoffe, dass die Fotos gut werden und für den Kalender reichen. Ein einmaliges Erlebnis wird es sicherlich werden», sagt sie

 

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