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Gabathuler-Draisine bald wieder im Einsatz

Der Verein Depot- und Schienenfahrzeuge Koblenz will die Handdraisine von Ulrich Gabathuler restaurieren. Ab August soll sie wieder im Einsatz sein.

Dienstag, 30. April 2013, 21:24 Uhr

Die Gabathuler-Draisine war beliebt in Bubikon. Mit einem Platzangebot von bis zu 20 Personen beförderte sie regelmässig Hochzeitsgesellschaften oder Schulklassen. Letzteres machte sich auch beim heutigen Besitzer, dem Verein Depot- und Schienenfahrzeuge Koblenz (DSF) bemerkbar. «Wir hatten schon mehrere Anfragen von Lehrern», erzählt Jetzer vom Verein. Verwundert seien sie darüber gewesen, bis sich das Rätsel gelöst habe: Offenbar steht die Bubiker Handdraisine auf einer Ideenliste des kantonalen Schulamts.

Ab August wieder im Einsatz

Bis jetzt mussten die Draisinen-Interessierten vertröstet werden; seit knapp zwei Jahren steht sie still. Demnächst machen sich Vereinsmitglieder und Freiwillige daran, das manuell betriebene Rollrad zu restaurieren. Im August soll es dann den Teilnehmern eines Klassentreffens zur Verfügung stehen. Mindestens zwei Personen benötigt es, um die 300 Kilogramm schwere Draisine auf den Schienen in Bewegung zu setzen. Gefragt ist dabei Körpereinsatz: eine rudernde Bewegung mit den Armen.

Im Moment steht die Draisine beim Tanklager der Husi und Simonis in Wolfhausen. Der ursprünglicher Besitzer und Erbauer, Ulrich Gabathuler, verstarb Ende 2011. Seine Frau suchte daraufhin jemanden, der die Draisine im Sinne ihres Mannes weiterbetreiben könnte. Zunächst war die Ritterhausgesellschaft involviert. Doch diese konnte den Betrieb der Draisine nicht selber gewährleisten.

Die ideale Lösung fand sich mit dem Verein DSF. Er besitzt bereits eine stattliche Anzahl an Draisinen, die er unterhält und für Vergnügungsfahrten bereitstellt. «Die Draisine ist speziell, weil Herr Gabathuler einen eigenen Antriebsmechanismus entwickelt hat», sagt Thomas Jetzer vom DSF.

Als Zaungast dabei

Die Gabathuler-Draisine ist auch bei der Bevölkerung weitherum bekannt, stand sie doch in den vergangenen Jahren im Einsatz während des Dorf- und des Weihnachtsmarkts. Dabei verkehrte sie zwischen dem Ritterhaus und dem Bahnhof Wolfhausen.

Die letzten Male war sie aber nur noch als Zaungast dabei – ausgestellt beim Bahnhof Wolfhausen. Stattdessen fuhren die Besucher mit einer Motordraisine und zwei Anhänger­wagen des Vereins. Diese wurden eigens mit einem Lastwagen vom Depot im aargauischen Koblenz nach ­Bubikon gebracht.

Am Draisinenbetrieb wird auch der geplante Weichenrückbau beim Bahnhof Bubikon und die definitive Stilllegung des Gleisabschnitts für den öffentlichen Bahnverkehr zwischen Bubikon und Wolfhausen nichts ändern. «Die Draisine ist im Vergleich zu einer richtigen Zugkomposition um einiges leichter, sodass das Gleis fast nicht beansprucht wird», sagt Jetzer. Die Draisine kann dort deshalb noch lange eingesetzt werden – im Gegensatz zur Dampfbahn.

Unterstand im Gespräch

Mit Thomas Jetzer, der in Dürnten lebt, hat der Verein DSF ein aktives Mitglied im Zürcher Oberland. Ein Umstand, der der Gabathuler-Draisine zugutekommt. Jetzer bemüht sich nämlich auch um eine Lösung für einen definitiven Unterstand des Gefährts. Dieser ist im Bereich des Tanklagers im Gespräch. Damit würde die Draisine erstmals ein richtiges Dach über dem Kopf ­erhalten.

Am 11. und 12. Mai finden in Bubikon die nächsten Motordraisinenfahrten statt.

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