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Dürntner Sozialamt am Anschlag

Die Fallzahlen in der Sozialhilfe sind in Dürnten in den letzten fünf Jahren um 30 Prozent gestiegen. Nun vergrössert der Gemeinderat die Sozialabteilung.

Mittwoch, 10. September 2014, 06:56 Uhr

In Dürnten beziehen immer mehr Personen Sozialhilfe. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Sozialfälle um 30 Prozent gestiegen. Als Ursache sieht Gemeindeschreiberin Brigit Frick gesellschaftliche Phänomene. «Eine solche Entwicklung kann man derzeit in vielen Gemeinden beobachten.» Verantwortlich sei in erster Linie die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Am stärksten betroffen sind in Dürnten junge Erwachsene und vorläufig Aufgenommene. Dürnten ist in den vergangenen Jahren weiter gewachsen – von 6437 Einwohnern 2008 auf 7157 Ende 2013. Frick glaubt aber nicht, dass die Zunahme der Sozialhilfefälle ausschliesslich mit dem Bevölkerungswachstum zusammenhängt. «In der Vergangenheit entstanden grösstenteils Wohnungen im mittleren Preissegment.»

Zusätzliche Lasten

Ein weiterer Grund für den Anstieg der Fallzahlen liegt in einer Gesetzesänderung im Asylbereich. Neu werden die finanziellen Leistungen für vorläufig aufgenommene Flüchtlinge – deren Asylgesuch zwar abgelehnt wurde, die aber wegen eines andauernden Konflikts nicht in ihre Heimat zurückgeschickt werden können – der Sozialhilfe belastet. Früher wurden diese Kosten über die Asylfürsorge verrechnet.

Gestiegen sind auch die Fälle von Personen, die Zusatzleistungen in Anspruch nehmen. In den vergangenen fünf Jahren ist ihre Zahl um 18 Prozent angestiegen. Die Zusatzleistungen werden an AHV- und IV-Rentner ausbezahlt, deren Einkommen und Vermögen nicht zum Leben ausreichen. Ausserdem werden Beiträge an die medizinische Grundversorgung ausgerichtet.

Plus 80 Stellenprozente

Aufgrund der stark ansteigenden Fallzahlen in der Sozialhilfe und bei den Zusatzleistungen vergrössert der Dürntner Gemeinderat nun die Sozialabteilung und schafft 40 zusätzliche Stellenprozente. Darüber hinaus werden weitere 40 Stellenprozente geschaffen um die gesetzlich vorgeschriebene Anlauf-, Informations- und Koordinationsstelle für Altersfragen einrichten zu können. Diese hat der Gemeinderat bereits im Herbst 2013 mit der Genehmigung des Alterskonzepts gutgeheissen.

Die beiden Aufgaben sollen in einer neu geschaffenen Stelle durch eine Person übernommen werden. Die entsprechende Ausschreibung wird demnächst publiziert. Aktuell sind in der Sozialabteilung 300 Stellenprozente besetzt.

Die höhere Fallzahl und die neuen personellen Ressourcen schlagen sich auch aufs Budget nieder. Genau beziffern will der Gemeinderat die Kosten nicht. Gemeindeschreiberin Brigit Frick sagt nur, die finanziellen Auswirkungen seien «nicht leicht verkraftbar».

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