×

Ziel Energiestadt-Label

Die Gemeinde Bubikon strebt das Energiestadt-Label an. Dafür hat sie zahlreiche Massnahmen ergriffen, die an einer Informationsveranstaltung präsentiert wurden.

Donnerstag, 03. April 2008, 09:00 Uhr

Für 40 Milliarden Franken könnten eine Million Einfamilienhäuser eine Erdsonde einbauen, erklärte Liegenschaftenvorstand George Ulmschneider den rund 30 Zuhörern an der Informationsveranstaltung im Geissbergsaal. Die Zahl kommt nicht von ungefähr, es handelt sich um das «verlorene» UBS-Geld. Schon viele kleine Massnahmen könnren zum Schutz der Welt beitragen, sagte Ulmschneider weiter.

Ziel: Energiestadt-Label

Vor sechs Jahren habe sich der Gemeinderat Bubikon bereits mit der Energieentwicklung befasst. Für die Legislaturperiode 2006 bis 2010 habe er sich das Label Energiestadt zum Ziel gesetzt. Energiestadt ist eine Auszeichnung für Gemeinden, die eine besonders fortschrittliche Energiepolitik betreiben. Dazu müssen die Hälfte der 85 erforderlichen Massnahmen umgesetzt werden, sagte Ursula Stocker von Brandes Energie AG, Zürich. Brandes half mit, dieses Label aufzubauen und berät heute vor allem Gemeinden in der Umsetzung der erforderlichen Massnahmen.

Nicht auf den Lorbeeren ausruhen

Die Gemeinde Bubikon als angehende Energiestadt habe bereits 43 Prozent der Massnahmen ergriffen, war am Vortrag von Ursula Stocker zu erfahren. Besonders lobenswert bezeichnete die Referentin die Massnahmen im Verkehrssektor: «Die Bewirtschaftung von Parkplätzen im öffentlichen Raum ist vorbildlich.» Auch die flächendeckende Tempo 30 Zone, die guten Rad- und Fusswegverbindungen und den öffentlichen Verkehr, hob Stocker als Erfolgsfaktoren hervor. Eine weitere Stärke von Bubikon sei die ausgesprochen vorbildliche Abfallbewirtschaftung. Die Gemeinde setzt aber auch beim Portemonnaie jedes einzelnen an. Denn für die Einwohner seien die Tarife für Wasser relativ hoch und deshalb vielleicht ärgerlich, aber damit sei es der

Gemeinde gelungen, trotz zunehmender Bevölkerung den Verbrauch zu senken, führte Stocker aus.

 

{{ANZEIGE}}

 

Auf den Lorbeeren will sich Bubikon aber nicht ausruhen und hat noch weitere Aktivitäten geplant. Unter anderem sollen die Energieverbrauchsdaten der öffentlichen Bauten erfasst und ausgewertet werden. Dabei soll herausgefunden werden, ob Sanierungen nötig seien, sagte Stocker. Ebenfalls geplant ist, den Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Denn: «Durch diese Massnahme wird die Stromproduktion beeinflusst und die Gemeinden haben eine Vorbildfunktion», sagte Stocker. Ein besonderes Angebot bietet die Gemeinde den Eigenheimbesitzern. Diese können eine so genannte Thermographie erstellen lassen, eine Infrarot-Aufnahme des Hauses, die aufzeigt, wo Wärme entweicht.

Auch schon kleine Massnahmen nützen

«Alle müssen mitziehen», rief Stocker die Anwesenden auf, ebenfalls Energie zu sparen. Bereits der Kauf von Energiesparleuchten nütze, zeigte sich Stocker überzeugt. Wer etwas tiefer ins Portemonnaie greifen wolle, der könne Ökostrom beziehen und nur noch energiesparende Geräte (so genannte A-Geräte) kaufen. «Wer ein grösseres Budget zur Verfügung hat, kann auch Solaranlagen auf seinem Dach installieren», ermunterte Stocker die Anwesenden. Der Kanton stellt dafür auch Subventionen zur Verfügung. Diese müssen allerdings unbedingt vor Baubeginn beantragt werden, denn nachher ist es zu spät.

 

«Es muss nicht immer etwas grosses sein, auch schon kleine Massnahmen im Alltag nützen», sagte Stocker. Es fördere die Gesundheit und helfe gleichzeitig Energie zu sparen, wenn man mit dem Velo oder zu Fuss zur Arbeit fahre, gab sie ein einleuchtendes Beispiel. Die kleinste Bewegung ist es, die Heizung um lediglich ein Grad zurück zu drehen. «Damit werden bereits sechs Prozent der Heizenergie eingespart», schloss Stocker ihren Vortrag.

Kommentar schreiben

Kommentar senden